DoDo Holiday-Kampagne 2025

Warum Marken Träume erzählen – und was dahintersteckt

Wenn Luxusmarken heute große emotionale Kampagnen inszenieren, stellt sich unweigerlich die Frage: Warum? Betrachten wir dies einmal anhand der neuen DoDo-Kampagne:

Geht es wirklich um Schmuck – oder zunehmend um Geschichten, die Orientierung, Identität oder sogar Trost bieten sollen? DoDos neue Holiday-Kampagne „Dreamers Shoot for the Stars“ reiht sich in einen Trend ein, den wir schon länger beobachten können:

Marken verlagern den Fokus vom Produkt zu Erzählungen über Fantasie, Selbstentdeckung und persönliche Bedeutung. Sie nutzen Narrative, die natürlich am Ende auch verkaufen sollen, aber die vor allem auch mit dem Gedanken spielen, das Schmuck und damit Luxus, etwas sehr individuelles sind, für das jeder seine eigene Interpretation haben kann.

Der Anspruch dahinter: Schmuck nicht nur als Accessoire, sondern als Träger von Symbolen zu präsentieren – als kleine, tragbare Erinnerungen daran, wer wir sind oder sein möchten, was ja im Grunde der histoischen Bedeutung von Schmuck entspricht. Die Frage ist also weniger, ob eine solche Kampagne nötig ist, sondern was sie über den gesellschaftlichen Zeitgeist erzählt. Und genau hier wird DoDos Ansatz interessant.

die 4 Dreamer der DoDO Kampagne

Eine Kampagne aus einem archivierten Gedanken heraus

Der Ausgangspunkt ist bemerkenswert: ein wiederentdecktes Interview mit Sergio Silvestris, der kreativen Seele hinter DoDo. Darin spricht er über die Bedeutung, den Kontakt zum inneren Kind nicht zu verlieren – als Quelle von Vorstellungskraft und Mut.

Aus diesem Fragment entstand die gesamte Kampagne: ein Plädoyer für Fantasie, Verspieltheit und ein Denken jenseits des Offensichtlichen. Keine neue Marketingidee, sondern eine Rückbesinnung auf das Fundament der Marke.

Die vier Dreamer – echte Biografien statt idealisierter Perfektion

Bemerkenswert ist die Auswahl der Protagonistinnen und Protagonisten: Es sind Menschen mit biografischer Tiefe, nicht stilisierte Models.

  • María Gabriela Navarro, Astrophysikerin und Vertreterin für das James-Webb-Teleskop
    – ein Leben zwischen Wissenschaft und dem Wunsch, den Sternen wirklich nahe zu kommen.
  • Fenet Merkebo Adino, Model und Kreative, deren Ausdruckskraft vor allem in Bewegung, Energie und Offenheit liegt.
  • John Steiner, Magier, für den Fantasie nicht Flucht, sondern Lebensform ist.
  • Aida Caruso, 88 Jahre alt, Lehrerin, Mutter, frisch gestartetes Model – ein Beispiel dafür, dass Lebendigkeit kein Alter kennt.

Jede dieser Personen trägt DoDo-Charms, die in der Kampagne bewusst nicht als Schmuck, sondern als Symbole eingesetzt werden: Planet, Stern, Mond, eine persönliche Konstellation.

Gerade diese Verknüpfung von Biografie und Symbolik macht die Kampagne erzählerisch spannend – und unterscheidet sie von reiner Produktkommunikation.

Inszenierung zwischen Fantasie und Realität

Für die bildliche Umsetzung arbeitete DoDo mit Fotograf Philippe Jarrigeon, dessen Stil häufig mit irritierenden, humorvollen und bewusst konstruierten Elementen spielt. Die Kampagne nutzt eine auffällig bunte, fast theatralische Bildwelt, die bewusst mit der Grenze zwischen Realität und Vorstellungskraft arbeitet. Sockenpuppen, ungewöhnliche Perspektiven und stilisierte Szenen dienen weniger der reinen Ästhetik, sondern eher als visuelles Echo auf den Ursprungsgedanken: die kindliche Freiheit, Dinge zu erfinden, ohne sich an Konventionen zu binden.

Die Universe-Kollektion – Schmuck als Symbolträger

DoDO Charms

Im Zentrum steht die Universe-Kollektion, deren Entwürfe Himmelskörper in einfache, leicht lesbare Formen übersetzen. Die Stücke bestehen aus 9 Karat Rosé- und Gelbgold, teilweise kombiniert mit Diamanten und blauer Emaille. Die Charms und Ohrringe sind modular kombinierbar und können an einem farbigen Band getragen werden.

Der Schmuck selbst bleibt zurückhaltend genug, um nicht die Protagonist:innen zu überlagern – er dient eher als Symbol für die Begriffe, die die Kampagne thematisiert: Orientierung, Neugier, Veränderung.

Zwischen Symbol und Alltag – was bleibt?

Am Ende stellt die Kampagne weniger den Schmuck als solchen in den Mittelpunkt, sondern die Frage, welche Bedeutung Menschen ihren eigenen Träumen und Lebenswegen beimessen. Der Schmuck wird dabei nicht als Lösung oder Zauberformel inszeniert, sondern als Begleiter einer Idee: dass Vorstellungskraft und persönlicher Antrieb auch im Erwachsenenleben eine Rolle spielen dürfen.

In einer Branche, die oft über Ästhetik oder Prestige kommuniziert, versucht DoDo hier einen anderen Zugang – erzählerischer, persönlicher, und bewusst mit Brüchen versehen. Ob dieser Ansatz verfängt, hängt davon ab, wie offen man für solche Symbolik ist. Doch gerade diese Offenheit macht die Kampagne interessant: Sie lädt zur Interpretation ein, statt eine einzige Lesart vorzugeben.

Suchbegriff eingeben und Enter drücken