Schweizer Uhrenindustrie verzeichnet den ersten Rückgang der Beschäftigtenzahl seit Covid Ende
Im September 2025 verzeichnete die Schweizer Uhrenindustrie erstmals seit Covid einen Rückgang der Beschäftigtenzahlen. Das teilte heute der Arbeitgeberverband der schweizerischen Uhren- und mikrotechnischen Industrie (CP) mit.
Trotz der Bemühungen der Unternehmen der Schweizer Uhrenindustrie und des Rückgriffs auf Kurzarbeit sind demnach das schwindende Volumen und die Verlangsamung in bestimmten Segmenten in weiten Teilen der Uhrenindustrie zu spüren.
Die Aussichten für 2026 bleiben ungewiss, wobei nach Auslaufen der Kurzarbeit mit einem Druck auf die Beschäftigtenzahlen zu rechnen ist, so der Verband. Erstmals in der Zeit nach der Covid-Krise verliert der Sektor im Vergleich zur Vorjahresperiode 835 Arbeitsplätze (-1,3 %).
Dieser moderate Rückgang ist ein Zeichen für die Bemühungen der Unternehmen, in einem anspruchsvollen Umfeld Arbeitsplätze zu bewahren, meint der CPIH. Durch den umfassenden Rückgriff auf Kurzarbeit und deren Verlängerung konnte der Umfang dieser Entwicklung begrenzt und die Produktionskapazität aufrechterhalten werden.
Schweizer Uhrenindustrie: Umfangreicher Rückgriff auf Kurzarbeit
Der Rückgang der Beschäftigtenzahl auf 64.807 ist auf das schwierige wirtschaftliche Umfeld zurückzuführen, das durch schrumpfende Volumen und eine weltweite Konsumflaute geprägt ist. Mehr als ein Viertel der Unternehmen hatte Ende November Kurzarbeit beantragt. Dabei hat die Verlängerung der Kurzarbeit von 18 auf 24 Monate entscheidend dazu beigetragen, die Auswirkungen auf die Beschäftigung zu begrenzen.
Unterschiedliche regionale Tendenzen
Die historischen Kantone der Zulieferer der Uhren- und mikrotechnischen Industrie mussten die stärksten Rückgänge hinnehmen: Waadt (-4,2 %), Neuenburg (-3,5 %), Jura (-3,2 %) und Bern (-2.1%). Diese Entwicklung widerspiegelt die abnehmenden Volumen in den Bereichen Komponenten, Werkzeuge und Montage.
Sie zeigen aber auch die Schwierigkeiten in den mit der Mikrotechnik verbundenen Sektoren wie dem Maschinenbau oder der Automobilindustrie, die den Druck auf die Zulieferer weiter verstärken.
Im Gegensatz dazu profitierte der Kanton Genf von einer positiven Dynamik und einem Anstieg der Beschäftigtenzahlen um 3 Prozent, der auf Segmente zurückzuführen ist, die weniger anfällig auf wirtschaftliche Schwankungen reagieren.
In der übrigen Schweiz war ein Anstieg (+2,9 %) zu beobachten, insbesondere aufgrund von Unternehmensneugründungen. Die Volumen waren jedoch deutlich geringer als in den Regionen des Uhrenbogens.
Steigende Kompetenzen und mehr Lernende
Die Uhrenindustrie investierte weiterhin in die Bildung, die ein grundlegender Hebel für die Wettbewerbsfähigkeit ist. Im Jahr 2025 verfügten 27,8 Prozent der Mitarbeitenden über eine höhere Ausbildung (17.425 Personen) und 44,4 Prozent über einen Berufsabschluss (27.838 Personen), während sich der Anteil der Arbeitskräfte ohne Ausbildung mit 25,2 Prozent leicht verminderte.
Die Zahl der Lernenden erhöhte sich im vergangenen Jahr auf 1.685 Personen (2,7 % der Beschäftigten). Diese Ergebnisse bestätigen, dass sich die Branche angesichts der technologischen Entwicklungen und der Qualitätsanforderungen mit Nachdruck für die Weitergabe von Know-how und die Entwicklung von Kompetenzen engagiert.
Schwierige Aussichten für 2026
Nachdem das Jahr 2025 von einem Rückgang der Beschäftigtenzahlen geprägt war, blicken die Unternehmen der Uhrenbranche eher vorsichtig auf das Jahr 2026. Die Aufhebung der Kurzarbeit für bestimmte Unternehmen könnte den Druck auf die Arbeitsplätze in der Branche erhöhen.
Sollte die Konjunkturlage anhalten, dürften einige Unternehmen trotz ihrer Bemühungen, sich an ein immer anspruchsvolleres wirtschaftliches Umfeld anzupassen, gezwungen sein, ihre Produktionskapazitäten neu zu justieren.






