Tutima Glashütte und die Uhrenlinie „Patria“ – Handwerkskunst trifft Modernität
Tutima Glashütte auf der Inhorgenta 2026: Halle A1, Stand 312
Wenn man das Tutima-Gebäude in Glashütte betritt, hat man im ersten Moment nicht das Gefühl, dass es hier nur um die nüchterne Produktion von Uhren geht. Das Ambiente verbreitet pure Wohlfühlatmosphäre.
Das gilt auch für die Ateliers, in denen konstruiert, gefertigt, montiert und finissiert wird – auch einzelne Komponenten entstehen hier. Weit entfernt von den meist eher kühl eingerichteten Uhrenwerkstätten, arbeiten bei Tutima in Glashütte rund 30 Mitarbeiter an Werktischen aus dunklem Holz, wodurch die lange Tradition der Uhrmacherkunst auf einen Blick erfasst werden kann.

Hier entstehen Uhren wie die Patria, welche Tutima Glashütte auf der Inhorgenta in drei neuen Titan-Ausführungen präsentiert.
3 neue Patria-Varianten in Titan



„Patria“ kommt übrigens aus dem Lateinischen und bedeutet Vaterland oder Heimat. Und so verkörpern die neuen Varianten mit jedem Detail Glashütter Uhrmacherkunst. Besonders durch das Handaufzugswerk Tutima Kaliber 617, das in aufwändiger Handarbeit und aus 171 Einzelteilen in der Manufaktur des Hauses gefertigt wird.

Mehr über die Heimat und die Wurzeln von Tutima Glashütte finden Sie hier.
Betrachten lässt sich das finissierte Werk durch ein Saphirglas auf der Gehäuserückseite: Unverkennbar verweist die Glashütter Dreiviertelplatine mit ihrem Streifenschliff, von Hand anglierten Fasen sowie den in verschraubten Goldchatons gefassten Rubinlagern auf die traditionsreiche Herkunft.

Die Kraft des Räderwerks überträgt der im Glashütter Atelier eigens gefertigte Anker auf die Unruh und sorgt so für den Herzschlag des Uhrwerks. Auch die Unruh selbst entsteht in präziser Manufakturarbeit: Händisch biegen die Uhrmacher die Breguetspirale mit eigens berechneter Endkurve, bevor sie als Teil des rückerlosen Schwingsystems eingesetzt wird. Nach Vollaufzug beträgt die Gangreserve 65 Stunden.

Titankompetenz für die Patria
Erstmals kommt darüber hinaus in der „Patria“-Linie die jahrzehntelange Titankompetenz der Marke zum Tragen. Das hochglanzpolierte Gehäuse mit einem zeitgemäßen Durchmesser von 41 Millimetern ist komplett aus Titan Grade 5 gefertigt und vereint geringes Gewicht mit einer hohen Kratz- und Korrosionsbeständigkeit bei angenehmer Hautfreundlichkeit. Ein geschwungener Flankenschutz fasst die ergonomisch geformte und geriffelte Krone ein.
Detailreiches Zifferblatt
Unter gewölbtem und entspiegeltem Saphirglas geschützt, offenbart das Zifferblatt Detailreichtum und einen modernen Look in anthrazit, graphitgrau beziehungsweise silber-weiß: Je nach Einfallswinkel wechseln sich auf der Pyramidenstruktur Licht und Schatten ab.

Die Kreisbahn der Kleinen Sekunde zeichnet ein feines Rillenmuster nach, während die außenliegende Minuterie auf ebener Fläche das Zifferblatt visuell einrahmt. Gemeinsam mit den diamantierten Indizes fügen sich die von Hand vollendeten Zeiger mit weißer Leuchtmasse harmonisch in die Gestaltung ein, bei Dunkelheit leuchten sie blau nach.

Das Zifferblatt zeigt nicht nur Stunden, Minuten und Sekunden, sondern auch das historische Logo aus der Gründungszeit der Marke vor fast einhundert Jahren.
Ein harmonischer Dreiklang
Der Farb-Kombinationen stehen zur Auswahl: Klare Kontraste prägen die Variante mit anthrazitfarbenem Zifferblatt und schwarzem Kalbslederband. Technisch-modern mutet die „Patria“ mit Zifferblatt und Schafslederband in Graphitgrau an, während die Version mit hellbraunem Schafslederband und weiß-silbernem Zifferblatt eine warme Eleganz vermittelt. (UVP 8.600 €)

Glashütter Uhrmacherkunst – hautnah erleben auf der Inhorgenta
An einem Werktisch aus dem Atelier gibt ein Tutima-Uhrmacher auf der Inhorgenta vielfältige Einblicke in die mechanischen Fertigkeiten der Manufaktur: vom manuellen Biegen der Endkurve einer Breguetspirale über die aufwändige Finissierung von Gesperrteilen mit einem Streifenschliff und händischer Anglierung bis hin zur vollständigen Montage eines Ankers sowie von Räderwerk und Zeigerspiel.
Tutima und die Anfänge in Glashütte
2008 hat Tutima dieses Domizil in der früheren Bahnhofsmeisterei von Glashütte, in unmittelbarer Nähe zur historischen Manufaktur gelegen, gekauft und 2011 eröffnet. Damit fand der Uhrenhersteller und Familienbetrieb aber nicht eine neue Heimat, sondern kehrte zurück zu seinen geografischen Wurzeln.

Start in den goldene Zwanzigern
Denn bereits 1927 begann die Geschichte von Tutima, in einer Zeit des Aufbruchs in Gesellschaft, Kunst, Kultur und Wissenschaft – auch in Glashütte. In der Uhrenstadt sorgten die Goldenen Zwanziger für Optimismus und den Mut, Neues zu wagen.

Und so entstanden die Uhren-Rohwerke-Fabrik Glashütte AG (UROFA) und die Uhrenfabrik Glashütte AG (UFAG). Beide wurden gegründet und bis zu ihrem Ende 1945 geführt von Dr. Ernst Kurtz (links), einem Juristen, der schnell erkannte, dass nicht der damals noch weitverbreiteten Taschenuhr, sondern vielmehr der Armbanduhr die Zukunft gehören würde.
Schnell mussten seine besten Modelle den Vergleich mit denen Schweizer Marken nicht scheuen. Wegen ihrer besonderen Halt- und Belastbarkeit erhielten sie in den 1930er-Jahren den Titel „Tutima“, abgeleitet vom lateinischen Wort für „sicher“. Ihre Qualität und ihr Vertrieb – schon damals nur über ausgewählte Fachgeschäfte – sicherten der Marke Tutima ihren ausgezeichneten Ruf. Damals arbeiteten rund 1.000 Menschen für die UROFA-UFAG.
Weniger sicher waren damals die politischen Verhältnisse. So wurde diese Erfolgsgeschichte durch den Zweiten Weltkrieg beendet und nach dessen Ende nicht wieder fortgesetzt beziehungsweise anders fortgeführt.
Flucht in den Westen
Einen Tag vor dem Kriegsende wurde Glashütte von sowjetischen Fliegern bombardiert, und die Fertigungsanlagen wurden schwer beschädigt. Kurtz rettete sich mit einigen Mitarbeitern in die amerikanische Besatzungszone nach Franken und baute mit den Anlagen einer dort befindlichen Glashütter Niederlassung die Uhrenfabrik Dr. Kurtz auf, die er später nach Ganderkesee bei Bremen verlagerte.

Nicht nur fachlich lebten die alten Zeiten wieder auf: Die Rohwerkefabrik erhielt den Namen Nurofa – Norddeutsche Uhren-Rohwerkefabrik, und die Zifferblätter trugen den Namen Glashütter Tradition.
Eine folgenreiche Begegnung
1954 war dann ein entscheidendes Jahr – nicht nur, weil Deutschland erstmals Fußball-Weltmeister wurde. Ein junger Mann führte erfolgreich ein Bewerbungsgespräch – bei Nurofa. Er bekam den Job. Sein Name: Dieter Delecate. Die Geschicke der Tutima-Uhren sollten seitdem untrennbar mit ihm verbunden bleiben.
„Schon an meinem ersten Tag erzählte er mir von Glashütte und Tutima“, erinnert sich Delecate an seine erste Begegnung mit Dr. Ernst Kurtz, die offensichtlich prägend war.
1957 gründete er einen eigenen Uhrengroßhandel und 1960 die Dieter Delecate Uhrenfabrikation in Ganderkesee, aus der später die Tutima Uhrenfabrik GmbH wurde. Im selben Jahr erwarb er die Rechte an dem Namen Tutima, den er 1970 als Marke schützen ließ.
Und dies war ganz im Sinne des ursprünglichen Gründers. Delecate besitzt einen privaten Brief, in dem Kurtz schreibt: „Ich betrachte Dieter Delecate als meinen Nachfolger.“
Tutima und der internationale Aufstieg
Unter Delecates Ägide wurde Tutima Glashütte zu einer international erfolgreichen Marke. Dabei setzte er stets auf die Kraft und die Weitsicht eines Familienunternehmens.
Heute sind seine Kinder Jörg und Ute Delecate als Gesellschafter aktiv. Unterstützt werden sie seit Anfang 2025 von dem erfahrenen Uhrenmann Matthias Stotz, welcher die Aufgabe des CEO übernommen hat.

„Mit der Wiedervereinigung bot sich unserem Vater Dieter Delecate, der die Marke von seinem Mentor Dr. Kurtz übernommen hatte und weiterführte, die historische Chance, Tutima wieder in die Heimat zurückzuführen. 2008 schloss sich der Kreis und wir sind seitdem wieder am Geburtsort vertreten – mit einer eigenen Manufaktur, aus der vier Uhrenlinien stammen: die exklusiven goldenen Manufakturkaliber-Modelle wie ‚Patria‘ und ‚Tempostopp‘ sowie die erste Armband-Minutenrepetition aus deutscher Fertigung: die ‚Hommage‘. Dann die ‚M2‘-Reihe als Nachfolgerin des NATO-Chronographen mit den Erweiterungen ‚M2 Seven Seas‘ und ‚M2 Coastline‘; die Familie der charakteristischen Fliegeruhren, für die der zuvor erwähnte legendäre Fliegerchronograph Pate stand“, erläutert Jörg Delecate.






