Schweizer Uhrenexporte im Dezember 2025: Das Tal der Tränen scheint durchquert
Die Größe des Steins, welcher der Schweizer Uhrenindustrie vom Herzen gefallen sein mag, als die USA ihre Zölle für eidgenössische Waren rückwirkend zum 14. November auf 15 Prozent senkten, mag man sich kaum vorstellen. Die Auswirkungen zeigen sich bereits in der Exportstatistik für den Dezember 2025.
Dabei sind 15 Prozent noch immer wesentlich mehr als vor dem 39-Prozent-Schock fällig wurden: nämlich 0,6 Prozent.
Und in trockenen Tüchern ist noch nichts. Denn es handelt sich bislang lediglich um eine Absichtserklärung zwischen der Schweiz, Liechtenstein und den USA auf politischer Ebene, nicht um ein rechtlich verbindliches Handelsabkommen.
Und was ein Donald Trump von so etwas hält, verlautbarte er gerade erst auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos:

„Und dann brach wirklich die Hölle los“, sagte der US-Präsident in seiner Rede über die Festsetzung von 39 Prozent Zoll für Schweizer Importe in Davos.
„Und ich bekam Besuch von allen. Rolex kam zu mir. Sie alle kamen zu mir. Aber mir wurde klar, dass ich es reduzieren musste, weil ich den Menschen nicht wehtun wollte, ich wollte ihnen nicht wehtun. Und wir haben es für sie gesenkt, wissen Sie, ein niedrigeres Niveau bedeutet nicht, dass es nicht wieder steigen wird, aber wir haben es auf ein niedrigeres Niveau gesenkt. Aber jetzt zahlen sie den Zoll.“
Nach planbarer Verbindlichkeit klingt dieser O-Ton Trumps nicht.
Schweizer Uhrenexporte erholen sich nach 4 rückläufigen Monaten
Dennoch scheinen die Absichtserklärung und der rückwirkend zum 14. November von 39 auf 15 Prozent gesunkene US-Zoll Wirkung gezeigt zu haben. Nach einem massiven Einbruch der Exporte in die USA im November vergangenen Jahres um 52 Prozent, betrug das Plus im Dezember gegenüber dem Vorjahresmonat deutliche 19,1 Prozent.
Insgesamt betrug das Plus der Exporte gegenüber dem Dezember 2024 3,3 Prozent. 1,4 Millionen Uhren (+7,6 %) mit einem Exportwert von 2,1 Milliarden CHF lieferten die Schweizer Uhrenhersteller in alle Welt. Die Erholung führte zu einem Jahresgesamtwert von 25,6 CHF, was einem moderaten Rückgang von 1,7 Prozent gegenüber 2024 entspricht.
Starke Zuwächse und deutliche Rückgänge
Neben dem Plus der Exporte in die USA (+19,1 %) lagen auch die Ausfuhren nach Frankreich im Dezember 2025 um spektakuläre 50,8 Prozent über dem Vorjahresmonat. Singapur (+13 %) und Großbritannien (+9,3 %) entwickelten sich ebenfalls positiv, während die Exporte nach Hongkong (-8 %), China (-6,8 %), Japan (-1,9 %), VAE (-5,2 %) und Italien (-20,1 %) negative Vorzeichen tragen. Auch die Ausfuhren nach Deutschland gingen deutlich um 20,8 Prozent zurück.
Das Wertwachstum wurde hauptsächlich von Bimetalluhren getragen, deren Exporte um 41,2 Prozent stiegen, während alle anderen Materialkategorien zurückgingen. Das Exportvolumen wurde von Stahluhren getragen, die ein Wachstum von neun Prozent erzielten.
USA bleiben 2025 stärkster Markt für die Schweizer Uhrenindustrie
Trotz der Zoll-Kapriolen blieben die USA auch 2025 der stärkste Markt für die Schweizer Uhrenindustrie. Insgesamt wurden Uhren im Wert von 4,35 Milliarden CHF in die Vereinigten Staaten exportiert. Das ist ein geringes Minus von lediglich 0,5 Prozent gegenüber 2024.
Auf Platz zwei ist Japan mit einem Exportwert von 1,85 Milliarden CHF (-5,8 %), gefolgt von China mit 1,8 Milliarden CHF (-12,1 %). Deutschland landete auf dem 9. Platz: 1,2 Milliarden CHF (-6,8 %).






