Sinn Spezialuhren: 65 Jahre kompromisslose Technik

Das Unternehmen Sinn Spezialuhren wurde 1961 von dem Blindfluglehrer und Zweiten-Weltkrieg-Piloten Helmut Sinn in Frankfurt am Main gegründet und spezialisierte sich auf die Herstellung von Navigationsborduhren und Fliegerchronographen.

Mit Lothar Schmidt, der das Unternehmen Sinn Spezialuhren 1994 erwarb, begann die Ära technikorientierter Innovationen, mit denen er die Marke SINN erfolgreich in die Neuzeit führte.

Seines Zeichens Diplom-Ingenieur ist es nicht besonders verwunderlich, dass auch unter Lothar Schmidt die Sinn-Spezialuhren halten, was ihr Name verspricht. Die mechanischen Zeitmesser aus Frankfurt sind ausgestattet mit zahlreichen SINN-eigenen, innovativen Technologien und Materialentwicklungen. Sie sind der Grund für die große Beliebtheit bei echten Technik-Enthusiasten – aber auch bei all jenen, die sich auf eine Uhr verlassen möchten, die dem anspruchsvollen Einsatz im Alltag standhält.

Denn die Technologien von SINN haben stets einen praktischen und lebensnahen Nutzen. Dabei überzeugen die Uhren auch optisch und vereinen Können und Standhaftigkeit in einem zeitgemäßen Design, das von sportlich bis elegant alle Facetten abdeckt. Hohe Designqualität und kompromisslose Funktionalität schließen sich bei SINN nicht aus, sondern bedingen einander. Das gilt auch für das auf 500 Exemplare limitierte Jubiläumsmodell „903 Ti II Jubiläum“.

65 Jahre Sinn Spezialuhren: 903 Ti II Jubiläum

Die Gestaltung der „903 Ti II Jubiläum“ zitiert bewusst den Navigationschronographen zum 35-jährigen Bestehen des Unternehmens. Dabei greift sie das tradierte Erscheinungsbild auf und verbindet es konstruktiv wie materiell mit technischen Weiterentwicklungen.

Dies zeigt sich bereits am 41-Millimeter-Gehäuse, bei dem Titan Grade 5 zum Einsatz kommt. Die DSP-Technologie ermöglicht es, den Drehring mit innenliegender Rechenschieberfunktion direkt gleitend am Außendurchmesser zu bedienen. Dass der Zeitmesser mithilfe dieser Technologie eine Wasserdichtigkeit von 20 bar erreicht, unterstreicht die außerordentliche Ingenieursleistung hinter dieser Uhr und zeugt von jahrzehntelanger Erfahrung in der Entwicklung anspruchsvoller Gehäusekonstruktionen.

Das Gesicht der „903 Ti II Jubiläum“ wird durch das funktionsreich gestaltete Zifferblatt geprägt. Über den logarithmisch skalierten Rechenschieber lassen sich Berechnungen zu Zeiten, Entfernungen oder Währungsumrechnungen durchführen.

Bei den von Hand applizierten Indizes, der Zahl 12 sowie den Stunden- und Minutenzeigern verwendet SINN hybridkeramische Nachleuchtelemente. Durch die Integration der Leuchtpigmente in das keramische Formteil entsteht eine außergewöhnlich hohe Konzentration des Leuchtmaterials. Das Ergebnis: eine extreme Leuchtintensität und damit optimale Ablesbarkeit auch bei Dunkelheit.

Die Tricompax-Anordnung der galvanisch rhodinierten Zähler betont den klassischen Habitus des Navigationschronographen. Gleichzeitig gewährleistet das automatische Schaltradchronographenwerk LJP L112 mit 60 Stunden Gangreserve mechanische Präzision und hohe Zuverlässigkeit. (UVP 3.980 €)

Die SINN-Technologien im Überblick

AR-Trockenhaltetechnik

Die 1995 eingeführte Ar-Trockenhaltetechnik löste ein grundsätzliches Problem mechanischer Uhren: die Alterung der Öle aufgrund enthaltener und/oder nachdiffundierender Luftfeuchtigkeit im Inneren der Uhr. Mithilfe der drei Elemente der Ar-Trockenhaltetechnik (Trockenkapsel, EDR-Dichtungen, Schutzgasfüllung) wird das Uhrwerk in einer nahezu trockenen Atmosphäre gelagert. Alterungsprozesse sowie das Anlaufen des Deckglases bei Kälteschocks werden verhindert; Funktionssicherheit und Ganggenauigkeit bleiben länger erhalten.

Diapal-Technologie

Bei der Diapal-Technologie werden Materialpaarungen ausgewählt, die ohne Schmierung reibungslos zusammenarbeiten. Dies betrifft die Ankerhemmung – den gangsensibelsten Teilmechanismus des Uhrwerks. Die Schmierungsqualität wirkt sich an dieser Stelle besonders stark auf das Gangverhalten aus. Die Forschung begann 1995 und führte im Jahr 2000 zur Entwicklung einer geeigneten Materialpaarung, die es ermöglicht, insbesondere die Schweizer Ankerhemmung dauerhaft und ohne Schmierung funktionsfähig zu halten.

DSP-Technologie

Die Verbindung von Drehring-Konstruktion und gleichzeitiger Wasserdichtheit stellt eine dynamische Dichtsituation dar, die sich grundlegend von statischen Gehäusedichtungen an Boden oder Glas unterscheidet. Mit der DSP-Technologie hat SINN eine Lösung entwickelt, um dieser Situation bis 20 bar gerecht zu werden. Der Name steht für: Dynamisch dichtende Materialmischung: Die Formstabilität und das Rückstellverhalten der speziell entwickelten Materialzusammensetzung ermöglichen eine dauerhafte und zuverlässige Abdichtung – auch bei Bewegung des Drehrings. Spezialgleitfett: Ein eigens definiertes Gleitfett sorgt für eine geschmeidige Bedienung und haftet dauerhaft auf Stahl und Titan – selbst unter Einwirkung von Feuchtigkeit, Druck und Temperaturschwankungen. Präzisionspaarung: Die einzelnen Dichtelemente sind exakt auf die jeweiligen Gehäusekomponenten abgestimmt. Diese präzise Paarung gewährleistet ein optimales Anpressverhalten.

Magnetfeldschutz bis 80.000 A/m

Magnetfelder von Elektromotoren, Lautsprechern oder magnetischen Schließen können die Nivarox-Spiralfeder aufmagnetisieren und dadurch die Ganggenauigkeit beeinträchtigen. Zwar gelten Nivarox-Federn gemäß DIN 8309 als antimagnetisch, dennoch lässt die Norm einen Gangfehler von ±30 Sekunden pro Tag zu. SINN begegnet diesem Problem mit einem Schutzmantel aus einem geschlossenen, weichmagnetischen Gehäuseinnenraum, bestehend aus Zifferblatt, Werkhaltering und Gehäuseboden. So werden magnetische Störeinflüsse wirkungsvoll minimiert.

Hydro-Technologie

Verspiegelungsfreie Ablesbarkeit unter Wasser aus jedem Winkel, Beschlagsicherheit und Druckfestigkeit für jede erreichbare Tauchtiefe – diese Eigenschaften bietet die seit 1996 eingesetzte Hydro-Technologie. Werk, Zifferblatt und Zeiger sind dabei in einem glasklaren, inkompressiblen Flüssigkeitsbad gelagert, das die feuchtigkeitshaltige Luft im Gehäuse ersetzt.

Tegiment-Technologie

Die Tegiment-Technologie erhöht den Härtegrad des Basismaterials – etwa Edelstahl – um ein Vielfaches. Erstmals wurde sie 2003 auf der Baselworld mit dem „Duochronographen 756“ vorgestellt. Ursprünglich kam sie ausschließlich bei Edelstahlgehäusen zum Einsatz; inzwischen bezeichnet sie alle Materialien mit gehärteter Oberfläche. Dabei wird keine Beschichtung aufgetragen, sondern das Material selbst im Oberflächenbereich gehärtet. So entsteht ein schützender Mantel (lat. tegimentum). Die Oberfläche wird dadurch deutlich widerstandsfähiger gegen Kratzer.

Schwarze Hartstoffbeschichtungen

SINN verwendet schwarze Hartstoffbeschichtungen (PVD-Beschichtungen) ausschließlich in Kombination mit Tegiment-Oberflächen. Nur so lässt sich die hohe Qualität der Farbschichten gewährleisten. Der Härteverlauf der Tegiment-Oberfläche ist kontinuierlich – die hohe Oberflächenhärte geht allmählich in die Grundhärte des Werkstoffs über. Dadurch kann seit 2004 eine PVD-Farbbeschichtung aufgebracht werden, ohne dass das sonst bekannte Abplatzen („Eierschaleneffekt“) zu befürchten ist. Die gehärtete Oberfläche stützt die Hartstoffschicht zusätzlich.

Temperaturresistenz-Technologie

Die dauerhafte Ganggenauigkeit eines Uhrwerks hängt entscheidend von der Schmierung seiner beweglichen Teile ab – insbesondere unter extremen Temperaturbedingungen. Um selbst bei härtesten Einsatzbedingungen Funktionssicherheit zu gewährleisten, verwendet SINN ein speziell entwickeltes Spezialöl. Es bietet alterungsbeständige Schmierung im Temperaturbereich von –45 °C bis +80 °C.

Unverlierbarer Sicherheitsdrehring

Der Drehring ist ein zentraler Sicherheitsfaktor beim Tauchen. Um Risiken zu minimieren, verfügen SINN-Taucheruhren seit 2005 über zwei besondere Eigenschaften: Erstens verhindert eine spezielle Konstruktion das Abspringen des Drehrings – selbst bei starken Stößen oder Hängenbleiben. Zweitens sorgt eine Verdrehsicherung dafür, dass sich die eingestellte Merkzeit nicht unbeabsichtigt verändert. Damit geht SINN deutlich über die Anforderungen der DIN 8306 hinaus.

Q-Technologie

Von Quarzuhren geht im Vergleich zu vielen Haushaltsgeräten und Kommunikationsmitteln zwar nur eine geringe elektromagnetische Abstrahlung aus. Dennoch berichten manche Menschen von erhöhter Sensibilität gegenüber elektromagnetischen Belastungen. Da eine Uhr über längere Zeit direkt am Körper getragen wird, bietet SINN mit der Q-Technologie eine Abschirmung an und reduziert so eine potenzielle Störquelle für den Träger. Das Quarzwerk wird dabei mit einer Speziallegierung ummantelt, deren Absorptionseigenschaften auf die Frequenz der Uhrwerkstrahlung abgestimmt sind. Die Strahlung bleibt im Gehäuseinneren eingeschlossen und dringt nicht nach außen.

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