Spinell – ein Edelstein rückt ins Rampenlicht

Lange Zeit stand der Spinell im Schatten bekannterer Edelsteine wie Rubin oder Saphir – nicht selten wurden historische Spinelle sogar mit Rubinen verwechselt.

Titelbild: Spinell (Ruppenthal)

Was nicht verwundert, ist sein Farbspektrum doch außergewöhnlich breit und reicht von intensiven Rot- und Pinktönen über Violett und Blau bis hin zu Lavendel, Grau oder Schwarz. Besonders begehrt sind kräftige Rotnuancen sowie kobaltblaue Varianten, die aufgrund ihrer Leuchtkraft und Transparenz zu den faszinierendsten Farbedelsteinen zählen.

Farbenspiel des Spinell (Bild: Ruppenthal)

Tatsächlich handelt es sich jedoch um einen eigenständigen Edelstein aus der Gruppe der Oxide (Magnesium-Aluminium-Oxid), der sich durch eine bemerkenswerte Kombination aus Brillanz, Härte und Farbvielfalt auszeichnet. Durch eine hohe Klarheit und eine lebendige Lichtwirkung, die ihm eine elegante und zugleich moderne Ausstrahlung verleiht und mit einer Härte von 8 auf der Mohs-Skala ist Spinell ausgesprochen widerstandsfähig und damit hervorragend für die Schmuckverarbeitung geeignet.

Farbedelstein des Jahres 2026

Vor diesem Hintergrund überrascht es kaum, dass der Spinell zum Farbedelstein des Jahres 2026 gewählt wurde. Die Entscheidung lenkt den Blick auf einen Edelstein, der lange Zeit als Rarität galt und daher vergleichsweise zurückhaltend im Schmuckdesign eingesetzt wurde.

Neue Fundstätten, insbesondere in Tansania und Mosambik, haben die Verfügbarkeit jedoch deutlich verbessert. Dadurch kann Spinell heute in nahezu allen Farbnuancen und in breiteren Preissegmenten angeboten werden – einschließlich der besonders gefragten Blau- und Rottöne. Für Designer und Juweliere eröffnet sich damit die Möglichkeit, einen historisch bedeutenden und zugleich modernen Edelstein stärker in zeitgenössische Kollektionen zu integrieren.

INHORGENTA als Impulsgeber der Branche

Die Auszeichnung wird jährlich vom Düsseldorfer Verlag Markt Intern vergeben und die Wahl des Farbedelsteins des Jahres wurde im Rahmen der INHORGENTA bekanntgegeben und unterstreicht die Rolle der Münchner Messe als wichtiger Impulsgeber für Trends im internationalen Schmuck- und Edelsteinmarkt.  Solche Initiativen setzen gezielt thematische Akzente und lenken die Aufmerksamkeit der Branche auf Materialien und Entwicklungen, die künftig an Bedeutung gewinnen könnten.

Albert Ruppenthal,  Geschäftsführer der A. Ruppenthal KG – Dr. Claudio Mili­senda, Geschäftsführer Deutsche Stiftung Edelsteinfor­schung (DSEF)/Idar-Oberstein – Michael Seubert, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Goldschmiede und Silberschmiede e. V./Cott­bus – Jörg Lindemann, Geschäftsführer Bundesverband der Edelstein- und Diamantindustrie e. V./Idar-Oberstein – Jeanette Fiedler, Geschäftsführerin DDI, Stiftung Deutsches Diamant Ins­titut/Pforzheim und öffentlich bestellte und vereidigte Sach­verständige für Diamanten, Edelsteine und Schmuck  – Tanja Wenger, Verlags- und Redaktionsleitung Gold’Or/ Baar (Schweiz) und – Gesa Hufmann, Chefredakteurin ‚markt intern‘ (Düsseldorf) (Bild: MarktIntern)

Nachfrage nach neuen Edelsteinoptionen

Wie groß das Interesse an neuen Edelsteinoptionen derzeit ist, zeigte sich auch bei Ausstellern der Messe. So verzeichnete der rund 320 Quadratmeter große Stand der Firma Ruppenthal gemeinsam mit dem Tochterunternehmen ERNST STEIN bereits in der ersten Stunde des ersten Messetages einen außergewöhnlich hohen Besucherandrang.

Vor allem Goldschmiede, Schmuckdesigner und Juweliere mit eigener Werkstatt nutzten die Messe gezielt zur Sortimentsoptimierung und zur Suche nach innovativen Materialien. Dabei zeichnete sich eine klare Entwicklung ab: Gefragt sind zunehmend Schmuckkonzepte mit geringerem Goldanteil, bei denen Edelsteine eine stärkere gestalterische Rolle übernehmen.

In diesem Kontext gewinnt auch der Spinell zusätzliche Relevanz. Mit seiner hohen Härte, seiner Farbvielfalt und der verbesserten Verfügbarkeit bietet er dem Fachhandel attraktive Perspektiven – als Edelstein mit historischer Aura und wachsendem Potenzial für modernes Schmuckdesign.

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