Watches & Wonders 2026: Die Rolex-Neuheiten
Es ist ein bisschen wie das Warten aufs Christkind. Pünktlich zum Auftakt der Watches & Wonders läutet üblicherweise die Marke mit der Krone das „Glöckchen“ – und der wartenden Uhren-Community werden die Neuheiten beschert. Nach der Bescherung werden wir diese natürlich asap hier mit Ihnen teilen.
Bis dahin füllen sich Online-Portale, Social-Media-Kanäle und Podcasts mit Spekulationen über die Rolex-Neuheiten 2026 und mögliche Modelleinstellungen. An diesem Spiel werden wir uns an dieser Stelle (fast) nicht beteiligen. Einige Fakten und mögliche Anknüpfungspunkte lassen sich dennoch bereits ausmachen.
Im Fokus der Überlegungen: die „Milgauss“ und die „Day-Date“: Während die magnetfeldresistente „Milgauss“ bereits 2023 aus dem Programm genommen wurde, erwies sich die „Day-Date“ in den vergangenen Jahren schon mal als Spielwiese für die Designer der Marke.
Die Day-Date von Rolex wird 70
1956 war die „Day-Date“ die erste Armbanduhr, bei der das Datum und der vollständig ausgeschriebene Wochentag gleichzeitig in zwei separaten Fenstern auf dem Zifferblatt angezeigt wurden. Bis heute ist sie ausschließlich in Gold oder Platin erhältlich.


Die Wochentagsanzeige ist inzwischen in 26 Sprachen verfügbar und deckt zahlreiche Schriftsysteme ab – von lateinisch und kyrillisch über arabisch und hebräisch bis hin zu japanischen und chinesischen Schriftzeichen. Selbst das am Horn von Afrika verwendete Alphasyllabar Ge’ez ist vertreten. Laut Rolex unterstreiche man so die kulturelle Identität des Trägers mit einer gleichermaßen persönlichen wie universellen Armbanduhr.
Die Geschmäcker gingen 2023 weit auseinander, als Rolex den staunenden Uhrenenthusiasten ein „Day-Date“-Modell präsentierte, das nicht nur für Rolex völlig „out of the box“ war. Das knallbunte 36-Millimeter-Modell war mit Puzzleteilen geschmückt, offenbarte im Wochentagsfenster einen sogenannten Inspirationskalender mit Begriffen wie „Love“, „Peace“ oder „Hope“ und zeigte im Datumsfenster ein ganzes Register an Emotionen – dargestellt in Form von 31 speziell für diese „Day-Date“ entworfenen Emojis.

Diese für Rolex-Verhältnisse überbordende Kreativität wurde im selben Jahr auch der „Oyster Perpetual“ zuteil – in Form kunterbunter „Bubbles“ auf dem Zifferblatt.
Dass Rolex den 70. Geburtstag der „Day-Date“ ähnlich spektakulär feiern wird, erscheint allerdings eher unwahrscheinlich. Große Jubiläumsinszenierungen gehören traditionell nicht zur DNA der Marke. Ein Facelift hingegen ist absolut vorstellbar.
Bringt Rolex die Milgauss zurück?
Ebenfalls im Jahr 1956 erblickte die „Milgauss“ das Licht der Uhrenwelt. Rolex entwickelte die Uhr speziell für Wissenschaftler und Ingenieure, die in Umgebungen mit starken Magnetfeldern arbeiteten – etwa in Forschungslaboren oder an Teilchenbeschleunigern.

Heute sind auch wir Normalos verstärkt Magnetfeldern ausgesetzt, die längst Teil unseres Alltags sind: Smartphones, Laptops, Induktionskochfelder, Elektromotoren oder Hochspannungsleitungen – in der Summe kann dies den Gang einer mechanischen Uhr empfindlich stören. Eine „Milgauss“ hat also durchaus eine Daseinsberechtigung im Hier und Jetzt – und damit das Potenzial für ein Comeback.
Verstärkt wird diese Vermutung durch ein Patent, das Rolex im vergangenen Herbst angemeldet hat und das die Herstellung von farbigem Saphirglas betrifft. Bereits 2007 gab es eine „Milgauss“ mit grünem Saphirglas – ein Material, das bei keinem anderen Rolex-Modell verwendet wurde. Fortsetzung folgt? Möglicherweise.

Zudem präsentierte Rolex im vergangenen Jahr mit der „Land-Dweller“ eine neue Hemmung: Dynapulse. Sie besteht größtenteils aus Siliziumkomponenten und ist besonders unempfindlich gegenüber Magnetfeldern. Eigenschaften, die geradezu nach einer modernen Interpretation der „Milgauss“ verlangen.
Neue Farben für die Land-Dweller?
Apropos „Land-Dweller“: Im vergangenen Jahr machte Rolex mit dieser neuen Linie Furore. Eine neue Kollektion – und eine neue, innovative Technologie in einer Uhr. Für Rolex mutet das fast wie Aktionismus an.

Das Gesicht der Uhr zeigt sich bislang in Weiß oder Eisblau – und stets mit Wabenstruktur. Diese wird mit einem Femtosekundenlaser geschnitten, der auch zum Ätzen der feinen Linien in den Rillen zwischen den Zellen verwendet wird. Hinzu kommen bekannte Techniken wie Satin- und Sonnenschliff.
Neue Farben für Zifferblatt, Gehäuse und Armband in Bicolor – und schon wäre die neue Rolex-Begehrlichkeit geschaffen.
Kommt die Padellone zurück?
Die Frage, die das auf Rolex fokussierte Coronet Magazine bereits im vergangenen Jahr stellte, ist eigentlich nicht ganz korrekt formuliert. Denn „Padellone“ – der italienische Ausdruck für „große Pfanne“ – war beziehungsweise ist der Spitzname einer seltenen, für ihre Zeit großen (38 mm) Rolex-Automatikuhr (Referenz 8171) aus den frühen 1950er-Jahren.
Sie war mit Vollkalender und Mondphase ausgestattet – Komplikationen, die es im aktuellen Portfolio von Rolex nicht gibt.
Rolex hat jedoch im vergangenen Jahr ein Patent eingereicht, das einen Dreifachkalender mit Tages- und Monatsanzeige bei 12 Uhr sowie einem zentralen Datumszeiger beschreibt – eine Konfiguration, die stark an die „Padellone“ aus den 1950er-Jahren erinnert.
Spätestens der Zusatz „Zusätzlich oder alternativ kann beispielsweise eine Mondphasenanzeige vorhanden sein“ lässt bei Rolex-Spezialisten die Referenz 8171 vor dem inneren Auge erscheinen. Und wie es der „Zufall“ so will, hat Rolex außerdem den Begriff „Padellone“ offiziell als Marke eintragen lassen.
Bis zur Watches & Wonders bleibt all das Spekulation. Wir legen die Kristallkugel daher erst einmal beiseite – und melden uns an dieser Stelle wieder, sobald es belastbare Informationen zu den Rolex-Neuheiten 2026 gibt.






