Parmigiani Fleurier – Tonda PF Chronographe Mystérieux Mineral Blue

Der Name lässt vieles vermuten und macht neugierig. Und Parmigiani Fleurier enttäuscht die Uhrenliebhaber nicht. Auch – oder besser: gerade – weil sich Komplexität bei der Schweizer Manufaktur stets subtil und elegant äußert.

Den Grundstein für die Zeit-Philosophie von Parmigiani Fleurier legte Gründer Michel Parmigiani. Einen Großteil seines Lebens widmete er der Restaurierung einiger der komplexesten uhrmacherischen Kreationen aller Zeiten. Jede Restaurierung – Zerlegen, Analysieren, Wiederaufbauen – wurde für ihn zu einem Akt des Verstehens.

Unter der Oberfläche großer Komplikationen suchte er nach der inneren Logik: den Beschränkungen, die sie formten, und dem Einfallsreichtum, der sie überwand.

Der heutige Parmigiani-Fleurier-Geschäftsführer Guido Terreni nennt dieses Prinzip „unaufdringliche Uhrmacherkunst“ beziehungsweise „Rich Minimalism“.

„Dieser hat eine sehr geordnete, elegante und schlichte Wirkung und ist zugleich reich an feinen Details. Bei all dem geht es immer um eine uhrmacherische Herangehensweise an das Design. Das war und ist der Auftrag an unser Designteam“, erläutert er.

Die Tonda PF als Ausdruck des „Rich Minimalism“

Eine Kollektion, die diese Auffassung besonders gut symbolisiert, ist die 2021 zum 25. Jubiläum der Manufaktur eingeführte „Tonda PF“. Deren Reduktion optischer Komplexität bei gleichzeitiger funktionaler Verfügbarkeit zeigt auch die neue „Tonda PF Chronographe Mystérieux Mineral Blue“, die Parmigiani Fleurier nun zum 30-jährigen Bestehen präsentiert.

Der Chronograph als gestalterische Herausforderung

Kein einfaches Unterfangen. Denn dieses Streben nach ästhetischer Schlichtheit trifft hier auf einen der am stärksten kodifizierten Mechanismen der Uhrmacherei: den Chronographen.

Traditionell fragmentiert diese Komplikation das Zifferblatt. In der Regel finden sich mindestens zwei Hilfszifferblätter – visuell entsteht Dynamik, oftmals sogar Unruhe. Von Zurückhaltung und Subtilität à la Parmigiani Fleurier keine Spur.

Die zentrale Frage lautete daher: Wie lässt sich die vertraute, funktionale Optik eines Chronographen mit einer Designphilosophie vereinbaren, bei der Funktionen erst dann sichtbar werden soll, wenn sie tatsächlich genutzt werden?

Ein Chronograph, der verschwindet

Mit der „Tonda PF Chronographe Mystérieux Mineral Blue“ gelingt es der Marke, die Stoppuhrenfunktion im Ruhezustand vollständig verschwinden zu lassen – und so das charakteristisch ruhige Zifferblattdesign zu bewahren. Im Ergebnis erscheint die Uhr zunächst wie eine elegante Dreizeigeruhr.

Das neue Kaliber PF053

Möglich macht dies das eigens entwickelte Kaliber PF053. Das Manufakturwerk basiert auf einem kinematischen Prinzip, das die Erscheinungslogik der Funktionalität neu interpretiert.

Das integrierte Chronographenwerk mit Säulenrad besteht aus 362 Komponenten, misst lediglich 6,8 Millimeter in der Höhe und bietet eine Gangreserve von bis zu 60 Stunden. Konzipiert als Monopusher wird die Stoppfunktion ausschließlich über die Krone gesteuert.

Geschützt wird das Werk von einem bis zehn Bar wasserdichten Edelstahlgehäuse mit 40 Millimetern Durchmesser und der charakteristischen gerändelten Platinlünette.

Ein Schwungrotor aus 22-karätigem Roségold mit sandgestrahlten und polierten Oberflächen sowie skelettierte, satinierte Brücken mit handgefassten Kanten prägen das ästhetische Erscheinungsbild des Uhrwerks.

Das Geheimnis des „Mystérieux“-Chronographen

Der funktionale Niederschlag zeigt sich auf dem blauen Zifferblatt mit handguillochiertem Grain-d’Orge-Muster und applizierten Indizes aus 18-karätigem Gold.

Im Ruhezustand präsentiert sich diese neue „Tonda PF“ als schlicht schöne Dreizeiger-Uhr mit Stunden- und Minutenzeiger aus 18-karätigem Gold. Diese treten allerdings erst in Erscheinung, wenn der integrierte Monopusher bei 7.30 Uhr betätigt wird und die über den Stunden- und Minutenzeigern befindlichen rhodinierten Chronographenzeiger in Aktion treten. Gleichzeitig wechselt der zentrale Sekundenzeiger in den Chronographen-Modus. Die gemessene Zeit entfaltet sich nun großflächig über das gesamte Zifferblatt.

Ein erneuter Druck stoppt die Messung. Beim dritten Betätigen kehren die Chronographenzeiger exakt in ihre Ausgangsposition oberhalb der Stunden- und Minutenzeiger zurück, während der Sekundenzeiger wieder seine ursprüngliche Funktion übernimmt.

Voilà: Die Chronographen-Komplikation verschwindet – und die Uhr verwandelt sich erneut in eine klassische Dreizeigeruhr.

Damit folgt die Neuheit dem Prinzip der übereinanderliegenden Zeiger, das bereits die 2022 vorgestellte „Tonda PF GMT Rattrapante“ eindrucksvoll demonstrierte.

Für Guido Terreni liegt darin mehr als nur technische Raffinesse:

„Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Uhrmacherei Emotionen wecken muss: eine Geste, die einen unerwarteten Moment auslöst. Drei Zeiger, die sich treffen und dann verschwinden. Es ist nicht bloß eine hohe Komplikation; es ist eine lebendige Interaktion. Reinheit wird nie erreicht – sie ist eine Suche: das Streben nach einer Komplexität, die so perfekt beherrscht wird, dass sie letztendlich ‚verschwindet‘.“

parmigiani.com

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