Völlig losgelöst – IWC Schaffhausen präsentiert die Pilot’s Venturer Vertical Drive

IWC Schaffhausen hat mit der „Pilot’s Venturer Vertical Drive“ eine Armbanduhr vorgestellt, die gezielt für den Einsatz in der bemannten Raumfahrt konzipiert wurde.

Chris Grainger-Herr, CEO von IWC Schaffhausen erklärt:

„Als unsere Engineering-Division XPL die ‚Pilot’s Venturer Vertical Drive‘ entwickelte, modifizierte sie nicht einfach ein bestehendes Uhrendesign für den Einsatz im Weltraum. Sie begann bei null und definierte grundlegend, was eine Tool Watch für Astronauten im Hinblick auf Funktionalität, Bedienbarkeit, Zeitanzeige und Materialausführung bieten muss. Jedes einzelne Detail dieser Uhr wurde konsequent für die besonderen Anforderungen der bemannten Raumfahrt und der Zeitmessung im Weltraum optimiert. Ein entscheidender Schritt war für uns, die fertige Uhr in die erfahrenen Hände echter Raumfahrtprofis zu geben. Nach strengen Tests durch unseren Partner Vast ist die ‚Pilot’s Venturer Vertical Drive‘ nun die erste Uhr von IWC, die für die Raumfahrt zertifiziert ist.“

Im Unterschied zu klassischen Fliegeruhren verzichtet das Modell vollständig auf eine Krone. Stattdessen erfolgt die Bedienung über ein zum Patent angemeldetes Drehlünettensystem, über das sämtliche Funktionen gesteuert werden können.

Ergänzend ermöglicht ein Kippschalter an der Gehäuseflanke den Wechsel zwischen den verschiedenen Funktionen wie etwas das Aufziehen des Uhrwerks und dem Einstellen der Heimat- oder Missionszeit. Die Konstruktion soll sicherstellen, dass sich die Uhr auch im Raumanzug und mit Handschuhen bedienen lässt.

Das bis zehn bar wasserdichte Gehäuse (44,3 x 16,7 mm) besteht aus Zirkonoxid-Keramik und Ceratanium, einer von IWC entwickelten Titanlegierung mit erhöhter Oberflächenhärte. Diese Materialkombination ist auf Widerstandsfähigkeit gegenüber Vibrationen, Druckveränderungen und extremen Temperaturen ausgelegt. Die Uhr wurde in Zusammenarbeit mit dem Raumfahrtunternehmen Vast getestet und für Missionen zur geplanten Raumstation Haven-1 zertifiziert.

Das Zifferblatt ist bewusst reduziert gestaltet, um die Ablesbarkeit zu verbessern. Neben der zentralen Zeitanzeige verfügt die Uhr über einen 24-Stunden-Zeiger, der als Referenzzeit für Missionen dient und sich an GMT beziehungsweise UTC orientiert. Zusätzlich lässt sich eine zweite Zeitzone einstellen. Bei 3 Uhr befindet sich außerdem eine Datumsanzeige.

Diese Formate behalten den vertrauten 24-Stunden-Rhythmus der Erdzeit bei, sodass die Besatzung im Weltraum einen gleichbleibenden Tagesablauf mit klar definierten Arbeits- und Schlafzeiten einhalten kann.

Im Inneren arbeitet das neu entwickelte Manufakturkaliber 32722 mit automatischem Aufzug und einer Gangreserve von 120 Stunden. Die Uhr kann entweder mit der integrierten Schwungmasse oder durch Drehen der Lünette gegen den Uhrzeigersinn aufgezogen werden. Dieses hybride Aufzugssystem gewährleistet einen effizienten Betrieb sowohl auf der Erde als auch in Umgebungen mit Mikrogravitation oder Schwerelosigkeit.

Vor der Zertifizierung wurde das Modell umfangreichen Belastungstests unterzogen. Dazu zählten unter anderem Vibrationstests mit Beschleunigungen von bis zu 10 g, wie sie beim Raketenstart auftreten können.

Kelton Temby, Senior Mission Manager bei Vast, erläutert: „Jeder Gegenstand, der zur Haven-1, der weltweit ersten kommerziellen Raumstation, transportiert wird, muss gründliche Tests und Qualifizierungen durchlaufen. Dies soll sicherstellen, dass er den Startbedingungen standhält und weder der Besatzung noch der Station Schaden zufügt. Im Fall der Uhr haben wir insbesondere auch überprüft, ob sie nach jedem Test weiterhin korrekt funktioniert, einschließlich Aufziehen und Zeiteinstellung mithilfe des Drehlünettensystems.“

(UVP 28.600 €)

iwc.com

Suchbegriff eingeben und Enter drücken