Piaget Glow: Drei Ringe und die Kunst der Oberfläche

Mit Piaget Glow konzentriert sich die Schweizer Maison auf eine ihrer ältesten gestalterischen Stärken: Gold nicht nur als Material, sondern als formbare Oberfläche zu behandeln. Die neue Kapselkollektion umfasst drei breite, skulpturale Ringe in Rosé-, Gelb- und Weißgold. Diamanten setzen Akzente, doch im Mittelpunkt stehen Gravur, Textur und Bewegung.

Drei Piaget-Glow-Ringe in Roségold, Gelbgold und Weißgold
Drei Goldtöne, drei unterschiedliche Oberflächen: die Ringe der Piaget-Glow-Kollektion.

Drei Goldtöne, drei Handschriften

Die drei Modelle sind nicht bloß farbliche Varianten eines Entwurfs. Piaget gibt jedem Goldton eine eigene Oberflächenstruktur und damit einen eigenen Charakter. Der Ring aus Roségold trägt das Decor Palace, eine 1961 entwickelte Gravur, deren Linien an die Regelmäßigkeit einer Guillochierung erinnern, dabei jedoch deutlich organischer wirken. Die Vertiefungen brechen das Licht und lassen die massive Form beweglicher erscheinen; einzelne Diamanten sind in die Struktur eingebunden.

Beim Gelbgold setzt Piaget auf ein dichteres, an Schuppen erinnerndes Muster. Auch hier folgen die Diamanten nicht der Logik eines klassischen zentralen Steinbesatzes, sondern werden Teil des Reliefs. Die Weißgold-Version ist kühler und grafischer angelegt: Asymmetrische, wellenartige Kurven ziehen sich über den Ring und lösen seine klare Kontur optisch auf.

Piaget-Glow-Ringe mit Diamanten und unterschiedlichen Goldoberflächen
Rosé-, Gelb- und Weißgold werden bei Piaget Glow jeweils anders bearbeitet.

Der Diamant bleibt Akzent

Bemerkenswert ist, dass Piaget trotz der großzügigen Ringformen nicht auf maximale Steinwirkung setzt. Die Diamanten strukturieren die Oberfläche, statt sie zu dominieren. Dadurch entsteht Schmuck, dessen Wirkung stärker aus dem Wechsel zwischen polierten, gravierten und gefassten Partien kommt als aus der Größe einzelner Steine.

Gefertigt werden die Ringe in den Ateliers de l’Extraordinaire. Der Name klingt programmatisch, entscheidend ist jedoch die handwerkliche Idee dahinter: Techniken aus der Haute Joaillerie werden in eine kompakte Kollektion übertragen, die weniger zeremoniell und stärker auf das tägliche Tragen ausgerichtet ist.

Piaget-Glow-Ring in einem Kampagnenmotiv
Die Kampagne setzt die plastische Oberfläche der Ringe in Szene. Foto: Chris Colls.

Eine Linie zurück in die eigene Geschichte

Piaget Glow knüpft an die 2016 vorgestellte Schmuckwelt Extremely Piaget an. Zugleich fügt sich die Kollektion neben etablierten Linien wie Possession, Piaget Rose und Piaget Sunlight ein. Anders als diese setzt Glow jedoch weniger auf ein leicht wiedererkennbares Symbol als auf die unmittelbare Wirkung des bearbeiteten Metalls.

Historisch ist diese Ausrichtung plausibel. 1957 entschieden Gérald und Valentin Piaget, stärker mit Edelmetallen zu arbeiten; im Kanton Genf entstand eine eigene Gießerei. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte das Haus eine eigenständige Goldschmiedesprache, in der Uhren und Schmuck häufig ineinander übergingen. Die beweglichen Possession-Ringe von 1990 machten später aus Bewegung selbst ein Markenzeichen.

Schmuckmotiv der Piaget-Glow-Kollektion
Piaget überträgt Goldschmiedetechniken aus der eigenen Geschichte in eine kompakte Ringkollektion.

Oberfläche als Gestaltung

Glow führt diese Tradition zeitgemäß fort. Die drei Ringe sind präsent, ohne allein von Volumen zu leben. Ihr eigentliches Thema ist die Oberfläche: Gold wird geschnitten, graviert, modelliert und mit Diamanten rhythmisiert. Damit erinnert Piaget daran, dass die Identität eines Schmuckstücks nicht zwingend an einem großen Stein oder einem weithin sichtbaren Logo hängen muss.

Für die Kampagne wurde das Model Małgosia Bela von Chris Colls fotografiert. Die Nahaufnahmen greifen die Idee der Kollektion auf und stellen die Verbindung von Haut, Licht und reliefartig bearbeitetem Gold in den Vordergrund.

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