Die Kunst der Zeit – Patek Philippe in Mailand

Am 2. Oktober eröffnete Patek Philippe in Mailand die „Watch Art Grand Exhibition 2026“ – und macht Geschichte, Handwerk und Gegenwart einer der bedeutendsten Uhrenmanufakturen der Welt erlebbar. Damit zeigt Patek Philippe zugleich, wie groß die kulturelle Bedeutung der hohen Uhrmacherkunst heute ist.

INSIGHT-LUXURY war vor Ort und hat sich umgesehen.

Das CityOval Milano

Das CityOval liegt nicht unmittelbar im Zentrum Mailands und auch nicht an einer der großen Einkaufsstraßen. Für eine Ausstellung dieser Dimension ist die Location dennoch nahezu ideal: großzügig, stilvoll und weitläufig, ohne überdimensioniert zu wirken.

Schon beim Betreten des ehemaligen Palazzo delle Scintille, heute CityOval Milano, setzt Patek Philippe ein starkes Zeichen. Im Zentrum steht eine rund neun Meter hohe Glasskulptur des Genfer Jet d’Eau – eines der markanten Wahrzeichen Genfs. Sie holt Genf nach Mailand und bildet zugleich den Mittelpunkt der gesamten Ausstellung.

Die 9m hohe Glasinstallation des Jet d’Eau bildet das Zentrum der Ausstellungsfläche.

Die einzelnen Bereiche folgen dem Oval des Gebäudes. Rund um den Jet d’Eau öffnet sich ein großzügiger Bereich für Begegnung, Austausch und eine Pause zwischen den einzelnen Stationen. Durch drei separate Durchgänge gelangt man in die drei Hauptstationen der Ausstellung: Der erste ist das Patek Philippe Museum, der zweite die aktuelle Welt und der dritte widmet sich ganz der Manufaktur, den technischen Höchstleistungen der Manufaktur: den Werken, den Patenten und den Fähigkeiten.

Wer die Uhrenbranche seit vielen Jahren begleitet, hat einiges gesehen. Doch Umfang, Inhalt und Ausstattung dieser Ausstellung suchen ihresgleichen und sind beeindruckend.

Eine Ausstellung, die bis ins Detail erzählt

Patek Philippe hat innerhalb des CityOval eine vollständig eigene Ausstellungsarchitektur aufgebaut. Jeder Bereich folgt einem klaren Thema, und die Gestaltung reicht vom Raum selbst bis zur einzelnen Vitrine.

Die Zugänge zu zwei der drei Ausstellungsbereicheim Oval der Halle.

Der Museumsbereich wirkt bewusst klassischer und zurückhaltender. Andere Räume sind deutlich moderner inszeniert. Besonders der Bereich rund um Produktion und Uhrwerke übersetzt technische Themen in eine zeitgemäße Umgebung.

Auch die Präsentation der aktuellen Kollektion folgt diesem Prinzip. Sowohl von außen als auch von innen ist dieser Bereich dem Patek Philippe Salon in Genf an der Rue du Rhône nachempfunden – einschließlich eines Fensters, das den Blick auf Stadt und See freigibt, ganz so als wäre man tatsächlich dort.

Mit Blick auf Genf: Ausstellungsraum für die zeitgenössische Kollektion auf der Watch Art Grand Exhibition.

Das Storytelling funktioniert dabei nicht über große Erklärungen, sondern über Räume, Materialien, Licht, Objekte und Übergänge. Geschichte, Technik und Handwerk werden nicht nebeneinandergestellt, sondern miteinander verbunden.

Von Genf nach Mailand

Seit 2012 bringt Patek Philippe seine Watch Art Grand Exhibitions in internationale Metropolen. Nach Dubai, München, London, New York, Singapur und Tokio ist Mailand die siebte Station und die erste in Italien.

Mit knapp 2.900 Quadratmetern, 15 Themenbereichen und mehr als 500 Uhren, Uhrwerken und Objekten ist sie zugleich die bislang größte Ausgabe. Allein 152 Modelle der aktuellen Kollektion sind zu sehen, dazu zahlreiche historische Stücke und 21 Uhren im Bereich „Master of Sound“.

Doch Zahlen allein beschreiben die Dimension nur unzureichend. Noch eindrucksvoller ist, wie selbstverständlich sich die einzelnen Bereiche ineinanderfügen. Man bewegt sich durch eine Abfolge unterschiedlicher Welten und verliert dabei nie den Zusammenhang.

Uhrmacherei nicht nur hinter Glas

Ein wesentlicher Teil der Ausstellung widmet sich den Menschen hinter den Uhren. Uhrmacher demonstrieren ihre Arbeit vor Ort. Ebenso lassen sich Kunsthandwerker bei traditionellen Techniken beobachten: Emailmalerei, Gravur, Guillochieren oder Edelsteinfassen.

Begriffe, die in der Haute Horlogerie häufig verwendet werden, bekommen damit eine andere Bedeutung. Man sieht unmittelbar, welcher Aufwand und welche Fähigkeiten hinter einzelnen Details stecken.

Gerade bei diesen traditionellen Techniken geht es Patek Philippe nicht nur darum, besonders aufwendige Stücke zu schaffen. Die Manufaktur hält damit auch Fähigkeiten am Leben, die heute nur noch von wenigen beherrscht werden.

Auch die technischen Seiten der Manufaktur erhalten viel Raum. Werke, Komponenten und Fertigungsschritte werden ebenso gezeigt wie große und allergrößte Komplikationen. Ein eigener Bereich widmet sich Schlagwerken und Minutenrepetitionen.

Technische Zeichnungen des Kalibers 300 GS AL 36-750 QIS FUS IRM, des hochkomplexen Uhrwerks der Patek Philippe Grandmaster Chime. Die Darstellung gibt Einblick in Konstruktion, Komponenten und die technische Entwicklung eines der aufwendigsten Werke der Manufaktur.

Eine Geschichte, die besonders beeindruckt

Ebenso eindrucksvoll wie die Ausstellung selbst ist die Geschichte von Patek Philippe.

Calibre 89: Zum 150-jährigen Jubiläum von Patek Philippe im Jahr 1989 geschaffen, vereint die Taschenuhr 33 Komplikationen und galt bei ihrer Vorstellung als eine der komplexesten mechanischen Uhren der Welt. Das Calibre 89 vereint 33 Komplikationen – darunter Tourbillon, ewigen Kalender, Sternzeit, Sonnenauf- und -untergang, Minutenrepetition, Grande und Petite Sonnerie, Schleppzeiger-Chronograph sowie die Berechnung des Osterdatums.

Natürlich kennt man viele Stationen dieser Geschichte, wenn man sich länger mit Uhren beschäftigt. In Mailand werden sie jedoch so zusammengeführt, dass Zusammenhänge neu sichtbar werden.

Historische Patek-Philippe-Stücke, die eigens aus dem hauseigenen Museum nach Mailand gebracht wurden, werden zunächst in den größeren Zusammenhang früher Formen der Uhrmacherei eingeordnet – auch hier mit zahlreichen Original-Exponaten. Von dort folgt die Ausstellung der Entwicklung über verschiedene Epochen und technische Fortschritte hinweg bis zu den heutigen Werken und Komplikationen der Manufaktur.

Bild 1: Historische Taschenuhr mit großen Komplikationen für Henry Graves Jr., Patek Philippe, Genf. Das Werk von Victorin Piguet & Cie stammt aus dem Jahr 1919, das Gehäuse von 1921. Bild 2: Historische Schmuck- und Formuhren im Museumsbereich der Ausstellung. Im Zentrum die Anhängeuhr „The Melon“, Genf, um 1820, mit einem Werk von Piguet & Meylan.

Italien als Teil der Ausstellung

Mailand ist nicht nur Veranstaltungsort. Für die Watch Art Grand Exhibition hat Patek Philippe 25 Rare-Handcrafts-Arbeiten geschaffen, deren Motive Italien aufgreifen. Mailand, Venedig, die Toskana, Neapel, Capri, Apulien oder Sizilien werden mit traditionellen Techniken interpretiert.

Sieben speziell für Mailand aufgelegte Uhren.

Die Bandbreite reicht von einer Aquanaut aus Stahl über Calatrava und Ewigen Kalender bis zu Minutenrepetitionen und Weltzeituhren. Zwei World Time Minute Repeaters zeigen das Zentrum Mailands auf Cloisonné-Emailzifferblättern bei Tag beziehungsweise bei Nacht.

Die beiden World Time Minute Repeater Ref. 5531G-012 und 5531G-013 zeigen Mailand auf Cloisonné-Emailzifferblättern bei Tag und bei Nacht. Beide Modelle verbinden Weltzeit und Minutenrepetition und sind jeweils auf fünf Exemplare limitiert.
Drei der Mailand-Sondermodelle der Watch Art Grand Exhibition 2026: links der Ewige Kalender Ref. 7147G-010 mit grünem Zifferblatt, oben die Calatrava Ref. 7007G-010 und rechts die Minutenrepetition Ref. 7047G-010 mit rotem Zifferblatt.

Die technisch wichtigste Premiere ist die Ref. 5978P-010. Für sie verbindet Patek Philippe erstmals sein Handaufzug-Chronographenwerk mit einem augenblicklich schaltenden Ewigen Kalender.

Patek Philippe Ref. 5978P-010 . Bild: Patek Philippe

Die neue Gondolo Ladies First

Die Präsentation der neuen Gondolo Ladies First auf der Watch Art Grand Exhibition 2026 in Mailand

Mit der Ausstellung verbindet Patek Philippe zugleich ein neues Kapitel seiner Damenuhren: die Gondolo Ladies First. Ausgangspunkt ist der Ladies First Chronograph von 2009, dessen Formensprache nun moderner und farbiger interpretiert wird. Charakteristisch sind das kissenförmige Gehäuse mit weich gerundeten Konturen, bewegliche Bandanstöße und eine klare Art-déco-Anmutung.

Die Linie umfasst sechs Modelle in Weißgold, Roségold sowie einer Kombination beider Goldtöne. Drei Varianten sind stärker als Schmuckuhren ausgeführt; die aufwendigsten Versionen tragen insgesamt 687 Brillanten und zusätzlich zwölf trapezgeschliffene Topase als Stundenindizes. Allen Modellen gemeinsam ist das Quarzkaliber E15, das Patek Philippe mit demselben Anspruch an Verarbeitung und Finissierung versieht wie die mechanischen Werke der Manufaktur.

Bild 1: Patek Philippe Gondolo Ladies First Ref. 7043G-001 in Weißgold mit blau-grauem opalinem Zifferblatt und farblich abgestimmtem Kalbslederband mit Denimstruktur. Das 31 × 34,8 mm große Gehäuse besitzt die charakteristische kissenförmige Gondolo-Form; die Zifferblattlünette ist mit 108 Diamanten besetzt. Bild 2: Patek Philippe Gondolo Ladies First Ref. 7043GR-001 in Weiß- und Roségold mit silbrig-opalinem Zifferblatt und beigefarbenem Kalbslederband. Roségoldene Details an Krone, Bandanstößen und Zifferblatt setzen den Kontrast; auch hier fasst die Lünette 108 Diamanten.

Begleitet wird die Einführung von der neuen Kampagne „I AM. I WEAR.“. Sie soll weniger eine klassische Produktbotschaft transportieren als Selbstverständnis und Eigenständigkeit betonen: Die Uhr wird nicht über Anlass oder Status definiert, sondern über die Frau, die sie trägt.

Anders als die sieben speziell für Mailand aufgelegten Referenzen ist die Gondolo Ladies First keine Limited Edition für Italien, sondern Teil der regulären Kollektion und international erhältlich.

Mehr als eine Markenausstellung

Vielleicht ist genau das der entscheidende Punkt. Patek Philippe zeigt in Mailand nicht einfach Kollektionen und auch nicht nur seine Geschichte. Die Manufaktur schafft eine eigene Welt, in der Produkt, Handwerk, Technik und Historie miteinander verbunden werden.

Dabei bleibt die Uhr immer im Mittelpunkt. Patek Philippe braucht dafür keine große Inszenierung um Personen oder prominente Markenbotschafter. Die Marke erzählt sich über ihre Produkte, ihre Herkunft und über das, was hinter ihnen steht.

Und sie tut das in einer Konsequenz, die selbst für eine Branche bemerkenswert ist, die aufwendige Präsentationen gewohnt ist.

Vielleicht liegt genau darin liegt das Besondere dieser Ausstellung: Sie lässt verstehen, weshalb Uhren wie jene von Patek Philippe nicht allein als Luxusobjekte betrachtet werden können, sondern auch als Ausdruck einer über Jahrhunderte entwickelten Handwerks- und Kulturgeschichte.

Damit erschließt sich auch der Name der Ausstellung „Watch Art Grand Exhibition“. „Art“ steht hier nicht nur für die zahlreichen kunsthandwerklichen Techniken, die Patek Philippe pflegt. Der Begriff verweist zugleich auf den Anspruch, Uhrmacherei als kulturelle Leistung zu vermitteln – dort, wo technisches Können, Gestaltung, Handwerk und Geschichte zusammenkommen und Uhrmacherei als Kunstform verständlich wird.

Die Watch Art Grand Exhibition zeigt damit auch, welche Wirkung entstehen kann, wenn eine Marke ihre Geschichte nicht nur erzählt, sondern erlebbar macht.

Noch bis zum 18. Oktober 2026 ist die Ausstellung im CityOval in Mailand geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos.

Mehr dazu und Eintritt: https://www.patek.com/en/manufacture/inside-patek-philippe/watch-art-grand-exhibitions/milan

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