Konsumstimmung trübt sich vor dem Weihnachtsgeschäft ein
HDE-Konsumbarometer fällt im Oktober deutlich – Anschaffungsneigung und Einkommenserwartungen geben nach
Die Hoffnung auf eine spürbare Belebung des privaten Konsums zum Jahresende bekommt einen Dämpfer. Das HDE-Konsumbarometer ist im Oktober deutlich gefallen. Damit setzt sich die schwache Verbraucherstimmung fort – trotz zuletzt etwas positiverer Signale für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung.
Besonders relevant für den Handel ist die rückläufige Anschaffungsneigung. Sie belastet die Erwartungen für das vierte Quartal und damit auch für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft. Zugleich liegen die aktuellen Werte deutlich unter dem Vorjahresniveau.
Weniger Zuversicht bei Einkommen und Konjunktur
Auch die Einkommenserwartungen der Verbraucher haben sich spürbar verschlechtert. Gleichzeitig gehen viele Befragte davon aus, dass ihr verfügbares Einkommen sinken wird. Als Belastungsfaktoren nennt der HDE vor allem gestiegene Energie- und Kraftstoffpreise. Hinzu kommt die Erwartung weiter steigender Inflation.
Bemerkenswert ist dabei die Diskrepanz zwischen Konsumenten und gesamtwirtschaftlicher Einschätzung: Während Forschungsinstitute und Unternehmen zuletzt etwas zuversichtlicher auf die Konjunktur blickten, verschlechtern sich die Erwartungen der Verbraucher erneut.
Ein kleiner positiver Aspekt bleibt: Die Sparneigung soll nach Einschätzung der Befragten in den kommenden Wochen zumindest nicht weiter steigen. Das ändert jedoch wenig daran, dass sich aktuell keine Belebung des privaten Konsums abzeichnet.

Schwierigeres Umfeld für höherpreisige Anschaffungen
Für den Schmuck- und Uhrenhandel ist vor allem die Entwicklung der Anschaffungsneigung relevant. Uhren und Schmuck gehören häufig zu geplanten, aufschiebbaren Käufen. Sinkende Einkommenszuversicht und höhere laufende Kosten können deshalb gerade im mittleren Preissegment zu mehr Zurückhaltung führen.
Das bedeutet nicht zwangsläufig einen Einbruch im Weihnachtsgeschäft. Wohl aber steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Kaufentscheidungen selektiver getroffen werden. Markenstärke, konkrete Anlässe, nachvollziehbarer Produktwert und persönliche Beratung dürften damit noch stärker darüber entscheiden, ob aus Interesse tatsächlich ein Kauf wird.
Das gilt besonders für ein Marktumfeld, in dem nominale Umsätze durch höhere Preise gestützt werden können, während die reale Nachfrage gleichzeitig verhalten bleibt.
Weihnachtsgeschäft ohne Rückenwind
Das Oktober-Barometer ist kein Umsatzindikator, sondern misst die Erwartungen der Verbraucher für die kommenden drei Monate. Gerade deshalb ist der aktuelle Rückgang ein wichtiges Signal: Der Handel startet ohne konjunkturellen Rückenwind in die wichtigste Verkaufsphase des Jahres.
Für die kommenden Wochen wird daher entscheidend sein, ob sich die Unsicherheit bei Einkommen und Preisen wieder etwas legt – oder ob die schwache Anschaffungsneigung bis in das Weihnachtsgeschäft hinein anhält






