Jewellery Trends Europa – Winter 25/26
Im Herbst/Winter 2025 zeigt sich die europäische Schmuckwelt von ihrer farbfreudigen und selbstbewussten Seite. Farbedelsteine lösen zunehmend den klassischen Weißdiamanten als zentrales Stilmittel ab, während opulente Ohrringe, mehrlagige Ketten und skulpturale Formen zum sichtbaren Ausdruck individueller Haltung werden. Parallel gewinnt hochwertiges Vintage-Design und verantwortungsvoll produzierter Schmuck weiter an Bedeutung – ein Zusammenspiel aus Ästhetik, Wiederentdeckung und bewusstem Konsum, das den Stil der kommenden Monate prägen wird.

Statement-Ohrringe: Skulptur statt Beiwerk
Überdimensionierte Formen, grafische Silhouetten und bewusst überzeichnete Proportionen dominieren die europäischen Laufstege und Street-Style-Looks. Die neuen Ohrringe sollen nicht ergänzen, sondern führen: geschwungene Volumen, asymmetrische Designs und fließende Metalloberflächen setzen selbst über Rollkragen und schwere Wintermaterialien hinweg klare Akzente. Die Tendenz zeigt: Schmuck wird erzählerischer, emotionaler und gleichzeitig mutiger.




Ohrringe (v.l.n.r.) Bernd Wolf, Brusi, Alcoro und Piaget
Layering als Stilkonzept: Ketten in mehreren Ebenen
Während einzelne Statement-Pieces Aufmerksamkeit erzeugen, bleibt zugleich das Layering ein Kernstil im Alltag. Feine Goldketten treffen auf gewagte Gliederketten, Perlenstränge oder Anhänger mit symbolischer Bedeutung. Entscheidend ist die Textur. Der Mix soll bewusst unvollkommen wirken und mit Strick, Wolle und strukturierten Stoffen harmonieren – ein Trend, der sich besonders auf den Märkten in Paris, London und Kopenhagen durchsetzt.


Schmuck von Bucherer Fine Jewellery und Binder Jewellery
Farbedelsteine: Wärme, Charakter und ein Hauch Nostalgie
Citrin, Granat, Peridot und London Blue Topas prägen die Saison. Sie bringen Wärme in winterliche Looks und verleihen sowohl klassischen als auch avantgardistischen Designs eine neue Tiefe. Viele europäische Designer arbeiten zudem mit weniger traditionellen Schliffen, was den Steinen zusätzliche Modernität verleiht. Der Trend knüpft an die wachsende Nachfrage nach Farbe an – und an eine gewisse Vintage-Romantik, die sich bereits Anfang des Jahres abzeichnete.






Oben: Ringe von Richard Hans Becker, Bulgari, Nanis – Unten: Nanis, Pasquale Bruni, Tamara Comolli
Bewusster Luxus: Nachhaltigkeit wird zum Standard
Recycelte Edelmetalle, transparente Lieferketten und ressourcenschonende Herstellungsprozesse sind kein Nischenthema mehr, sondern werden zunehmend zum neuen Standard der europäischen Schmuckproduktion. Marken setzen verstärkt auf zertifizierte Materialien und langlebige Designs, die bewusst gegen Schnelllebigkeit positioniert sind. Auch das Interesse an hochwertigem Vintage-Schmuck steigt: Wiederverwendung wird zu einem aktiven Statement für Stil und Verantwortung.

Architektur & organische Linien: Neuer gestalterischer Minimalismus
Formensprache ist der vielleicht subtilste, aber wirkungsvollste Trend der Saison. Architektonisch inspirierte Schmuckstücke kombinieren klare Linien mit weich modellierten Konturen. Dieser minimalistische Ansatz erzeugt Ruhe und Fokussierung, ohne an Ausdruckskraft zu verlieren. Besonders Ringe und Armreife zeigen diese neue Richtung – eine Balance aus Präzision und organischer Bewegung, die sich gut mit farbigen Edelsteinen kombinieren lässt.






Oben: Cartier Tank mini, Binder Jewellery, Nanis – Unten: Odenwald, Desiree Sielaff, Leo Pizzo






