Die Uhrenmarke Yema setzt verstärkt auf ihre französischen Wurzeln und führt zugleich eine Swiss-Made-Linie ein

Die Uhrenmarke Yema setzt verstärkt auf ihre französischen Wurzeln und führt zugleich eine Swiss-Made-Linie ein

Der Grund für diese vermeintlich widersprüchliche Strategie ist, dass der Hersteller aus dem französischen Morteau seine Manufakturkompetenz ausbaut, aber weiterhin erschwingliche Uhren für eine breite Gruppe an Uhrenliebhabern anbieten wird. Und letztere sind Swiss Made.

Um das zu verstehen – in der Regel gelten ja eher Uhren Schweizer Provenienz als die höherwertige Version ihrer selbst –, gilt es, einen kurzen Blick auf das äußerst dynamische Yema-Jahr 2024 zu werfen, in dem das vom Vater/Sohn-Gespann Pascal und Christopher Bôle Manufaktur-Kurs eingeschlagen haben.

Pascal und Christopher Bôle

2009 übernahm das in Familienbesitz befindliche, 1965 von René Four und Marcelle Bôle gegründete Unternehmen Ambre France mit Sitz in Morteau die Marke Yema. Ziel von Anfang an war es, hauseigene Kaliber zu entwickeln und zu fertigen. Den Anfang macht das MBP1000, ein zuverlässiges Standardkaliber zu einem wettbewerbsfähigen Preis, welches im Laufe der Zeit 250.000-mal hergestellt wurde.

Yema und der Weg zur Manufaktur

2020 tat man sich mit den renommierten Uhrmachern Olivier Mory und Patrick Augereau zusammen und optimierte unter anderem das Räderwerk und das mechanische Schwingsystem. Die neuen Kaliber erhielten die Bezeichnungen Yema2000 (Drei-Zeiger) und Yema3000 (GMT). D

Die Produktion dieser beiden Kaliber hat man nun im Zuge der aktuellen Strategie eingestellt. Doch dazu später mehr.

Denn zuvor investierte man zielstrebig weiter, restaurierte das Gebäude in Morteau und bestückte es mit modernen Maschinen und Produktionslinien.

Blick auf Morteau

Ergebnis: Seit 2023 entstehen hier die Calibre Manufacture Morteau – kurz CMM. Diese sind mit Schweizer Regulierorgan ausgestattet, während die Grundplatinen und Brücken von Yema hergestellt werden.

Das erste Manufakturkaliber war das CMM.20, welches zugleich das erste französische Mikrorotor-Uhrwerk ist. Noch im selben Jahr folgte das Tourbillon-Kaliber CMM.30 mit Gezeitenkomplikation.

In 2024 kam schließlich das CMM.10 auf den Markt, ein von Grund auf neu entwickeltes Drei-Zeiger-Kaliber mit chronometrischer Präzision und 70 Stunden Gangreserve, entworfen und entwickelt von YEMA.

Nach drei Jahren tiefgreifender Transformation ist der strategische Wandel hin zur Manufaktur abgeschlossen, teilen Pascal und Christopher Bôle stolz mit. Doch fertig sind noch lange nicht und haben bereits mit der Umsetzung ihrer Visionen für das Jahr 2025 begonnen.

Yema und die Visionen für 2025

Für das laufende Jahr hat man in Morteau große Pläne. So will man durch die Einführung der ISO 9001-Zertifizierung die Arbeitsabläufe und somit die Qualität weiter optimieren. Ganz oben auf der Liste steht außerdem die Entwicklung neuer uhrmacherischer Komplikationen, die Straffung der Kollektion, die sofortige Lieferfähigkeit sowie ein Upgrade des Kundenbindungsprogramms.

„Wristmaster Slim CMM.20 Limited Edition”

„Die niedrigen Rücklaufquoten im Kundendienst sowie die hervorragende chronometrische Leistung der ersten Kaliber-Serien haben uns dazu veranlasst, die gesamten Produktionskapazitäten auf unsere neue Manufakturkaliber-Reihe auszurichten“, betont Yema.

„Wristmaster Slim CMM.20”

Darüber hinaus – und damit kommen wir zum Swiss-Made-Plan – wird eine neue Kollektion ausgerollt, ausgestattet und gefertigt in der Schweiz. Diese Ergänzung ist preislich unterhalb des wachsenden Manufaktur-Portfolios angesiedelt und erlaubt dank der Verwendung von Sellita-Werken auch den Vor-Ort-Service in wichtigen Auslands-Märkten wie den USA.

„Superman Swiss Edition”

Ziel ist, eine „zugängliche Uhrenmarke“ zu bleiben, denn das Preissegment der Yema2000- und Yema3000-Modelle wird nicht aufgegeben, sondern nun durch die Swiss-Made-Kollektion repräsentiert.

Denn im Zuge dieser Strategie wird die Produktion der Kaliber Yema2000 und Yema 3000 eingestellt. Lagerbestände werden jedoch noch aufgebraucht. Die Herstellergarantie dieser und bereits gefertigter Modelle mit diesen Werken bleibt selbstverständlich unverändert, betont das Unternehmen. Gleiches gilt für den Kundenservice und die Wartung.

„Während wir uns in erster Linie auf die Produktion unserer französischen Manufakturkaliber konzentrieren, werden wir ab 2025 die Yema2000/3000-Modelle schrittweise durch neue Modelle ersetzen, die mit generischen Schweizer Kalibern ausgestattet sind. Damit sich unser Uhrmacherteam voll und ganz auf die Produktion unserer französischen Manufakturkaliber konzentrieren kann, sind wir eine Partnerschaft mit einem Schweizer Uhrenhersteller eingegangen, der nur wenige Kilometer von unseren Werkstätten in Morteau entfernt ansässig ist. Dieser neue strategische Partner wird die Herstellung und Montage zukünftiger Yema-Modelle mit Schweizer Kalibern übernehmen.

„Auf zu einem neuen Kapitel.“

Pascal und Christopher Bôle

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