Hermès trotzt der Luxusflaute
Während Richemont, LVMH, Kering und die Swatch Group gerade mit der schwachen Nachfrage vor allem in China zu kämpfen haben, meldet der französische Luxusgüterkonzern für das 1. Halbjahr 2025 ein solides Plus bei Umsatz und Gewinn.
Der Umsatz in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres betrug 8 Milliarden € und damit 8,1 Prozent (bei konstanten Wechselkursen) mehr als im 1. Halbjahr 2024. Der operative Gewinn legte um 6 Prozent auf 3,33 Milliarden € zu, etwas mehr, als die Analysten erwartet hatten.
Hermès-Umsätze steigen weltweit
Zudem entwickelten sich die Umsätze in allen Regionen positiv, einschließlich des asiatisch-pazifischen Raums: Europa (+11 %), Japan (+16 %), Asia-Pacific (ohne Japan) (+3 %), Americas (+11,7 %), Andere (+17,2 %).
Aber auch für Hermès ist China derzeit ein kritischer Markt, in dem noch keine nachhaltige Erholung spürbar sei, wie Vorstandschef Axel Dumas bei der Präsentation der Halbjahreszahlen bestätigte: „Viele Kunden agieren im ‚Wait-and-see‘-Modus. Der Immobilienmarkt, die Börse, die Geopolitik – das alles drückt auf die Konsumlaune.“
Nicht alle Produktbereiche entwickeln sich positiv
Bis auf zwei Ausnahmen verzeichneten alle Produktbereiche im 1. Halbjahr 2025 wachsende Umsätze: Leder- & Sattlerwaren (+12 %), Konfektionsbekleidung & Accessoires (+6 %), Seide & Textilien (+4 %), Schmuck & Heim (+10 %), Parfüm & Kosmetik (-4 %).
Ausweitung der Uhrenproduktion trotz Umsatzrückgang
Das Segment Uhren bescherte Hermès ein Minus von 8 Prozent in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres. Dennoch weitet der Konzern seine Produktionskapazitäten im Bereich Uhren deutlich aus. Bis 2028 sollen die Erweiterungsarbeiten in Noirmont abgeschlossen sein.

Axel Dumas, Executive Chairman von Hermès, sagte bei der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen:
„Die soliden Ergebnisse des ersten Halbjahres in allen Regionen spiegeln die Stärke des Hermès-Modells wider. Ich möchte allen unseren Kunden für ihr Vertrauen und allen unseren Mitarbeitern für ihr Engagement danken. Wir werden weiterhin investieren und neue Mitarbeiter einstellen, um den nachhaltigen Erfolg der Gruppe zu sichern.“
Auf Nachfrage der Analysten während der Präsentation räumte Dumas aber ein, dass auch Hermès insbesondere bei sogenannten Aspirational Clients, also Neukunden mit begrenzter Kaufkraft, Zurückhaltung zu spüren sei:
„Menschen, die erstmals ein Geschäft betreten – oft für einen Gürtel, ein Seidentuch oder ein Parfum –, kommen aktuell seltener. Die Menschen sparen mehr, statt zu konsumieren.“
Axel Dumas






