Nick Hayek bezeichnet Treffen von Schweizer Wirtschaftsdelegation mit Donald Trump als „Zeichen der Schwäche“
Die Schweizer Uhrenhersteller hadern mit dem Strafzoll der USA in Höhe von 39 Prozent. Das zeigt seit einigen Monaten eindrücklich die Achterbahnfahrt der Exportstatistik, die der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie monatliche veröffentlicht.
Nach bislang ergebnislosen Versuchen der Politik, werden nun die Unternehmer selbst tätig. Nach einer Einladung von Rolex zum Finale der US-Open reisten vor kurzem mehrere CEOs führender Schweizer Unternehmen in die USA, um sich mit US-Präsident Donald Trump zu treffen. Mit dabei waren unter anderem Alfred Gantner von der Partners Group (größter Anteilseigner an Breitling), Richemont-Chef Johann Rupert und Rolex-CEO Jean-Frédéric Dufour.
Das Schweizer Magazin Watson berichtet, dass die Delegation luxuriöse Geschenke für den Präsidenten im Gepäck hatte. Darunter eine Rolex-Uhr sowie ein Goldbarren mit eingravierter Widmung.
Kurz darauf kam es zu einem virtuellen Treffen auf politischer Ebene von US-Handelsbeauftragtem Jamieson Greer mit seiner Schweizer Amtskollegin Helene Budliger Artieda und dem Wirtschaftsminister Guy Parmelin. Das Eidgenössische Departmente für Wirtschafte Bildung und Forschung WBF kommentiert dies auf LinkedIn so: „Sehr konstruktives Gespräch mit Botschafter Jamieson Greer über Handel und Investitionen. Dank Präsident Trump gibt es eine große neue Dynamik in unseren bilateralen Beziehungen.“
Der Ton klingt diplomatisch und wenig kämpferisch. Doch genau das kritisiert Nick Hayek. Im Interview mit dem Tagesanzeiger wirft der Swatch-Group-Chef der Schweizer Wirtschaftsdelegation vor, sich in eine „Position der Schwäche“ begeben zu haben.
Und das formuliert er gewohnt deutlich aus: „Der einzige König, den ich hofiere, ist der Kunde. Sonst gibt es keinen König, bei dem wir lobbyieren. (…) Die Wirtschaftsführer sind im Wortsinn ‚hofieren‘ gegangen. Sie haben sich aufreihen lassen. Sie haben sich fotografieren lassen. In dieser Situation gibt es doch eine klare Hierarchie. Und von der Schweizer Regierung war gar niemand dabei. Das ist doch eine Position der Schwäche. Wissen Sie, unser Unternehmen hat sich mit der Situation arrangiert – wir haben die Preise in den USA erhöht. Letztlich sind es die US-Konsumenten, welche die Zölle bezahlen. Mir geht es um etwas ganz anderes.“
Und das sei die Schweiz, sagte Hayek weiter im Interview. Und die sei einer der wichtigsten Investoren in den USA. Diese Stärke solle man einsetzen.
Sein Vorschlag: „Wenn die Zölle so hoch bleiben, halbieren wir unsere Investitionen. Oder schauen Sie den F-35-Kauf an, bei dem der Preis so stark gestiegen ist. Warum sagt man nicht einfach: Stopp, den kaufen wir nicht?“
Eine Einladung ins Weiße Haus, um seine Sicht der Dinge darzulegen, hatte Nick Hayek offenbar nicht. Auf Nachfrage des Tagesanzeigers sagte er lachend: „Meine Position ist ja hinlänglich bekannt.“





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