Schweizer Uhrenexporte im November 2025: Der US-Markt bricht massiv ein
Der November stand ganz offenbar noch unter der Prämisse eines Zolls in Höhe von 39 Prozent auf Schweizer Ausfuhren in die USA. Die Ankündigung der rückwirkenden Senkung auf 15 Prozent kam zwar bereits Mitte November, eine Trendwende ins Positive der eidgenössischen Uhrenexporte konnte dies aber nicht (mehr) bewirken. 52,3 Prozent beträgt das wertmäßige Minus der Schweizer Uhren-Exporte gegenüber dem Vorjahresmonat.
„Der Rückgang der Schweizer Uhrenexporte hat sich im November weiter verschärft“, schreibt der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie FH in seiner monatlichen Veröffentlichung der aktuellen Exportzahlen.
Insgesamt exportierte die Schweizer Uhrenindustrie im zurückliegenden Monat 1,3 Millionen Uhren zu einem Exportwert von 2,2 Milliarden CHF in die ganze Welt, verglichen mit dem November 2024. Das entspricht einem mengenmäßigen Rückgang von 2,2 und einem wertmäßigen Rückgang in Höhe von 7,3 Prozent.
Damit kumuliert sich das bisherige Jahresergebnis der Schweizer Exporte auf ein wertmäßiges Minus in Höhe von 2,2 Prozent.
Schweizer Uhrenexporte gehen in allen Kategorien zurück
Alle Materialkategorien verzeichneten sowohl mengen- als auch wertmäßig einen Rückgang. Der Einbruch bei Uhren aus Edelmetallen (-4,9 %) und Stahl (-9,3 %) wirkte sich besonders stark auf den Gesamtwert der Exporte aus. Der mengenmäßige Rückgang um 157.000 Uhren war hauptsächlich auf die schwache Entwicklung bei Stahluhren (-5,5 %), Uhren der Kategorie „Sonstige Materialien“ (-19,6 %) und bei Bimetall-Modellen (-21,7 %) zurückzuführen.
Mit Ausnahme von Uhren mit einem Exportpreis zwischen 200 und 500 CHF, die ein Wachstum von 6,8 Prozent erzielten, verzeichneten alle anderen Segmente einen deutlichen Rückgang von 7,8 Prozent (wertmäßig).
Exporte in die USA brechen um über 50 Prozent ein
Die USA belasteten das Gesamtergebnis erneut stark mit einem Minus von 52,3 Prozent. Großbritannien kehrte zum Wachstum zurück (+7,9 %), während Hongkong (+3,1 %) die im September begonnene Erholung fortsetzte. Japan hingegen verharrte im Abwärtstrend (-4,1 %). Singapur erzielte ein Wachstum von 4,9 %, während China einen leichten Rückgang verzeichnete (-3,2 %).
Die Exporte nach Deutschland gingen im November 2025 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ebenfalls deutlich zurück (-8,1 %), während sich Europa mit einem Minus von 0,1 Prozent stabil entwickelte.
Strukturelle Krise
Oliver R. Müller, Branchenexperte und Gründer von LuxeConsult, kommentiert uf seinem LinkeIn-Account: „Die Schweizer Uhrenindustrie durchläuft nicht nur eine konjunkturelle Krise, sondern leidet unter einem Füllhorn negativer Faktoren, darunter auch strukturelle Probleme. Diejenigen, die über eine starke Marke, klar erkennbare Ikonen und eine stimmige Preisstrategie verfügen, kommen weiterhin voran. Die anderen werden sich entscheiden müssen: sich schnell anzupassen oder weiterhin zu erklären, dass ‚die Erholung kommt‘.“






