Swatch Group kritisiert Studie von Morgan Stanley zum Schweizer Uhrenmarkt 2025
Die Swatch Group erhebt in einem offenen Brief deutliche Vorwürfe gegen den jährlich erscheinenden und in der Uhrenbranche aufmerksam wahrgenommenen Jahresbericht von Morgan Stanley über den Zustand der Schweizer Uhrenindustrie. Dieser wird mit Unterstützung des Genfer Beratungsunternehmens LuxeConsult erstellt und beruht auf Schätzungen der Umsätze von 50 Schweizer Uhrenmarken.
„2025 war ein Jahr der Unsicherheit – und erforderte von den CEOs der gesamten Schweizer Uhrenindustrie Agilität, Disziplin und strategische Klarheit“, resümiert Oliver Müller, Branchenexperte und Inhaber von LuxeConsult, auf seinem LinkedIn-Account den jüngsten, gerade erschienen Report. Der Swatch Group konstatiert er dabei einen massiven Verlust an Marktanteilen.
Offener Brief der Swatch Group an Morgan Stanley Investment Management
In einem offenen Brief vom 18. Februar bezüglich des 9. Uhren-Reports über das Jahr 2025 wirft die Swatch Group der US-amerikanische Investmentbank und Finanzdienstleistungsgesellschaft mangelhafte Qualität, fehlende verifizierte Aussagen und Zahlen und völlig falschen Schätzungen vor.
Konkret schreibt die Swatch Group in den offenen Brief über den Uhren-Report 2025:
„Fragwürdige Methodik: Die Methodik scheint darauf ausgelegt zu sein, die mangelhafte Datenlage zu verschleiern. Dies zeigt sich in einer Vielzahl unbegründeter Daten, offensichtlichen Ungenauigkeiten wie der Verwendung von Punktwerten anstelle von Spannweiten, um einen falschen Eindruck von Präzision zu erwecken, sowie Plausibilitätsprüfungen, die mitunter absurde Ergebnisse liefern.“
„Falsche Ergebnisse: Die Zahlen der Studie sind hinsichtlich unserer Marken höchst ungenau. Die tatsächlichen Umsatzzahlen weichen durchschnittlich um 24 Prozent von den in der Studie präsentierten Zahlen ab, mit einer Spanne von -53 bis +46 Prozent für einzelne Marken. Die Ungenauigkeiten sind bei den Stückzahlen noch deutlicher ausgeprägt, mit einer durchschnittlichen Abweichung von 39 Prozent, die zwischen -48 und +198 Prozent schwankt. Im Fall von Hamilton sind die tatsächlichen Stückzahlen somit dreimal höher als angegeben. Ein ähnlich hohes Maß an Abweichung findet sich bei den impliziten Einzelhandelspreisen.“

„Falsche Schlussfolgerungen: Diese gravierenden Fehler machen eine verlässliche Rangliste, wie sie in der Studie erstellt wird, unmöglich. Angesichts der überdurchschnittlichen Abweichungen bei den Marken der Swatch Group könnte Omega beispielsweise zwischen Platz zwei und sechs rangieren, anstatt auf Platz fünf geführt zu werden.“
„Schädliche Aussagen: Die Studie enthält Aussagen zur Umsatzentwicklung und zu den Gewinnen unserer Unternehmen, die das Vertrauen von Kunden und Händlern ernsthaft untergraben könnten. Einige dieser falschen Aussagen sind so gravierend, dass neben Kommunikationsmaßnahmen auch rechtliche Schritte erwogen werden sollten.“
„Mögliche Interessenkonflikte: Während Morgan Stanley potenzielle Interessenkonflikte offenlegt, tut dies der Autor der Studie (LuxeConsult) nicht. Da die Datenquellen angeblich hauptsächlich auf Informationen aus Gesprächen mit Markenvertretern beruhen, ist dieser Mangel an Transparenz bedenklich.“
Die Swatch Group kommt zu dem Schluss, dass die Studie höchst spekulativ ist und auf ungeeigneten und nicht überprüfbaren Datenquellen basiert. „Anstatt dies einzugestehen, verschleiert sie diese Schwäche durch übermäßige Details, künstliche Präzision und fragwürdige Plausibilitätsprüfungen. Folglich sind die Zahlen und Schlussfolgerungen zu Umsatz, Absatzzahlen, durchschnittlichem Verkaufspreis, Marktanteilen und Ranking unbrauchbar. Gelegentlich enthält die Studie sogar diffamierende und potenziell schädigende Aussagen.“
Diese massiven Vorwürfe führt die Swatch Group in dem offenen Brief ausführlich aus.






