Audemars Piguet: Zurück auf der großen Bühne in Genf

Es ist erst wenige Jahre her, dass Audemars Piguet den Genfer Uhrensalon verließ – damals noch der SIHH, der 2019 zum letzten Mal stattfand.

Klassische Ordermessen schienen der Manufaktur nicht mehr zeitgemäß. Stattdessen setzte sie zunehmend auf den Eigenvertrieb ihrer Produkte und präsentierte diese auf selbst organisierten Veranstaltungen. Nun kehrt AP zurück und stellt auf der Watches & Wonders 2026 aus.

Immerhin, so sagt Audemars Piguet, verfüge man weiterhin über ausgewählte Retail-Partner – etwa Seddiqi im Mittleren Osten und Westime in den USA. Vor allem aber gehe es der Marke um Präsenz auf der inzwischen wichtigsten internationalen Uhrenmesse.

Tatsächlich geht das Haus bei der Vorbereitung anders vor als viele andere Aussteller. Während diese ihre Novitäten erst zum Messestart im April enthüllen – Presse und Influencer sind häufig bereits vorab informiert, jedoch bis dahin zur Verschwiegenheit verpflichtet –, hat AP schon jetzt nahezu alle Neuheiten zur Watches & Wonders 2026 vorgestellt:

von leicht überarbeiteten oder erwartbar farblich „durchdeklinierten“ Modellen über die Sensation der dem Jubiläumsjahr nachgereichten Taschenuhr „150 Heritage“ bis hin zum bislang wohl meistdiskutierten Stück, der „Neo Frame“ mit rechteckigem Gehäuse und springender Stunde – einer Neuinterpretation eines Modells von 1929, das im AP-Museum ausgestellt ist.

„Neo“ – eine neue Kollektion

Anders als die bisherigen „Remastered“-Modelle soll die „Neo“ kein einmaliges Projekt bleiben, sondern eine eigenständige Kollektion begründen. Nun gilt es, die Uhrenwelt – insbesondere in den AP Houses – davon zu überzeugen, dass die heute ungewöhnliche Form bei entsprechender Umsetzung auch hohen Tragekomfort bietet.

Tatsächlich sorgt das nahezu nahtlos integrierte Band dafür, dass sich das Gehäuse aus Gold und Saphirglas gut ans Handgelenk schmiegt. AP verweist auf die dreijährige Entwicklungszeit und entkräftet damit souverän den Verdacht, die „Neo Frame“ sei eine Reaktion auf die im vergangenen Jahr vorgestellte Scheibenuhr „Tank à Guichets“ von Cartier, die ebenfalls ein historisches Vorbild aus den 1920er-Jahren hat.

Mit der „Neo“ am Arm lässt sich bereits darüber spekulieren, welche weiteren Varianten – über Materialausführungen hinaus – folgen könnten. Schließlich bietet der Raum zwischen Stunden- und Minutenfenster Potenzial für zusätzliche Anzeigen.

Dass Audemars Piguet seine neuen Modelle so früh präsentiert und sie bereits an Testimonials ausgibt, sorgt schon vor der Messe für Gesprächsstoff – mitunter auch ungeplant. Der puerto-ricanische Musiker Bad Bunny trug während seiner Super-Bowl-Halbzeit-Show eine markante „Royal Oak“ in Gelbgold mit Malachit-Zifferblatt. Das Modell mit 41 Millimetern Gehäusedurchmesser ging sofort viral und wurde zum It-Piece – war jedoch nicht exakt das getragene Modell: Tatsächlich trug Bad Bunny an seinem schmalen Handgelenk die Variante mit 37 Millimetern Durchmesser. Immerhin: Diese ist 5.500 Euro günstiger.

Erst auf der Messe selbst will die Manufaktur eine weitere Neuheit präsentieren – etwas „eher Lifestyliges“. Es bleibt also auch bei Audemars Piguet ein wenig Spannung bis zuletzt.

audemarspiguet.com

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