Porsche Design Timepieces: Uhren-Manufaktur in Grenchen eröffnet

Seit 2014 fertigt das 1972 von Ferdinand Alexander Porsche gegründete Unternehmen Porsche Design seine Uhren in Eigenregie. Nach jahrzehntelanger Zusammenarbeit mit externen Herstellern werden die Zeitmesser seither unter dem Dach der Porsche Design Timepieces AG entwickelt und produziert.

Bis vor Kurzem geschah dies in Solothurn, im September vergangenen Jahres nahm das Porsche Design jedoch eine neue Fertigungsstätte im schweizerischen Grenchen in Betrieb. Nun wurde sie offiziell eröffnet.

„Mit der Eröffnung unserer neuen Uhrenmanufaktur in Grenchen schlagen wir ein neues Kapitel für Porsche Design Timepieces auf. Diese Investition ist ein klares Commitment zum Geschäftsfeld Timepieces und Ausdruck unserer unternehmerischen Überzeugung, diesen Bereich weiter auszubauen“, so Matthias Becker, Vorstand für Vertrieb und Marketing der Porsche AG und Beiratsvorsitzender der Porsche Lifestyle Group.

Im Zentrum der Strategie steht das Custom-built-Timepieces-Programm. Das Online-Konfigurationstool startete am 1. Juli 2020 in Deutschland, den USA und Großbritannien und wird seitdem sukzessive weltweit ausgerollt – mit Erfolg: Rund 70 Prozent der verkauften Porsche-Design-Uhren entfallen inzwischen auf individuell konfigurierte Modelle. Ergänzt wird das Portfolio durch fahrzeugbezogene Uhren für Porsche-Besitzer sowie die nicht konfigurierbaren „Chronograph 1“-Modelle.

Seit September vergangenen Jahres entstehen sämtliche Uhren in der neuen Manufaktur in Grenchen.

„Grenchen ist für uns weit mehr als ein Produktionsstandort. In diesem traditionsreichen Gebäude geben wir der Vision unseres Gründers F. A. Porsche eine Heimat. Hier bündeln wir unsere gesamte Kompetenz, um mechanische Zeitmesser zu entwickeln und zu fertigen, die in Innovation und Individualisierung neue Maßstäbe setzen. Jede Uhr ist Ausdruck dieser Haltung – konsequent gestaltet, technisch durchdacht und gefertigt mit derselben Leidenschaft wie ein Sportwagen aus Zuffenhausen“, so Rolf Bergmann, CEO der Porsche Design Timepieces Manufaktur.

Für Grenchen – etwa 130 Kilometer Luftlinie von der Luxus-Uhrenhochburg Genf entfernt – als neuen Produktionsstandort entschied man sich, da die Region ein Netzwerk aus spezialisierten Zulieferern und hochqualifizierten Fachkräften bietet.

Moderne Technik und erhöhte Kapazitäten

Untergebracht ist die neue Porsche-Uhrenmanufaktur in einem historischen Gebäude, das umfassend modernisiert und funktional neu strukturiert wurde. Auf einer Gesamtfläche von rund 3.600 Quadratmetern stehen derzeit zehn Uhrmacherarbeitsplätze zur Verfügung. Dabei wurden für Mitarbeitende und Zeitmesser gleichermaßen optimale Bedingungen geschaffen.

Das reicht von einem speziell entwickelten, tageslichtsimulierenden Beleuchtungskonzept mit individuell ausgerichteten LED-Leuchten an jedem Arbeitsplatz über konstante klimatische Bedingungen bis hin zu einem Reinraum der Klasse ISO 7 mit Uhrmacherwerkbänken auf ISO-5-Niveau.

Der Produktionsbereich ist zudem nach klar strukturierten Prozessabläufen organisiert und folgt dem Porsche-Produktionsprinzip der sequenziellen Fertigung mit kurzen Wegen und effizienter Just-in-Time-Logistik. Neben der Fertigung sind auch Entwicklung, Qualitätsmanagement, After-Sales-Services sowie zentrale Verwaltungsfunktionen im Gebäude gebündelt.

„Bei der neuen Manufaktur folgen wir dem Prinzip ‚Nicht mehr, sondern besser‘“, betont Bergmann. „Präzision beginnt bei der Architektur und der Gestaltung der Räumlichkeiten. Nur wer modernste Arbeitsbedingungen sowohl in Produktion und Logistik als auch in der Verwaltung vorfindet, kann Höchstleistungen erbringen. Der Weg von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt, das die Manufaktur verlässt, und darüber hinaus, ist lang. Es war wichtig, dass wir für die verschiedenen Gewerke die jeweils für sie idealen Bedingungen schaffen. Nur dann greift -wie bei einem Schweizer Uhrwerk – jedes Rädchen ins andere.“

Auch Nachhaltigkeitsaspekte wurden berücksichtigt. So werden 62 Prozent des Energiebedarfs durch eine Photovoltaikanlage erzeugt. Eine Wärmepumpe unterstützt darüber hinaus möglichst effiziente Heiz- und Kühlprozesse, während eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung zusätzlich zur Reduktion des Energieverbrauchs beiträgt.

Historische Verbindungen zum neuen Manufakturgebäude

Die Suche nach einem neuen Manufakturgebäude begann 2020, als absehbar wurde, dass die Produktionskapazität in der damaligen Manufaktur in Solothurn langfristig nicht ausreichen würde. Die Wahl fiel schließlich auf das historische Gebäude in Grenchen – nicht nur aufgrund der strategisch vorteilhaften Lage, sondern auch wegen seiner besonderen historischen Verbindung zu Porsche Design.

1955 erbaut und einst Sitz der Uhrenmarke Eterna, wurde das Gebäude bereits 1995 von der F. A. P. Beteiligungen GmbH übernommen, hinter der Professor Ferdinand Alexander Porsche und sein Sohn standen. Zwischen 1998 und 2014 wurden hier Porsche-Design-Uhren in Lizenz von Eterna gefertigt.

„Gläserne Manufaktur“ – Porsche Design Timepieces werden erlebbar

Die neue Manufaktur ist Produktionsstätte und zugleich Markenerlebnisraum. Im Erdgeschoss befindet sich eine Ausstellungs- und Eventfläche, die die Entwicklung der Porsche Design Timepieces seit 1972 nachzeichnet. Historische Exponate und kuratierte Zeitdokumente machen die Verbindung von Automobildesign und Uhrmacherkunst erlebbar.

Der Konfigurationsbereich, die sogenannte Fitting Lounge, bietet Kundinnen und Kunden zudem die Möglichkeit, ein Custom-built Timepiece direkt vor Ort zu gestalten und nach der individuellen Fertigung dort abzuholen.

Ergänzt wird das Konzept durch Loungebereiche, flexibel nutzbare Veranstaltungsflächen sowie Werksführungen.

Custom-built-Timepiece: Die Uhr als Spiegel des Sportwagens

Das Custom-built-Timepieces-Programm erlaubt es, eine Uhr bis ins Detail an den eigenen Porsche 911 oder individuelle Wünsche anzupassen. Über eine Schnittstelle zum Fahrzeugkonfigurator können sogar gewählte Ausstattungsmerkmale direkt auf den Zeitmesser übertragen.

Zur Auswahl stehen zahlreiche Individualisierungsoptionen – vom Titangehäuse über Zifferblattdetails und Armband bis hin zum Rotor. Letzterer ist den Leichtmetallfelgen des Fahrzeugs nachempfunden. Der Farbring des Zifferblatts kann in 148 Original-Porsche-Farben gestaltet werden, darunter auch historische Lacke wie Gulfblau oder Sternrubin.

Auch bei den Armbändern zeigt sich die Nähe zum Automobil: Verwendet wird originales Interieurleder mit identischen Garnfarben wie im Fahrzeug. Alternativ sind Titanbänder erhältlich.

Technisch kommen die COSC-zertifizierten Kaliber WERK 01.100 sowie das WERK 04.110 mit Globetimer-Funktion zum Einsatz. Eine individuelle Gravur auf dem Gehäuseboden – etwa die Fahrzeugidentifikationsnummer – rundet die Personalisierung ab.

Die Preise beginnen bei 5.950 Euro für Chronograph und Globetimer, während der Chronograph Turbo S ab 10.750 Euro erhältlich ist. Weitere Modelle bleiben exklusiv Porsche-Besitzern vorbehalten.

porsche-design.com


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