Time to Watches 2026: Titan, Recycling und Hightech-Materialien im Fokus

Innovation und Experimentierfreude gelten in den vergangenen. Jahren nicht nur der Antriebstechnik der Zeitmesser oder ihrer Gestaltung, sondern, mit beidem eng verbunden, ihrer Materialität. Auch hier tun sich unabhängige Marken auf der Time to Watches hervor.
Das erste Beispiel ist die kleine schwedische Marke GoS Watches, die statt neuer Werkstoffe eine uralte Schmiedetechnik zum Einsatz bringt. In jedem Modell wird Damaszenerstahl verwendet, der ihm mit seinen organischen Strukturen einen je eigenen Reiz verleiht. Die Marke bezieht sich gern auf ästhetische Wikinger-Traditionen, jedoch sind die Uhren keines Wegs so martialisch, wie das vermuten ließe, sondern entwickeln im geschickten Einsatz unterschiedlicher Farben eine eher an Nordlichter erinnernde Eleganz.


Selbstheilung und Zifferblätter aus Titan
Einen ganz anderen Weg geht seit dem Jahr 2020 ID Genève. Die Uhren, die dort entstehen, sind durch und durch von der Idee der Nachhaltigkeit geprägt. Als Antrieb nutzt das Unternehmen ältere, unverkaufte ETA-Automatikwerke, die vor dem Einbau sorgfältig gewartet werden. Die Stahlgehäuse werden aus recyceltem Metall hergestellt, die Armbänder aus Hanf, Bananenfasern oder einem speziellen Naturkautschuk, der an Leder erinnert. Selbst das Saphirglas ist zu 70 Prozent recycelt. Auf die Spitze treibt die Idee die Ende 2025 vorgestellte Sonderedition „Circular C“, deren Gehäuse aus Kohlenstoff-Fasern besteht, die bei der Herstellung von Windkraftanlagen übrig bleiben. Durch ein besonderes Verfahren machen sie diese „Circular C“ zur „ersten selbstheilenden Uhr“, weil Schrammen und Dellen nach einer Weile wieder verschwinden.
Titan hat sich in der Uhrenwelt inzwischen fest etabliert – als Material für Gehäuse und Band zumeist. Max Twelve aus Uitikon setzt es bei seiner „Hexagon“ als ästhetisch interessantes, zweilagiges Zifferblatt ein. Dass er damit die Maschine eines historischen Schweizer Dampfschiffs zitiert, nehmen die meisten Betrachter wohl erstaunt zur Kenntnis; historisierend wirkt die „Hexagon“ gerade nicht. Aber sie bringt den optischen Reiz präziser Technik auf den Punkt.
Bilder: MAX TWELVE, GoS Watches






