Rolex und die präziseste Uhr der Welt: Rubidium Atomic Optical Clock
Bereits im Mai vergangenen Jahres hatte Rolex eine neue Firma gegründet: die Quantum SA. Auf Nachfrage von Insight Luxury zu den Hintergründen antwortete Rolex wie folgt:
„Nach unserer erfolgreichen Zusammenarbeit bei der Designentwicklung einer neuen Generation von Atomuhren haben das CSEM (Centre Suisse d’Electronique et de Microtechnique) und Rolex eine Partnerschaft zur Weiterentwicklung innovativer Technologien beschlossen. Im Rahmen dieser Kooperation wurde im Mai 2025 das neue Unternehmen Rolex Quantum SA gegründet. Das in Neuchâtel ansässige Unternehmen profitiert von der unmittelbaren Nähe zum CSEM und hat sich eine klare Mission gesetzt: die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von hochpräzisen optischen Atomuhren. Weitere Details und Informationen über zukünftige Projekte veröffentlichen wir zu gegebener Zeit.“
Die Zeit ist nun gekommen. Es geht um den Bau der präzisesten Uhr der Welt, bei der die Schwingungen des Oszillators und des Quarzes durch die ultrahohe Frequenz eines Atoms ersetzt werden, um die Sekunde so genau wie möglich zu messen. Ihr Name: „Rubidium Atomic Optical Clock“.
Um diese optische Atomuhr zu realisieren, hat sich Rolex wie angekündigt mit dem Innovationszentrum CSEM zusammengetan. Dessen auf jahrelanger Forschung basierende Technologie beruht auf der Verwendung von Rubidium, einem metallischen Element, das Frequenzen erzeugen kann, die 100.000-mal höher sind als jene aktueller Atomuhren.
Die Rubidium-Atome senden nach der Anregung durch einen Laser ein blaues Licht mit einer sehr präzisen, sehr hohen Frequenz von 385 Terahertz aus, wenn sie in ihren Grundzustand zurückkehren. Diese Fluoreszenz wird verwendet, um die Referenzsekunde von Rolex zu definieren und sie für die Einstellung der Präzisionstestmaschinen in den Werkstätten der Marke zu nutzen.
Gangabweichung von weniger als einer Sekunde in einer Million Jahren
Die „Rubidium Atomic Optical Clock“ von Rolex weist eine bis zu sechzigmal höhere Leistung auf als andere heute verfügbare Atomuhren. Die Abweichung beträgt weniger als 0,1 Milliardstel Sekunden pro Tag – also weniger als eine Sekunde in einer Million Jahren. In einer kalibrierten industriellen Version liefert sie die genaueste Sekunde – kontinuierlich und mit größter Regelmäßigkeit.

Mit der Koordinierten Weltzeit verbunden
Das erste Exemplar der „Rolex Rubidium Atomic Optical Clock“ wurde in den Räumen der Marke in Genf installiert und ist bereits an der Bestimmung der Koordinierten Weltzeit (UTC) beteiligt – eine Premiere für eine optische Atomuhr.
Zwei weitere Exemplare – eines wurde dem Eidgenössischen Institut für Metrologie (METAS) in Wabern zur Verfügung gestellt, das andere befindet sich in den Räumen der Marke in Biel – werden zudem den Kreis der mehr als 450 weltweit verteilten Atomuhren erweitern, mit denen die Koordinierte Weltzeit bestimmt wird.
Rolex nimmt die Einstellung und Zertifizierung seiner Armbanduhren nun mithilfe der eigenen Sekunde vor, die zugleich zur internationalen Zeitbestimmung beiträgt.





