Ulysse Nardin Super Freak: Der Höhepunkt von 25 Jahren Freak

Sie zeigt lediglich die Zeit an – und gehört dennoch zu den komplexesten Dreizeigeruhren der Gegenwart. Mit der auf 50 Exemplare limitierten „Super Freak“ präsentiert Ulysse Nardin den vorläufigen Höhepunkt der 25-jährigen „Freak“-Geschichte und feiert zugleich das 180-jährige Bestehen der Manufaktur.

Die Uhr, die vieles veränderte

Als die erste Freak 2001 auf der Baselworld debütierte, stellte sie die damalige Uhrenwelt auf den Kopf. Ohne Krone, ohne Zifferblatt und ohne klassische Zeiger zeigte sie die Zeit direkt über ihr rotierendes Uhrwerk an. Zudem setzte Ulysse Nardin als erste Marke Silizium in einer Serienuhr ein.

Was damals als radikales Experiment begann, entwickelte sich zu einer der einflussreichsten Uhrenfamilien der modernen Haute Horlogerie. Insgesamt gingen aus der „Freak“ bislang 35 patentierte Innovationen hervor.

„Ursprünglich wurde die ‚Freak‘ als Konzeptuhr verstanden. Später erkannten Sammler jedoch, dass sie viel mehr ist – ein Labor fürs Handgelenk. Daraus entstanden verschiedene Generationen. Heute ist die Freak keine experimentelle Uhr mehr. Sie ist eine ikonische Kollektion geworden“, betont Jean-Christophe Sabatier, Chief Product Officer bei Ulysse Nardin.

Von Marinechronometern zur Freak

Die Geschichte von Ulysse Nardin begann 1846 in Le Locle. Mit hochpräzisen Marinechronometern etablierte sich die Manufaktur als einer der führenden Hersteller nautischer Zeitmesser und gewann mehr als 4.300 Chronometer-Auszeichnungen.

Während der Quarzkrise setzte der 1983 eingestiegene Unternehmer Rolf Schnyder bewusst auf mechanische Innovationen. Gemeinsam mit dem visionären Uhrmacher Ludwig Oechslin entstanden außergewöhnliche Kreationen wie das „Astrolabium Galileo Galilei“ – und schließlich die „Freak“.

Ein Super Freak zum 25. Geburtstag

Auf der Watches & Wonders 2026 erklärte Jean-Christophe Sabatier die „Super Freak“ persönlich. Schnell wurde deutlich, dass die „Freak“ für ihn weit mehr als nur eine Produktlinie ist, dessen vorläufiger Höhepunkt das Jubiläumsmodell ist.

„Ich liebe den Namen ‚Super Freak‘“, so Sabatier. „Er beschreibt die Uhr perfekt. Der Name ist aussagekräftig und passt hervorragend zum Geist der Marke. Denn wir sind mutig, auffällig und anders.“

Die „Super Freak“ ist aber keineswegs das Ende der „Freak“-Geschichte – im Gegenteil. „Die beste Art, 180 Jahre Ulysse Nardin zu feiern, ist für uns die Feier von 25 Jahren ‚Freak‘ – denn sie verkörpert unsere Zukunft. Die ‚Freak‘ steht im Zentrum unserer Strategie. Wir sind überzeugt, dass sie den Status einer echten Ikone der Uhrenindustrie verdient“, erläutert Sabatier.

Super Freak: 511 Komponenten, zwei Tourbillons

Herzstück der Neuheit ist das neue Automatikkaliber UN-252. Das Werk besteht aus 511 Komponenten, deren Entwicklung rund vier Jahre in Anspruch nahm. Die Montage erfolgt ausschließlich durch fünf speziell geschulte Uhrmacher im Haute-Horlogerie-Atelier von Ulysse Nardin.

Gehäuse: Weißgold, 44 x 16,54 mm Wasserdichtigkeit: 3 bar Uhrwerk: Kaliber UN-252, Automatikaufzug Gangreserve: 72 Stunden Funktionen: Stunden, Minuten, Sekunden Zifferblatt: Stundenscheibe aus Nanosital Armband: Kautschuk Besonderheit: limitiert auf 50 Exemplare UVP: 342.350 €

Dank patentierter Kardanlagerung ermöglicht es erstmals eine Sekundenanzeige sowie ein automatisches Doppeltourbillon mit Differenzial. Zwei fliegende, jeweils um zehn Grad geneigte Titan-Tourbillons rotieren in entgegengesetzte Richtungen und vollführen alle 60 Sekunden eine Umdrehung. Beide werden von ein und demselben Federhaus gespeist und übernehmen gemeinsam die Regulierung des Uhrwerks.

Untergebracht ist die Konstruktion in einem neuen 44-Millimeter-Gehäuse aus Weißgold. Typisch „Freak“: Die Zeit wird über die Lünette eingestellt, das Uhrwerk über den Gehäuseboden aufgezogen.

„Für mich ist besonders beeindruckend, dass man beinahe das Gefühl hat, es gäbe gar kein Glas über dem Werk“, so Sabatier. „Es wirkt, als könne man direkt in die Mechanik hineingreifen.“

Weltweit kleinstes Differenzial

Das nur fünf Millimeter große Differenzial besteht aus 69 Komponenten – inklusive acht mit mikrometergenauer Präzision gefertigter Keramikkugellager  – und gleicht die Gangunterschiede der beiden Tourbillons aus.

Das Differenzial und die Sekundenanzeige sitzen auf einer dezentralen Achse. Für die zuverlässige Energieübertragung zwischen beiden entwickelte und patentierte Ulysse Nardin das nach eigenen Angaben weltweit kleinste kardanische System. Es nimmt die Kraft des Differenzials auf und leitet sie an die zylindrische Sekundenanzeige weiter.

Händer montieren das Uhrwerk der Super Freak von Ulysse Nardin

Effizienter Aufzug und Hightech-Materialien

Den Energiebedarf der Konstruktion deckt das patentierte Grinder-System, ein hocheffizientes automatisches Aufzugssystem. Es sorgt für eine Gangreserve von drei Tagen.

„Wir verwenden unser patentiertes Grinder-System, das doppelt so effizient arbeitet wie ein herkömmlicher Rotoraufzug. Trotzdem wäre das allein nicht ausreichend gewesen. Deshalb mussten wir sämtliche Komponenten leichter und kleiner machen“, erklärt Sabatier.

Zum Einsatz kommen außerdem zehn Silizium-Komponenten, darunter zwei Unruhen, zwei Spiralfedern und zwei Hemmungen aus dem von Ulysse Nardin entwickelten DIAMonSIL. Die transparente blaue Stundenscheibe besteht aus Nanosital, einem besonders widerstandsfähigen glasbasierten Hightech-Material.

„Was das Design betrifft, wollten wir die Mechanik für sich sprechen lassen. Das einzige eigentliche Designelement ist die transparente, hellblaue Scheibe. Alles andere dient dazu, die Schönheit der Mechanik sichtbar zu machen“, erläutert Jean-Christophe Sabatier das gestalterische Konzept. „Wir wollten dem ursprünglichen Konzept treu bleiben und die Uhr als Meisterwerk der mechanischen Ingenieurskunst präsentieren.“

Handarbeit und Hightech

Trotz aller technischen Raffinesse bleibt die Super Freak ein klassisches Produkt der Haute Horlogerie. Mehr als 70 Prozent der Komponenten werden von Hand dekoriert und finissiert. „Besonders anspruchsvoll ist die Bearbeitung der zahlreichen Titanbauteile. Die Menschen verstehen die enorme Arbeit, die hinter diesem Projekt steckt – auch wenn die Uhr sehr teuer ist“, ist sich Jean-Christophe Sabatier sicher.

ulysse-nardin.com

Suchbegriff eingeben und Enter drücken