INSIGHT-RADAR: Kurznachrichten aus der Uhrenbranche

NOMOS beobachtet in Florenz, wie nah Uhr und Stil derzeit wieder zusammenrücken, Watch&Match bringt Uhrmacherei in die Shopping-Mall und David Candaux tritt mit zwei Uhren beim GPHG 2026 an.

NOMOS in Florenz: Pitti Uomo – Kleine Uhren, große Wirkung

Nomos Glashütte in Florenz – Ludwig Gold

Während der Pitti Uomo, einer der wichtigsten internationalen Messen für Herrenmode in Florenz, liegt der eigentliche Laufsteg nicht nur in der Fortezza da Basso. Er führt auch durch die Straßen, Cafés und Plätze von Florenz. Dort zeigte sich bei der 110. Ausgabe der internationalen Menswear-Messe ein Trend, der auch für die Uhrenbranche interessant ist: Feine mechanische Uhren werden wieder selbstverständlicher Teil des persönlichen Stils.

NOMOS Glashütte beobachtete in Florenz vor allem zwei Entwicklungen. Zum einen waren kleinere Gehäusegrößen sichtbar gefragt. Modelle wie Metro 33, Ludwig 33 oder Tetra 27 fügten sich zu Smart Tailoring, Leinen, weichen Silhouetten und bewusst lässigen Kombinationen. Zum anderen zeigte sich eine neue Selbstverständlichkeit im Umgang mit Golduhren. Sie wurden nicht nur zur Abendgarderobe getragen, sondern auch im Alltag – weniger als Statusgeste, mehr als zurückhaltende, wertige Ergänzung.

Nomos Glashütte: links: Tangete Gold und Gold Doré, rechts: Tetra 27 Duo

Damit berührt die Pitti Uomo ein Thema, das über den Moment hinausweist: Uhren werden im modischen Kontext nicht nur über Technik oder Marke gelesen, sondern über Proportion, Material und Tragbarkeit. Gerade kleinere Formate und Goldgehäuse zeigen, wie nah Uhr und Stil derzeit wieder zusammenrücken können.

Watch&Match: Uhrmacherei zum Anfassen

Vom 1. bis 3. Oktober 2026 findet Watch&Match im Einkaufszentrum Balexert in Genf statt. Das Pop-up-Event bringt unabhängige Uhrenmarken, Handwerker und Uhreninteressierte an einen frei zugänglichen Ort – und damit bewusst heraus aus dem klassischen Messeumfeld.

Watch & Match 2025

Initiiert wurde Watch&Match von den Organisatoren der Time to Watches, die das Format seit 2023 aus ihrer Erfahrung mit unabhängigen Uhrenevents heraus entwickelt haben. Der Ansatz ist einfach, aber wirkungsvoll: Uhrmacherei soll nicht nur hinter Vitrinen stattfinden. Besucher können Marken, Gründer und Handwerker direkt treffen, Modelle entdecken und sich über Fertigung, Reparatur oder traditionelle Techniken informieren.

Geplant sind unter anderem Live-Demonstrationen am Uhrmacherplatz; unterstützt wird das Format dabei von Bergeon. Interessant ist Watch&Match vor allem deshalb, weil das Format eine andere Nähe schafft. Es richtet sich nicht nur an Sammler oder Fachbesucher, sondern auch an Neugierige, die der Uhrmacherei im Alltag begegnen.

Damit steht das Pop-up für eine Entwicklung, die in der Branche zunehmend sichtbar wird: Uhrenformate werden offener, zugänglicher und stärker erlebnisorientiert. Die finale Ausstellerliste für Oktober 2026 ist noch nicht vollständig veröffentlicht. Frühere Ausgaben zeigten jedoch bereits, dass Watch&Match vor allem unabhängigen und kleineren Marken eine Bühne bietet.

David Candaux tritt mit zwei Uhren beim GPHG 2026 an

David Candaux nimmt mit zwei Zeitmessern am Grand Prix d’Horlogerie de Genève 2026 teil. Der unabhängige Uhrmacher aus Le Solliat in der Vallée de Joux tritt in den Kategorien Tourbillon und Mechanical Exception an.

In der Kategorie Mechanical Exception präsentiert Candaux die DC12 MaveriK. Im Mittelpunkt steht das neue Kaliber C30 mit einer freien Doppelunruh, die über ein fliegendes Planetendifferential verbunden ist. Die Konstruktion ist auf einem Spiralfeder-Stoßdämpfer gelagert und durch drei Patente geschützt.

David Candaux: DC12 Maverik

In der Kategorie Tourbillon geht die DC6 Night Forest ins Rennen. Die Uhr verbindet UD-Carbon mit Titan Grade 5, wiegt nur 45 Gramm und ist vom Wald- und Alpenraum der Vallée de Joux inspiriert. Das Modell ist auf acht Exemplare limitiert und wird vom Manufakturkaliber H74 mit dem für Candaux charakteristischen fliegenden 30-Grad-Tourbillon angetrieben.

David Candaux: DC6 Night Forest

Mit beiden Uhren zeigt Candaux einmal mehr, wie eigenständig die unabhängige Uhrmacherei derzeit arbeitet: technisch anspruchsvoll, stark von der Vallée de Joux geprägt und weit entfernt von standardisierten Produktlogiken.

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