Die Mondphasenanzeige – dekorative Komplikation mit Bedeutung
Der Mond hat den Menschen seit jeher fasziniert. In Vollmondnächten taucht er die Landschaft in ein geheimnisvolles Licht. Kurz vor oder nach Neumond zeichnet er eine feine Sichel an den Himmel, und die verborgene Rückseite unseres Erdtrabanten regt bis heute die Fantasie an. Und dann ist da ja auch noch der Mann im Mond…
Der Mond hat seit Jahrtausenden eine starke symbolische, kulturelle und religiöse Bedeutung. Er steht in vielen Kulturen für den Wandel, den Rhythmus des Lebens und die Verbindung zwischen Himmel und Erde. Obwohl die Mondphasenanzeige heute vor allem als ästhetisches Merkmal geschätzt wird, war sie früher durchaus praktisch – etwa für Seefahrer, die den Mond für Navigation und Gezeiten nutzten, sowie für Landwirte und Jäger, die sich am Mondkalender orientierten.
Arnold & Son: Perpetual Moon Colours of the Moon
Mit der „Colours of the Moon rückt Arnold & Son die Astronomie in den Mittelpunkt. Die drei Versionen aus Edelstahl sind auf je 18 Exemplaren limitiert und sowohl für das Zifferblatt als auch für den Himmel der Mondphase wird Perlmutt verwendet, das mittels eines PVD-Verfahrens gefärbt wurde. Die Mondphasenscheibe ist lumineszierend und zeigt drei Nuancen, die von den variierenden Farben des Mondes inspiriert sind, die er je nach Jahreszeit und besonderen atmosphärischen Bedingungen annehmen kann. (UVP: 21.100 CHF) arnoldandson.com



- Gehäuse: Edelstahl, 41,5 x 11,67 mm, wasserdicht bis 3 bar
- Uhrwerk: A&S1512, Handaufzug, 90 Stunden Gangreserve
- Zifferblatt: Perlmutt mit PVD-Beschichtung bzw. gefärbt, handgemalte Sternbilder, Superluminova,
- Armband: Alligatorleder mit Edelstahldornschließe
Der Mond und die Uhrmacherkunst
Für die Uhrmacherei besitzt der Mond eine besondere Bedeutung. Bereits im 17. und 18. Jahrhundert wurden Mondphasenanzeigen in astronomischen Uhren und Taschenuhren verwendet, um den Mondzyklus abzubilden. Heute gehört die Mondphasenkomplikation zu den klassischsten und poetischsten Komplikationen der Haute Horlogerie.
Sie steht weniger für einen praktischen Nutzen als vielmehr für die Verbindung von Astronomie und Mechanik, die Meisterschaft komplexer Uhrmacherkunst, die Darstellung des natürlichen Laufs der Zeit sowie die Schönheit und Vergänglichkeit des Augenblicks.
Gerade deshalb gilt eine Mondphasenanzeige als eine der emotionalsten Komplikationen überhaupt: Sie erinnert daran, dass Zeit nicht nur in Stunden und Minuten gemessen werden kann, sondern auch in den wiederkehrenden Rhythmen der Natur.
Kein Wunder, dass die Mondphasenanzeige viele Liebhaber hat und die Designer zu immer neuen Interpretationen inspiriert.
Sternglas: Naos Mondphase Edition Neuwerk
Mit der Naos Mondphase Edition Neuwerk greift Sternglas die Geschichte eines Ortes auf, der wie kaum ein anderer für Orientierung, Beständigkeit und den ewigen Rhythmus der Natur steht: die Hamburger Insel Neuwerk. Bei Ebbe ist sie zu Fuß durchs Watt erreichbar, bei Flut vollständig vom Wasser umgeben. Gesteuert wird dieser stetige Rhythmus vom Mond. (UVP: 299 €) sternglas.de



- Gehäuse: Edelstahl, 38 x 8 mm, wasserdicht bis 5 bar
- Uhrwerk: Miyota 6P20, Quarz
- Zifferblatt: Anthrazit mit orangefarbenen Luminova-Leuchtpunkten
- Armband: Vintage Nero-Rot, Schnellwechselsystem
Was die Mondphase kann und wie sie funktioniert
Die Mondphasenkomplikation zeigt die aktuelle Mondphase innerhalb des Mondzyklus an. Obwohl sie oft dekorativ wirkt, basiert sie auf einer präzisen mechanischen Berechnung.
Unter dem Zifferblatt befindet sich eine Mondscheibe mit zwei gegenüberliegenden Mondsymbolen. Diese Scheibe ist mit 59 Zähnen versehen und wird über das Uhrwerk langsam weitergeschaltet.
Die Mondscheibe dreht sich alle 24 Stunden um einen Zahn. Nach 59 Tagen hat sie eine vollständige Umdrehung absolviert. Da zwei Monde auf der Scheibe abgebildet sind, entspricht eine Mondphase 29,5 Tagen (59 ÷ 2).
Durch einen halbmondförmigen Ausschnitt im Zifferblatt ist jeweils nur ein Teil des Mondes sichtbar. Während sich die Scheibe dreht, entsteht der Eindruck des zunehmenden, vollen und abnehmenden Mondes.
Wie genau ist eine klassische Mondphase?
Der tatsächliche Mondmonat – also die Zeit von einem Neumond bis zum nächsten – beträgt 29 Tage, 12 Stunden, 44 Minuten und 2,9 Sekunden (≈ 29,53059 Tage). Die klassische 59-Zahn-Konstruktion geht dagegen von exakt 29,5 Tagen aus.
Die Abweichung beträgt rund 44 Minuten und 3 Sekunden pro Mondmonat. Dadurch summiert sich der Fehler langsam auf: Nach etwa 2 Jahren, 7 Monaten und 20 Tagen beträgt die Abweichung ungefähr einen Tag. Dann muss die Anzeige manuell korrigiert werden.
Union Glashütte: 1893 Johannes Dürrstein Edition Doppelmondphase
Inspiriert von historischen Taschenuhren, macht der Zeitmesser die Mondzyklen der Nord- und Südhalbkugel gleichzeitig sichtbar. Als visuelles Herzstück des Zifferblatts zieht die „Doppelmondphase“ den Blick unmittelbar auf sich und definiert den unverwechselbaren Charakter des Modells. (UVP: 3.100 €) union-glashuette.com



- Gehäuse: Edelstahl, 41 x 12,23 mm, wasserdicht bis 10 bar
- Uhrwerk: UNG-58.S2, Handaufzug, 60 Stunden Gangreserve
- Zifferblatt: Champagnerfarben, gekörnt, Ziffern eingraviert
- Armband: Lederband mit Krokoprägung, Doppel-Faltschließe
Hochpräzise Mondphasen
Viele Manufakturen verwenden heute besonders fein abgestimmte Räderwerke mit komplexerem Übersetzungsgetriebe. Je nach Konstruktion ist eine Korrektur der Mondphase erst nach 122, 135 oder 577 Jahren erforderlich. Einige außergewöhnliche Konstruktionen erreichen sogar theoretische Genauigkeiten von mehreren Jahrtausenden.


Den Rekord hält die „Portugieser Eternal Calendar“, welche IWC im Jahr 2024 auf der Watches & Wonders der staunenden Uhren-Community präsentierte. Dank eines neu entwickelten Untersetzungsgetriebes weicht die Mondphasenanzeige erst nach 45.361.055 Jahren um einen Tag vom tatsächlichen synodischen Mondzyklus ab. Diese hohe Genauigkeit wird durch Zahnräder mit speziell berechneten Zähnezahlen erreicht, die den tatsächlichen Mondzyklus nahezu exakt abbilden.
Einstellung der Mondphase
Die Mondphase wird üblicherweise über einen kleinen Korrekturdrücker im Gehäuse oder über die Krone eingestellt: Zunächst wird das Datum des letzten Voll- oder Neumonds bestimmt. Anschließend wird die Uhr auf diesen Referenzpunkt eingestellt und die Mondphasenanzeige läuft automatisch weiter.
Grundsätzlich gibt es übrigens keinen Unterschied in der Funktionsweise der Mondphasenanzeige zwischen Mechanik- und Quarzuhren. Bei beiden wird die Mondphase in den meisten Fällen durch eine Mondscheibe mit 59 Zähnen dargestellt. Der wesentliche Unterschied liegt darin, wie diese Scheibe angetrieben wird: durch das mechanische Räderwerk beziehungsweise durch einen Schrittmotor, der von einer Batterie angetrieben wird.
Jacques Lemans: Derby
Die neuen Mondphasen-Modelle „Derby“ von Jacques Lemans verbinden klassische Uhrmacherelemente mit traditioneller Ästhetik und raffinierter Mechanik zu einem modernen Look. (UVP: 179 – 279 €) jacques-lemans.com



- Gehäuse: Edelstahl, Edelstahl IP-Gold bzw. IP-Schwarz, 43 mm, wasserdicht bis 10 bar
- Uhrwerk: Quarz
- Zifferblatt: 15 Farbstellungen, strukturiert
- Armband: Leder bzw. Edelstahl





