Seiko feiert 145 Jahre in Edo-Violett: acht Limited Editions von Alpinist bis Rotocall
145 Jahre Seiko – ein Jubiläum, das die japanische Marke mit einer Reihe limitierter Editionen feiert, die unterschiedliche Facetten ihrer Geschichte sichtbar machen. Nach warmen Goldakzenten und dem markentypischen „Seiko Blue“ richtet sich der Blick nun auf eine Farbe mit besonderer kultureller Tiefe: Edo-Purpur.
Das tiefe Violett verweist auf die Farbwelt des historischen Edo, des heutigen Tokio. Purpurtöne hatten in Japan lange eine besondere Bedeutung. Sie waren aufwendig herzustellen, wirkten kostbar und standen für eine verfeinerte Stadtkultur, in der Kleidung, Handwerk und Ästhetik eng miteinander verbunden waren. In der Edo-Zeit entwickelte sich daraus eine eigene Farbtradition: zurückhaltender als reines Prunkviolett, aber mit großer Tiefe und Eleganz.
Genau diesen Eindruck greift Seiko in der Jubiläumsserie auf. Das Violett erscheint als kulturelle Referenz und verbindet historische Farbe, japanische Gestaltung und moderne Uhrmacherei zu einer Linie, die leiser wirkt als Gold und weniger vertraut als Blau – gerade deshalb aber besonders eigenständig.
So steht die Edo-Serie innerhalb des Jubiläumsjahres für einen reizvollen Gedanken. Seiko blickt nicht nur auf 145 Jahre Uhrmacherei zurück, sondern übersetzt kulturelle Erinnerung in aktuelle Modelle – mit Zifferblättern, deren Violett zwischen Historie, Tiefe und moderner Präsenz vermittelt.
Prospex Alpinist: ungewohnte Farbe, vertraute Konstruktion
Die Prospex Land Alpinist HBC006J1 gehört zu den zurückhaltenderen Modellen der Serie. Ihr hellviolettes Zifferblatt trifft auf jene Gestaltungselemente, die Seikos Alpinist seit Jahren prägen: arabische Ziffern, markante Indizes und einen innenliegenden, über eine zusätzliche Krone verstellbaren Kompassring.

Das Edelstahlgehäuse ist mit einer widerstandsfähigen Hartbeschichtung versehen, die seine Oberfläche besser vor Kratzern und Gebrauchsspuren schützen soll. Es misst 39,5 Millimeter im Durchmesser und 12,7 Millimeter in der Höhe. Mit einer Länge von 46,4 Millimetern über die Bandanstöße bleibt die Uhr vergleichsweise kompakt. Zum Gehäuse kombiniert Seiko ein Lederband mit Faltschließe.
Im Inneren arbeitet das automatische Kaliber 6R55. Es bietet eine Gangreserve von mehr als 72 Stunden, Sekundenstopp, Handaufzug und eine Datumsanzeige. Hinzu kommen entspiegeltes Saphirglas, eine verschraubte Krone und eine Wasserdichtigkeit bis 20 bar. Die Prospex Alpinist ist weltweit auf 7.000 Exemplare limitiert und kostet 950 Euro.
Speedtimer: Edo-Violett im Panda-Format
Deutlich sportlicher tritt der Prospex Speedtimer Solar Chronograph HBJ005P1 auf. Das violette Zifferblatt wird von drei schwarzen Hilfszifferblättern unterbrochen. Auch die Tachymeterlünette verbindet Schwarz mit violetten Elementen. Das Ergebnis erinnert an die klassische Panda-Aufteilung eines Rennsportchronographen, fällt farblich aber deutlich aus dem üblichen Schwarz-Weiß-Schema.

Das Edelstahlgehäuse besitzt einen Durchmesser von 41,4 Millimetern, ist 13 Millimeter hoch und misst 45,9 Millimeter von Horn zu Horn. Ein gewölbtes, entspiegeltes Saphirglas schützt das Zifferblatt. Die Wasserdichtigkeit beträgt 10 bar.
Angetrieben wird der Chronograph vom solargespeisten Kaliber V192. Es ermöglicht Zeitmessungen bis 60 Minuten in Fünftelsekundenschritten und verfügt über eine 24-Stunden-Anzeige, eine Datumsfunktion sowie eine Anzeige der verbleibenden Energiereserve. Bei vollständiger Ladung beträgt die Laufzeit bis zu sechs Monate. Der auf 8.000 Exemplare limitierte Speedtimer kostet 770 Euro.
Presage Cocktail Time GMT: eine zusätzliche Zeitzone für die Bar
Bei der Presage Cocktail Time GMT HCB006J1 nutzt Seiko den Violettton besonders konsequent. Das strukturierte Zifferblatt soll an einen eigens für das Jubiläum kreierten Cocktail namens „Edo Murasaki“ erinnern. Goldfarbene Akzente am Logo und am GMT-Zeiger setzen sich vom violetten Untergrund ab.

Technisch basiert die Uhr auf dem automatischen Kaliber 4R34. Neben Stunden, Minuten, Sekunden und Datum zeigt es über einen zusätzlichen Zeiger eine zweite Zeitzone an. Das Werk lässt sich von Hand aufziehen, besitzt einen Sekundenstopp und erreicht eine Gangreserve von mehr als 41 Stunden.
Das 40,5 Millimeter breite Edelstahlgehäuse ist 12,8 Millimeter hoch. Die Wasserdichtigkeit von 5 bar fällt eher alltagstauglich als sportlich aus. Statt Saphirglas verwendet Seiko ein gewölbtes Hardlexglas. Ein verschraubter Glasboden gibt den Blick auf das Werk frei. Die Auflage umfasst 6.500 Exemplare, der Preis beträgt 600 Euro.
Astron GPS Solar: das technische Spitzenmodell
Am oberen Ende der neuen Jubiläumsserie steht die Astron GPS Solar HAB011J1. Ihr violettes Zifferblatt besitzt einen vertikalen Verlauf und wird mit goldfarbenen Details sowie schwarzen Keramikelementen an Lünette und Armband kombiniert.

Das GPS-Solar-Kaliber 5X83 gleicht Zeit und Zeitzone über Satellitensignale ab. Es berücksichtigt außerdem die Sommerzeit, bietet eine zweite Zeitzone und besitzt einen ewigen Kalender, der bis zum 28. Februar 2100 programmiert ist. Der Chronograph misst Zeitintervalle bis zwölf Stunden und in kurzen Messbereichen bis auf eine Zwanzigstelsekunde genau.
Das 43,3 Millimeter große Gehäuse besteht aus hartbeschichtetem Titan und trägt teilweise eine Goldauflage. Auch das Titanarmband ist hartbeschichtet und mit schwarzen Keramikelementen versehen. Eine Feinverstellung in der Schließe erleichtert die Anpassung am Handgelenk. Die Uhr ist bis 10 bar wasserdicht und mit doppelt gewölbtem Saphirglas ausgestattet. Sie ist auf 1.500 Exemplare limitiert und kostet 3.000 Euro.
Seiko 5 Sports: SKX-Optik mit violettem Zifferblatt
Die Seiko 5 Sports HDB003K1 überträgt das Jubiläumsthema auf die bekannte SKX-Form. Ihr 42,5 Millimeter großes Edelstahlgehäuse, die Krone bei vier Uhr und die einseitig drehbare Lünette bleiben dem etablierten Design treu. Neu ist vor allem die Farbkombination aus violettem Zifferblatt, dunkler Lünette und kleinen goldfarbenen Details.

Im Gehäuse arbeitet das automatische Kaliber 4R36 mit Wochentags- und Datumsanzeige. Es lässt sich von Hand aufziehen, besitzt einen Sekundenstopp und bietet eine Gangreserve von mehr als 41 Stunden. Die Uhr ist bis 10 bar wasserdicht; über dem Zifferblatt sitzt gewölbtes Hardlexglas. Mit 9.999 Exemplaren weist die Seiko 5 Sports die größte Auflage der Serie auf. Ihr Preis beträgt 440 Euro.
Die Rückkehr des digitalen „Rotocall“
Das eigenständigste Modell der Jubiläumsreihe ist der digitale Alarm-Chronograph HFL001P1. Seine historische Vorlage wurde unter Sammlern als „Rotocall“ bekannt. Anders als bei konventionellen Digitaluhren werden die Funktionen nicht nur über Drücker, sondern über eine drehbare Lünette ausgewählt.

Das neue Modell kombiniert ein schwarzes, mit Titankarbid beschichtetes Edelstahlgehäuse mit violetten und goldfarbenen Details. Mit 37 Millimetern Durchmesser und 10,6 Millimetern Höhe fällt es merklich kompakter aus als viele aktuelle Digitaluhren.
Das Quarzkaliber A824 bietet einen Chronographen, einen Countdown-Timer, eine zweite Zeitzone, einen Alarm und verschiedene Zählfunktionen. Der automatische Kalender ist bis Ende 2074 programmiert. Hinzu kommen eine LED-Beleuchtung und eine Warnanzeige für eine schwache Batterie. Der digitale Chronograph ist auf 4.000 Exemplare limitiert und kostet 650 Euro.
Zwei besondere Editionen für ausgewählte europäische Märkte
Eine Besonderheit für Käufer in Deutschland und einigen benachbarten Märkten sind zwei zusätzliche Quarzmodelle mit ausgesprochen kleinen Auflagen. Sie werden ausschließlich in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Dänemark und Polen angeboten und gehören damit nicht zum regulären internationalen Programm der Jubiläumsserie.
Die HGH004P1 besitzt ein 29,6 Millimeter großes und lediglich 6,2 Millimeter hohes Edelstahlgehäuse. Römische Ziffern, ein violettes Zifferblatt sowie goldfarbene Details sorgen für einen klassischeren Auftritt. Im Inneren arbeitet das Quarzkaliber 6N01. Die Uhr ist mit Saphirglas ausgestattet, bis 5 bar wasserdicht und kostet 370 Euro. Für alle fünf Märkte zusammen stehen lediglich 485 Exemplare zur Verfügung.

Der Quarzchronograph HGK003P1 verfolgt dagegen einen betont kantigen Ansatz. Sein 40 Millimeter großes Edelstahlgehäuse trägt eine Goldauflage; das violette Zifferblatt wird von silberfarbenen Hilfszifferblättern unterbrochen. Das Kaliber 8T63 bietet einen 60-Minuten-Chronographen, eine 24-Stunden-Anzeige und ein Datum.

Die bis 10 bar wasserdichte Uhr ist mit Saphirglas und einem verschraubten Gehäuseboden ausgestattet. Ihre Auflage umfasst lediglich 445 Exemplare für die fünf ausgewählten Märkte. Der Preis beträgt 470 Euro.
Ein Farbthema, acht sehr unterschiedliche Uhren
Edo-Violett schafft einen sichtbaren Zusammenhang zwischen acht Uhren, die technisch und gestalterisch ganz unterschiedliche Seiten von Seiko zeigen. Das Spektrum reicht von der klassischen mechanischen Sportuhr über GPS- und Solartechnik bis zur Neuinterpretation eines digitalen Modells aus der Markengeschichte.
Besonders eigenständig wird das Thema dort umgesetzt, wo die Farbe eng mit dem jeweiligen Charakter der Uhr verbunden ist. Die Presage inszeniert Edo-Violett auf einem strukturierten, vom Cocktail-Thema inspirierten Zifferblatt. Bei der Astron erscheint es als vertikaler Farbverlauf, während der digitale Rotocall die Farbe mit einem ungewöhnlichen historischen Bedienkonzept verbindet. Die Alpinist bleibt näher am vertrauten Erscheinungsbild der Kollektion und dürfte damit eine der vielseitigsten Uhren der Serie sein.
Alle acht Limited Editions sollen im Oktober 2026 erhältlich sein. Weitere Informationen stellt Seiko auf seiner offiziellen Jubiläumsseite bereit.





![„Freak [X Gold Enamel]“ von Ulysse Nardin](https://insight-luxury.com/wp-content/uploads/2025/06/Freak-x-1-490x550.gif)
