Uhren-News kompakt: Haute Horlogerie trifft Toolwatch

Vier Neuheiten, vier sehr unterschiedliche Aspekte der Uhrmacherei: Louis Moinet verbindet eine astronomische Anzeige mit Meteoriten, Unimatic überträgt Motorsportfarben auf eine robuste Toolwatch, Reservoir schärft seine instrumentelle Designsprache und Bruno Söhnle überarbeitet einen Chronographen aus Glashütte.

Louis Moinet Moon Meteor: Mondphase mit sechs Meteoriten

Mit der Moon Meteor übersetzt Louis Moinet den Lauf des Mondes in eine dreidimensionale Himmelslandschaft. Im Zentrum des Zifferblatts dreht sich eine leicht gewölbte Mondscheibe, begleitet von einer kleinen Astronautenfigur. Sechs Fragmente unterschiedlicher Meteoriten werden zu Bestandteilen der Anzeige und der Gestaltung.

Louis Moinet Moon Meteor LM-113.20.20 mit Mondphase und Meteoritenzifferblatt
Louis Moinet Moon Meteor LM-113.20.20. Bild: Louis Moinet

Der Astronaut als Bezugspunkt

Anders als bei einer klassischen Mondphase erscheint der Erdtrabant nicht in einem halbkreisförmigen Ausschnitt. Die große, gravierte und von Hand bemalte Scheibe liegt offen im Zentrum des Zifferblatts. Der darüber positionierte Astronaut bleibt fest, während sich der Mond unter seinen Füßen weiterdreht. Zwei seltene Mondmeteorite markieren Vollmond und Neumond.

Drei weitere Meteoritenfragmente stellen Meteore dar, die über die Himmelslandschaft ziehen. Aus einem sechsten Meteoriten besteht der umlaufende Höhenring. Leuchtmaterial in den gravierten Vertiefungen sowie eine aus mehreren Lack- und Firnisschichten aufgebaute Nebelwolke verändern die Wirkung im Dunkeln.

Die kosmische Inszenierung knüpft an Louis Moinets historische Verbindung zur Astronomie an. Der 1816 vollendete „Compteur de Tierces“ entstand für astronomische Beobachtungen und gilt heute als früher Chronograph. Meteorite gehören auch bei der heutigen Manufaktur zu den wiederkehrenden Werkstoffen. Mehr dazu zeigt unser Beitrag über Skelettuhren von Louis Moinet und weiteren unabhängigen Marken.

Zu Gehäusemaßen, Werk, Limitierung, Preis und Verfügbarkeit lagen in der ersten Mitteilung vom 8. September 2026 noch keine offiziellen Angaben vor.

Unimatic Modello Quattro UT4-TBB: 45 Toolwatches für den Mottarone

Unimatic Modello Quattro UT4-TBB
Unimatic Modello Quattro UT4-TBB für den Tutto Bene Mottarone Hill Climb. Bild: Unimatic

Unimatic entwickelt die Modello Quattro UT4-TBB im Umfeld des Tutto Bene Mottarone Hill Climb. Die auf 45 einzeln nummerierte Exemplare limitierte Uhr trägt eine Beschichtung in Cerakote H-362 Patriot Blue. Zwei weitere Ausführungen in Gold und Pink Champagne wurden ausschließlich für die Fahrer des Bergrennens am 9. September 2026 gefertigt und gelangen nicht in den freien Verkauf.

Blaues Gehäuse, kontrastreiche Zeiger

Das Gehäuse besteht aus Edelstahl 316L und misst 40 Millimeter im Durchmesser, 41,5 Millimeter einschließlich Lünette sowie 49 Millimeter von Horn zu Horn. Die feste Monoblock-Lünette, gebohrte Bandanstöße und die verschraubte Acht-Millimeter-Krone folgen der funktionalen Architektur der Modello Quattro. Die Uhr ist nach MIL-STD-810H getestet und bis 300 Meter wasserdicht.

Ein 2,8 Millimeter starkes, innen entspiegeltes Saphirglas schützt das ebenfalls blaue Zifferblatt. Dreidimensionale Indizes mit UNILIGHT C1 treffen auf einen violetten Stundenzeiger, einen pinkfarbenen Minutenzeiger und einen gelben Reverse-Lollipop-Sekundenzeiger.

Quarzkaliber mit schleichender Sekunde

Im Inneren arbeitet das Seiko-Quarzkaliber VH31A. Die Ganggenauigkeit wird mit plus oder minus 15 Sekunden pro Monat angegeben, die Batterielaufzeit mit rund zwei Jahren. Die UT4-TBB wird an einem zweiteiligen Nylonband in Patriot Blue ausgeliefert. Der Verkauf startete am 9. September 2026 um 15 Uhr MESZ ausschließlich über Unimatic. Der Preis beträgt 625 Euro ohne Mehrwertsteuer.

Reservoir Mark II: Instrumentendesign aus einem Guss

Reservoir fasst drei bekannte Gestaltungslinien in der neuen Mark-II-Serie zusammen: GT Tour Mark II, Kanister Mark II und Airfight Jet Mark II. Die Zifferblätter erinnern weiterhin an Drehzahlmesser, Tankanzeigen und Cockpitinstrumente. Neu ist vor allem der ganzheitlichere Auftritt von Gehäuse und integriertem Band.

Reservoir Mark II mit retrograder Minutenanzeige in drei Ausführungen
Die Reservoir Mark II in drei Ausführungen. Bild: Reservoir

Das charakteristische Anzeigeprinzip bleibt erhalten: Eine retrograde Minute über einen großen Kreisbogen trifft auf eine springende Stunde und eine Gangreserveanzeige. Statt die Instrumentenoptik nur auf dem Zifferblatt zu zitieren, führt die Mark-II-Generation ihre Linien nun stärker über Gehäuse, Krone und Band fort.

Die drei Varianten übertragen dieselbe technische Basis in unterschiedliche Welten. GT Tour nimmt Bezug auf den Automobilsport, Kanister auf Kraftstoff- und Druckanzeigen, Airfight Jet auf die Luftfahrt. Reservoir zeigte die Kollektion bei den Geneva Watch Days 2026; der Preis wird für alle drei Ausführungen mit 7.200 Euro angegeben.

Bruno Söhnle Turin Chronograph: matter und kontrastreicher

Bruno Söhnle Turin Chronograph mit neu gestaltetem Zifferblatt
Bruno Söhnle Turin Chronograph – Bild: Bruno Söhnle

Bruno Söhnle überarbeitet den Turin Chronograph, ohne dessen Proportionen zu verändern. An die Stelle des bisherigen Sonnenschliffs tritt ein fein strukturiertes, mattes Zifferblatt. Neu gezeichnete Zeiger und Appliken tragen Leuchtmasse und sollen die Ablesbarkeit verbessern.

Die drei Ausführungen unterscheiden sich vor allem durch ihren Stoppsekundenzeiger. Die Edelstahlversion mit weißem Zifferblatt kombiniert einen schwarzen Akzentring mit einem silberfarbenen Chronographenzeiger. Beim schwarzen Edelstahlmodell setzt Orange den Kontrast, während die vollständig schwarz ionenplattierte Variante einen gelben Zeiger erhält.

Gemeinsam sind ihnen ein Durchmesser von 39,5 Millimetern, Saphirglas, Großdatum, Chronographenfunktion und eine Wasserdichtigkeit von 10 bar. Die in Glashütte gefertigten Modelle kosten ab 950 Euro und sind über den Fachhandel sowie direkt bei Bruno Söhnle erhältlich.

Bruno Söhnle Turin Chronograph Varianten – Bild: Bruno Söhnle

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