Jaeger-LeCoultre High Precision Guarantee: Ein neues Siegel für Präzision

Mit dem HPG.Seal verbindet die Manufaktur künftig Chronometrie, Alltagstauglichkeit und Finissierung in einem eigenen Qualitätsstandard. Nach dem Debüt mit der Master Control Chronometre soll die Zertifizierung ab 2027 schrittweise auf weitere Kollektionen ausgeweitet werden.

Jaeger-LeCoultre führt mit dem High Precision Guarantee Seal, kurz HPG Seal, einen neuen eigenen Qualitätsstandard ein. Zertifiziert werden dabei zwei Bereiche: die chronometrische Präzision unter Bedingungen, die den realen Alltag simulieren sollen, sowie die Qualität der Werkveredelung. Das Siegel wird auf dem Gehäuseboden der geprüften Uhren ausgewiesen.

Erstmals vorgestellt wurde das HPG Seal bei Watches and Wonders Geneva 2026 mit der Master Control Chronometre. Bei den ersten Master-Control-Chronometre-Modellen wurden die Kaliber zunächst durch die COSC zertifiziert und anschließend dem umfassenderen HPG-Prüfverfahren der Manufaktur unterzogen.

High Precision Guarantee Seal von Jaeger-LeCoultre. Bild: Jaeger-LeCoultre

Präzision unter realen Bedingungen

Im Zentrum steht ein neu entwickeltes Prüfprotokoll, das nicht nur einzelne Belastungen isoliert betrachtet. Die Uhren werden vielmehr wechselnden Bedingungen ausgesetzt, die den Alltag am Handgelenk möglichst realistisch nachbilden sollen.

Geprüft werden unter anderem Höhenunterschiede beziehungsweise Luftdruckveränderungen bis zur Höhe der Manufaktur in Le Sentier auf 1.004 Metern, multidirektionale Stöße zwischen 25 und 50 G, verschiedene Tragepositionen sowie Temperaturschwankungen zwischen 18 und 35 Grad Celsius. Der Höhentest erfolgt am Kaliber, die übrigen Prüfungen an der eingeschalten Uhr.

Eine speziell entwickelte HPG-Prüfmaschine kombiniert diese Einflüsse in dynamischen Zyklen. Zwei Tage simulieren dabei einen aktiveren Alltag mit Bewegung, wechselnden Positionen, Stößen und Temperaturveränderungen. Am dritten Tag folgt eine Ruhephase in fester Position – vergleichbar mit einer abgelegten Uhr am Wochenende.

Bild: Jeager LeCoultre

Präzision trifft Finissierung

Bemerkenswert ist, dass Jaeger-LeCoultre das neue Siegel nicht allein über Ganggenauigkeit definiert. Auch die Veredelung des Uhrwerks ist Teil der Zertifizierung.

Um das HPG Seal zu erhalten, muss eine Uhr mindestens sechs von acht traditionellen Finissierungstechniken aufweisen. Dazu gehören unter anderem Anglage, Côtes de Genève, Perlage, polierte Schraubenköpfe, kreisförmige und lineare Schliffe sowie die Bearbeitung der Lagersteinfassungen.

Damit verbindet Jaeger-LeCoultre zwei Bereiche, die häufig getrennt betrachtet werden: technische Präzision und handwerkliche Ausführung.

Prüfung für das High Precision Guarantee Seal
Die Prüfungen sollen Bedingungen des täglichen Tragens abbilden. Bild: Jaeger-LeCoultre

Ein Name mit Geschichte

Ganz neu ist der Begriff „High Precision Guarantee“ für Jaeger-LeCoultre allerdings nicht. Bereits 1970 trug die Polaris II diese Bezeichnung auf dem Zifferblatt. Damals stand sie für das innovative 4-Hertz-Kaliber der Uhr. 1992 folgte mit dem 1,000 Hours Control ein weiterer eigener Prüfstandard, bei dem vollständig montierte Uhren über einen umfangreichen Zeitraum getestet wurden.

Mit dem neuen HPG Seal greift die Manufaktur diesen historischen Begriff wieder auf und überführt ihn in ein deutlich umfassenderes System.

Dabei geht es nicht nur darum, einen weiteren Prüfstandard neben bestehende Zertifizierungen zu stellen. Jaeger-LeCoultre macht daraus vielmehr einen eigenen Qualitätsbegriff: Präzision soll nicht nur im Labor bestehen, sondern im Alltag – und gleichzeitig sichtbar mit dem Anspruch der Haute Horlogerie verbunden bleiben.

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