Time to Watches 2026: Die Kunst der Komplikation
Die Entwicklung neuer, komplizierter Mechanismen ist langwierig und teuer. Und trotzdem sind es oftmals kleine, unabhängige Marken, die solche Innovationen hervorbringen oder neuartige Kaliber kreativ einzusetzen wissen. Weil sie wendig sind, ihren Markt kennen – und etwas wagen.
Bei der Time to Watches gibt es eine ganze Reihe solcher Zeitmesser zu sehen, die Sammler anziehen und oft genug auch für die Großen der Branche inspirierend sind.

Die kleine Marke Fears wurde vor knapp 180 jähren in Bristol gegründet, und dort sitzt sie nach ihrer Wiederauferstehung 2016 auch heute wieder, geführt von einem Nachfahren des Gründers. Traditionell, allerdings nicht museal, wirkt auch das Design vieler Fears-Uhren, eine Spezialität des Hauses neben schlanken Tonneau-Gehäusen sind die „Brunswick“-Modelle mit springender Stunde. Design und Montage erfolgen in Großbritannien, das Rohwerk aber stammt aus der Christopher-Ward-Produktion in der Schweiz, wo zum Beispiel auch Meistersinger die Werke für seine Salthora herstellen lässt. Das Kaliber hat sich wegen der Präzision und Geschwindigkeit des Sprungmechanismus etabliert. Fears gibt seinen Uhren dabei einen so eigenständigen Charakter, dass die technische Verwandtschaft mit anderen Marken kaum auffällt.

Sechs-Minuten-Tourbillon und Tageslängenanzeige
Wesentlich im Haus mitentwickelt wurde die „Maximus“ von Kerbedanz. Sie ist, wie der Name ankündigt, ein Weltrekord. Zentraltourbillons – die zu konstruieren eine noch weit größere Herausforderung ist als die herkömmliche Position bei 6 Uhr – haben in den vergangenen jähren auch bei manchen Marken auf der Watches and Wonders Furore gemacht. Die „Maximus“ lässt aber in der Mitte des Werks das weltweit größte Armband-Tourbillon rotieren. Seiner Prominenz angemessen, braucht es sechs Minuten für eine würdevolle Umdrehung, auch das einmalig und auf 99 Exemplare limitiert.
Ungewöhnlich sind auch die Zeitanzeigen, auf die sich Krayon spezialisiert hat, in ihrer Mechanik wie in der intuitiven Erfassbarkeit, die dem Haus sehr wichtig ist. Das Modell „Anyday“ bietet die Übersicht über alle Daten und Wochentage des aktuellen Monats und macht ihn dadurch planbarer.

Die „Anywhere“ gehört zu den wenigen mechanischen Uhren, die die veränderlichen Zeiten von Sonnenauf- und -untergang und anzeigen. Hier geschieht das über bewegliche Segmente, die damit auch das Verhältnis von Tag und Nacht darstellen. Wird die „Anywhere“ dafür auf den Wohn- oder Lieblingsort des Besitzers eingestellt, kann er beim Spitzenmodell, der „Everywhere“, auch auf Reisen mit einem Blick erkennen, wie viel Zeit bis zur Abend- oder Morgendämmerung bleibt.








