Piaget – Bewegung, Farbe und die Auflösung von Grenzen
Neuheiten von der Watches & Wonders 2026
Titel: Piaget – Possesion Ornamental Stones (C) Brigitte Niedermeier
Mit den Neuheiten zur Watches and Wonders Geneva 2026 entwickelt Piaget seine gestalterische DNA konsequent mit einem Feuerwerk an imposanten Neuheiten weiter. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht einzelne Modelle, sondern ein übergeordnetes Thema: Zeit als Bewegung, Material als Ausdruck und Form als verbindendes Element zwischen Uhr und Schmuck.
Swinging Pebbles – Zeit in Bewegung
Mit den neuen Swinging Pebbles knüpft Piaget direkt an die ikonischen Sautoirs der späten 1960er- und 1970er-Jahre an. Damals redefinierte die Maison mit ihrer „21st Century Collection“ die Uhr als tragbares Kunstobjekt – eine Entwicklung, die bis heute nachwirkt.



Piaget – swinging pebbles
Die neuen Modelle greifen diese Idee auf und übersetzen sie in eine zeitgenössische Form. Jede Uhr ist als Anhänger aus einem einzigen Stück Ornamentstein gefertigt – etwa Tigerauge, Verdite oder Pietersit. Das Material wird präzise ausgehöhlt, um ein Manufakturwerk aufzunehmen, und anschließend wieder geschlossen, sodass Gehäuse und Zifferblatt eine Einheit bilden.
Getragen werden die Uhren an geschwungenen, gedrehten Goldketten, die sich mit jeder Bewegung des Körpers verändern. Zeit wird hier nicht nur angezeigt, sondern inszeniert – als fließendes Element zwischen Objekt und Träger.

Die Kunst der Ornamentsteine – Farbe als Identität
Diese Modelle stehen im Kontext eines zentralen Themas der Maison: dem „Art of Colour“. Seit den 1960er-Jahren arbeitet Piaget mit Ornamentsteinen wie Lapislazuli, Malachit oder Türkis – nicht als dekoratives Detail, sondern als gestalterisches Zentrum der Uhr.

Möglich wurde dies durch die Entwicklung ultraflacher Kaliber, die Raum für größere, ausdrucksstarke Zifferblätter schufen. Der Stein wurde zur Bühne – jede Maserung, jede Farbnuance Teil der Komposition.
Auch 2026 setzt Piaget diesen Ansatz fort. Neue Farbwelten, darunter intensive Blautöne oder warme, erdige Nuancen, verbinden historische Referenzen mit einer modernen Interpretation von Materialität.


Sixtie – Zwischen Ikone, Form und „Swinging Sixties
Ergänzend dazu führt Piaget in der Sixtie-Kollektion die gestalterischen Codes der späten 1960er-Jahre konsequent weiter. Das charakteristische, feminin proportionierte Trapezgehäuse greift die Ästhetik der „Swinging Sixties“ auf – eine Zeit, in der sich die Grenzen zwischen Uhr und Schmuck bewusst auflösten.
Die aktuellen Modelle übersetzen diesen Ansatz in eine zeitgemäße Formensprache: Statt integrierter Edelmetallbänder setzen die neuen Varianten auf tiefblaue Alligatorlederarmbänder, die die fein ausgearbeiteten Godronierungen in satiniertem Roségold betonen. Zwei Zifferblattvarianten – ein silbern satiniertes Blatt mit römischen Indizes sowie eine Version aus blauem Quarzstein – unterstreichen den Anspruch der Maison, Material, Farbe und Form als gleichwertige Gestaltungselemente zu denken. Die Sixtie bleibt damit, trotz ihrer reduzierten Funktion, vor allem eines: ein fließendes Objekt zwischen Uhr und Schmuck, das seine Herkunft aus der Avantgarde der 1960er-Jahre bis heute sichtbar macht.


Piaget Polo – Codes und Kontinuität
Während die Schmuckuhren die expressive Seite der Maison zeigen, bleibt die Piaget Polo das strukturierende Element der Kollektion.


Die 1979 lancierte Linie, ursprünglich vollständig aus Gold gefertigt, definierte eine neue Form sportlicher Eleganz. Zentrales Gestaltungselement sind die Gadroons – reliefartige Linien, die Gehäuse und Armband strukturieren.


2026 werden diese Codes weiterentwickelt – durch neue Varianten mit Ornamentstein-Zifferblättern wie Sodalith, die konsequente Fortführung der charakteristischen Linienführung über die gesamte Kollektion sowie durch neue Duo-Modelle, die die Idee der „Couple Watch“ aufgreifen.
Die Verbindung aus runder Form und kissenförmiger Geometrie bleibt dabei erhalten – ein visuelles Spannungsfeld, das die Identität der Polo bis heute prägt.
High Jewellery und mechanische Extreme
Parallel dazu erweitert Piaget seine Kompetenz im Bereich der Haute Horlogerie. Mit der Integration von Ornamentsteinen in technisch anspruchsvolle Modelle wie das ultraflache Tourbillon zeigt die Maison, dass sich ästhetische und mechanische Extreme nicht ausschließen.


Die Verarbeitung dieser Materialien erfordert höchste Präzision – von der Reduktion auf minimale Materialstärken bis hin zur Integration in bewegliche Komponenten des Uhrwerks.
Die Neuheiten von Piaget erscheinen nicht als einzelne Produkte, sondern als Ausdruck eines klaren, zusammenhängenden Narrativs – von Zeit als bewegtem Objekt über Material als zentrales Gestaltungselement bis hin zu einer konsequent weiterentwickelten Formensprache, die die Identität der Maison trägt. Zeit ist hier nicht nur messbar, sondern sichtbar, fühlbar und in Bewegung.






