Audemars Piguet x Swatch und die Taschenuhr Royal Pop – Top oder Flop?

Noch ist es zu früh, um die Frage zu beantworten, ob das Audemars-Piguet-x-Swatch-Modell „Royal Pop“ ähnlich erfolgreich wie die „MoonSwatch“ sein wird. Die Reaktionen in den sozialen Medien zeigen bislang ein gemischtes Bild. Die Kommentare reichen von „Royal Joke“ bis „OMG, this is so awesome!“.

Ob man sie nun mag oder nicht: Die „Royal Pop“ bringt drei spannende Aspekte mit sich.

Da ist zum einen das automatische Swatch-Uhrwerk Sistem51, das nun als Handaufzugsversion daherkommt. Ich gehe davon aus, dass es nicht bei der „Royal Pop“ als einzigem Einsatzort bleiben wird. Weshalb nicht mit einem puren Swatch-Handaufzugsmodell den aktuellen Vintage-Hype innerhalb der jungen Uhren-Community aufgreifen?

Audemars Piguet x Swatch Royal Pop Box

Spannend ist zudem die Tatsache, dass sich ausgerechnet eine „altehrwürdige“, im oberen Preissegment angesiedelte Manufaktur wie Audemars Piguet im Jahr nach ihrem 150. Jubiläum auf eine Kooperation mit Swatch einlässt – einer Marke, deren Produkte AP-Käufern wohl mehrheitlich als „Plastikuhr“ bezeichnen. Es bleibt abzuwarten, ob der Markt reif für eine solche Zusammenarbeit ist.

Ilaria Rester, CEO von Audemars Piguet, schreibt auf ihrem LinkedIn-Account dazu: „Die Meinungen zu diesem Projekt sind natürlich geteilt. Das sind sie immer, wenn Luxus über seine traditionellen Grenzen hinausgeht. Genau hier wird die Relevanz wiedergeboren: Wenn Uhrmacherei Diskussionen, Neugier, Verlangen und sogar Meinungsverschiedenheiten anregt.“

Interessant ist ferner, dass sich die Pressemitteilungen von AP und Swatch in einem Punkt unterscheiden: Audemars Piguet verweist darauf, dass 100 Prozent der Erlöse aus dieser Zusammenarbeit in eine spezielle Initiative investiert werden sollen, die der Bewahrung und Weitergabe uhrmacherischer Fertigkeiten dient.

Audemars Piguet x Swatch Royal Pop: die Fakten

Die „Royal Pop“-Kollektion umfasst acht farbenfrohe Swiss-Made-Modelle im Taschenuhrformat, die auf verschiedene Weise getragen werden können. Gefertigt sind sie aus Bioceramic. Das Material besteht zu zwei Dritteln aus Keramik und zu einem Drittel aus Biokunststoff.

Als Inspirationsquelle dienten neben der „Royal Oak“ von Audemars Piguet auch die Swatch-„Pop“-Linie aus den 1980er-Jahren. So erklärt sich der Name „Royal Pop“.

Audemars Piguet x Swatch Royal Pop

Anstelle eines Armbands dient als Halterung ein Lanyard – also ein Band oder eine Schnur, die man beispielsweise um den Hals, am Handgelenk, an einer Tasche oder an einer Gürtelschlaufe trägt. Im Falle der „Royal Pop“ besteht es aus Leder, ist mit Kontrastnähten versehen und in acht Farben sowie drei Längen erhältlich. Zudem gibt es eine kleine Halterung, mit der sich die Uhr in eine Tischuhr verwandeln lässt.

Die Uhr wird durch das Einsetzen der Rückseite in den Clip befestigt. Dieser kann je nach Vorliebe auch entfernt werden. Das beim Befestigen entstehende Klickgeräusch soll zum akustischen Erkennungsmerkmal dieser Kollektion werden.

Audemars Piguet x Swatch Royal Pop

Sistem51: Handaufzug für die Royal Pop

Im Inneren arbeitet das mechanische Swatch-Uhrwerk Sistem51. 2013 wollte die Swatch Group damit zeigen, dass sich eine mechanische Schweizer Automatikuhr extrem günstig und vollautomatisch produzieren lässt. Das Werk besteht aus lediglich 51 Komponenten und wird vollständig automatisiert montiert.

Für die „Royal Pop“ wurde eine Handaufzugsversion mit 25 aktiven Patenten konstruiert. Sie bietet über 90 Stunden Gangreserve und ist mit einer antimagnetischen Nivachron-Spiralfeder ausgestattet. Letztere wurde in Kooperation mit Audemars Piguet entwickelt und findet sich deshalb auch in einigen AP-Modellen wieder. Sichtbar ist das neue Sistem51 durch den Saphirglasboden.

Unmittelbare und ungewöhnliche Gangreserveanzeige

Eines der Patente betrifft das Design des Federhauses, das nicht nur dekorativen Zwecken dient, sondern zugleich die Gangreserve der Uhr anzeigt. Sind die Federhauskammern grau sichtbar, erkennt man die Windungen der Hauptfeder – ein Zeichen dafür, dass die Uhr aufgezogen werden muss.

Audemars Piguet x Swatch Royal Pop

Ist hingegen eine goldene Farbgebung zu erkennen, ist die Hauptfeder nicht mehr durch die Federhauskammern sichtbar. Die Feder ist dann vollständig komprimiert, wodurch erkennbar wird, dass die Uhr komplett aufgezogen ist und mit voller Leistung läuft.

Acht Farbkombinationen und zwei Taschenuhrformate für die Royal Pop

Neben acht Farbkombinationen besteht zudem die Wahl zwischen zwei Taschenuhrformaten:

  • Eine Taschenuhr im Lépine-Stil mit der Aufzugskrone bei 12 Uhr. Das Ablesen der Uhrzeit wird auf zwei Zeiger reduziert (Stunden und Minuten). Diese Version ist in sechs Modellen erhältlich.
  • Eine Taschenuhr im Savonnette-Stil mit der Aufzugskrone bei 3 Uhr. Diese Version gibt es in zwei Modellen. Sie verfügt über ein Hilfszifferblatt mit kleiner Sekunde bei 6 Uhr.
Audemars Piguet x Swatch Royal Pop

Aber weshalb eigentlich genau acht Modelle für Audemars Piguet x Swatch? Diese Zahl verweist auf die acht Seiten des Gehäuses sowie auf die acht Schrauben der charakteristischen Lünette der „Royal Oak“. Passenderweise besitzt die „Royal Pop“ zudem acht zusätzliche Patente für die Gehäusekonstruktion.

Das Gehäuse ist 8,4 Millimeter hoch und misst 40 Millimeter im Durchmesser. Mit angeclipptem Rahmen erhöht sich das Format auf 44,2 x 53,2 Millimeter.

Audemars Piguet x Swatch Royal Pop

Royal-Oak-Design in Swatch-Manier

Das „Petite Tapisserie“-Zifferblattmuster unter Saphirglas zählt seit 1972 zu den charakteristischen Designmerkmalen der „Royal Oak“-Kollektion. Alle acht „Royal Pop“-Modelle verfügen daher über dieses sofort wiedererkennbare Muster.

Das gilt auch für den vertikalen Satin-Schliff auf der achteckigen Lünette, deren charakteristische acht sechseckige Schrauben ebenfalls zitiert werden. Bei allen acht Modellen sind die „Schrauben“ jedoch auf das Gehäuse geschweißt und nicht verschraubt. Auch der bedruckte Gehäuseboden ist verschweißt statt verschraubt.

Audemars Piguet x Swatch Royal Pop

Audemars Piguet x Swatch ist ab dem 16. Mai 2026 exklusiv in ausgewählten Swatch Stores erhältlich. Wie auch bei anderen Swatch-Kooperationen kann nur eine Uhr pro Person, pro Tag und pro ausgewähltem Store erworben werden. (UVP 385 bzw. 400 €)

swatch.com

audemarspiguet.com

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