Richemont wächst weiter – Schmuckhäuser treiben den Luxuskonzern

Die Schweizer Luxusgruppe Richemont hat für das Geschäftsjahr 2025/26 ein solides Wachstum gemeldet. Trotz geopolitischer Unsicherheiten, steigender Rohstoffpreise und schwieriger Währungseffekte stieg der Gruppenumsatz auf 22,4 Milliarden Euro – ein Plus von 11 Prozent zu konstanten Wechselkursen.

Besonders stark entwickelten sich erneut die Schmuckhäuser des Konzerns. Cartier, Van Cleef & Arpels, Buccellati und Vhernier erzielten zusammen 16,5 Milliarden Euro Umsatz und wuchsen damit um 14 Prozent zu konstanten Wechselkursen. Gleichzeitig erreichte die Sparte eine operative Marge von 30,5 Prozent.

Schmuck bleibt Wachstumstreiber

Die Zahlen unterstreichen eine Entwicklung, die sich seit einigen Jahren innerhalb des Luxusmarktes abzeichnet: Hochwertiger Schmuck entwickelt sich zunehmend stabiler als viele andere Luxussegmente. Während Mode stärker von Trends und Konjunktur beeinflusst wird, profitieren Schmuckhäuser von langfristiger Markenbindung, emotionalem Wert und einer wachsenden internationalen Nachfrage.

Richemont verweist dabei ausdrücklich auf die anhaltend starke Nachfrage nach Schmuck und hochwertigen Uhren in nahezu allen Regionen. Besonders die Americas entwickelten sich über das gesamte Jahr zweistellig, aber auch Europa, Japan und der asiatisch-pazifische Raum verzeichneten Wachstum. Selbst China zeigte laut Richemont im zweiten Halbjahr wieder leichte Erholungstendenzen.

Uhrenmarkt stabilisiert sich langsam

Deutlich differenzierter bleibt die Situation im Uhrenbereich. Die Specialist Watchmakers von Richemont – darunter A. Lange & Söhne, Jaeger-LeCoultre, Vacheron Constantin oder IWC – verzeichneten zwar einen Umsatzrückgang von vier Prozent zu aktuellen Wechselkursen, zeigten aber zu konstanten Kursen wieder leichtes Wachstum.

Interessant ist dabei vor allem die Entwicklung im zweiten Halbjahr. Richemont spricht von ersten Stabilisierungssignalen nach einer schwierigen Phase für den globalen Uhrenmarkt. Besonders Marken wie A. Lange & Söhne, Jaeger-LeCoultre und Vacheron Constantin hätten zuletzt wieder positive Dynamik gezeigt.

Luxus zwischen Exklusivität und langfristiger Markenpflege

Auffällig ist zudem, wie stark Richemont weiterhin auf Handwerk, Heritage und kontrollierte Distribution setzt. Der Konzern betont ausdrücklich langfristige Investitionen in Savoir-faire, Produktionskapazitäten und Markenidentität. Gleichzeitig wächst der Anteil des Direktvertriebs weiter: Inzwischen stammen 77 Prozent des Gruppenumsatzes aus Direct-to-Client-Kanälen.

Gerade im Schmuckbereich zeigt sich dabei ein Trend, der aktuell weite Teile des Luxusmarktes prägt: Kunden suchen zunehmend nach emotional aufgeladenen Produkten mit starker Identität, handwerklicher Glaubwürdigkeit und langfristigem Wert.

Baume & Mercier vor Verkauf

Im Uhrenbereich kündigte Richemont zudem den Verkauf von Baume & Mercier an die italienische Damiani Group an. Beide Unternehmen sehen innerhalb der familiengeführten Struktur von Damiani bessere langfristige Entwicklungsmöglichkeiten für die Marke. Der Abschluss der Transaktion wird für Sommer 2026 erwartet.

Solide Ergebnisse trotz Unsicherheit

Der operative Gewinn des Konzerns lag bei 4,5 Milliarden Euro, während der Nettogewinn auf 3,5 Milliarden Euro anstieg. Gleichzeitig bleibt Richemont mit einer Netto-Cash-Position von 8,5 Milliarden Euro finanziell sehr stark aufgestellt.

Die Zahlen zeigen insgesamt, dass sich der Luxusmarkt weiter verändert: Während der Uhrenbereich nach einer schwierigen Phase langsam Stabilisierungssignale sendet, bleibt insbesondere hochwertiger Schmuck einer der wichtigsten Wachstumstreiber innerhalb der globalen Luxusindustrie.

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