Transparenz in der Uhren- und Schmuckbranche

Transparenz ist in den Lieferketten von Gold, Diamanten und Edelsteinen kein einzelner Nachweis, sondern das Ergebnis vieler miteinander verbundener Schritte. Herkunft, Verarbeitung, Handel und Zertifizierung müssen nachvollziehbar dokumentiert werden – und doch bleibt jede Lieferkette nur so verlässlich wie die Informationen, auf denen sie basiert.

Genau deshalb haben sich Standards, Initiativen und technologische Systeme etabliert, die an unterschiedlichen Punkten ansetzen: vom Abbau über Raffinerien und Handel bis zur digitalen Rückverfolgung. Die zentrale Frage lautet daher: Wer sorgt für Transparenz – und wo liegen die Grenzen?

Wer sorgt nun für Transparenz?

Übergreifende Standards

Organisationen wie der Responsible Jewellery Council (RJC), CIBJO oder die OECD mit ihrer Due Diligence Guidance definieren grundlegende Rahmenwerke für verantwortungsvolle Geschäftspraktiken.

Der RJC richtet sich direkt an Unternehmen der Schmuck- und Uhrenbranche und deckt mit seinem Code of Practices Themen wie Menschenrechte, Umweltmanagement und Geschäftsethik ab. Die ergänzende Chain-of-Custody-Zertifizierung soll Materialflüsse nachvollziehbarer machen.

CIBJO bietet mit dem Responsible Sourcing Blue Book Orientierung bei Begriffen und Prozessen. Die OECD-Leitlinien bilden eine international anerkannte Grundlage für risikobasierte Sorgfaltspflichten und prägen viele branchenspezifische Standards.

Gold: Standards an Mine, Raffinerie und Handel

IRMA bewertet industrielle Minen anhand sozialer, ökologischer und Governance-Kriterien.

Fairmined und Fairtrade konzentrieren sich auf den Kleinbergbau und fördern bessere Arbeits- und Umweltbedingungen sowie stabilere Einkommen.

Die LBMA spielt eine zentrale Rolle im internationalen Goldhandel. Ihre Responsible Gold Guidance richtet sich insbesondere an Raffinerien und umfasst Anforderungen an Herkunftsprüfung, Risikomanagement und Prävention von Geldwäsche.

Raffinerien sind dabei ein entscheidender Knotenpunkt, da hier Material aus unterschiedlichen Quellen zusammengeführt wird.

Diamanten: Konfliktkontrolle und Rückverfolgung

Der Kimberley-Prozess reguliert den internationalen Handel mit Rohdiamanten und zielt darauf ab, Konfliktdiamanten auszuschließen, ist jedoch kein umfassender Nachhaltigkeitsstandard.

Das System of Warranties erweitert diesen Ansatz entlang der Lieferkette. Ergänzend gewinnen Herkunftsnachweise und digitale Rückverfolgungssysteme zunehmend an Bedeutung.

Technologische Ansätze

Digitale Systeme wie Blockchain oder Produktpässe ermöglichen es, Informationen entlang der Lieferkette zu speichern und zugänglich zu machen.

Physische Marker, etwa DNA-basierte Tracer, können helfen, die Verbindung zwischen Material und Datensatz zu stärken. Dennoch bleibt entscheidend, wie verlässlich die zugrunde liegenden Daten sind.

Mehr zum Thema „Lieferketten“ erfahren Sie hier: https://insight-luxury.com/2026/08/08/was-bedeutet-nachhaltigkeit-in-der-uhren-und-schmuckbranche/

Hinweis der Redaktion: die Angaben stammen aus den offiziellen Quellen der jeweiligen Organisationen.

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