Swatch Group schlägt Mitglied für den Verwaltungsrat vor

In einer Ad-hoc-Mitteilung hat die Swatch vorgeschlagen, Andreas Rickenbacher bei der nächsten ordentlichen Generalversammlung am 12. Mai 2026 zum neuen Mitglied des Verwaltungsrats zu ernennen.

Dieser Vorschlag steht im Einklang mit dem Bestreben, die Unternehmensführung der Swatch Group zu stärken und vom zusätzlichen Fachwissen innerhalb ihres Verwaltungsrats zu profitieren, hieß es in der Mitteilung.

Der Schweizer Andreas Rickenbacher ist Betriebswirt und war von 2006 bis 2016 Regierungsrat des Kantons Bern. Zuvor war er als Unternehmer und Berater tätig. Seit 2016, nach mehr als 20 Jahren in der Politik, ist er Unternehmer und unabhängiges Mitglied von Verwaltungsräten im privaten Sektor.

Erwähnenswert ist dieser Vorschlag vor dem Hintergrund der Vorgänge rund um den Verwaltungsrat im vergangenen Jahr. Bei der ordentlichen Generalversammlung der Aktionärinnen und Aktionäre der Swatch Group am 21. Mai hatte Steven Wood, der mit seiner Beteiligungsgesellschaft Greenwood Investors 0,5 Prozent der börsennotierten Swatch Group hält, für einen Sitz als Vertreter der Inhaberaktionäre im Verwaltungsrat kandidiert.

Im Anschluss an die Versammlung teilte die Swatch Group mit, dass Wood mit 79,2 Prozent Gegenstimmen abgelehnt wurde. Steven Wood vertrat daraufhin die Auffassung, dass der Wahlvorgang nicht ordnungsgemäß durchgeführt worden sei. Dem widersprach die Swatch Group  mit Nachdruck: „Das ist falsch“, heißt es auf der Website des Konzerns.

Folgt man den Ausführungen der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), gibt die Swatch Group nun dem Druck des Investors nach. Hinzu kommen schwache Geschäftszahlen für 2025. Diese und die Forderung nach der Erneuerung des Verwaltungsrates würden die Aktionäre nervös machen, so die Schweizer Zeitung. „Dies zeigt die geringe Zustimmung von 55,7 Prozent zur Entlastung von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung bei der letzten GV.“

Zudem fordere Wood weiterhin eine stärkere Vertretung der Inhaberaktionäre im Verwaltungsrat und „dass die Mehrheit des Gremiums unabhängig ist – weder dem Hayek-Pool angehört noch operativ tätig ist oder länger als zwölf Jahre im Amt bleibt.“

Derzeit ist die Swatch Group fest in der Hand der Familie Hayek, so die NZZ: „Nayla, Nick und Marc Hayek führen den Konzern als Verwaltungsratspräsidentin, CEO und Chef des Luxussegments. Gemeinsam mit Vertrauten kontrollieren sie 44 Prozent der Stimmrechte.“

Nick Hayek, CEO Swatch Group
Nick Hayek, CEO Swatch Group

„Die Wahl Rickenbachers, der als achtes Mitglied in den Verwaltungsrat einziehen soll, wäre ein Schritt in die von Wood geforderte Richtung“, meint die NZZ.

Über seine Lösungen für die Probleme der Swatch-Gruppe wolle er nicht sprechen, das sei „noch etwas zu früh und wäre vermessen“, zitiert ihn die Berner Tageszeitung „Der Bund“.

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