Watches & Wonders 2026: Edelmetalle, Diamanten und ein Panther von Cartier
Cartier wurde 1847 in Paris von Louis-François Cartier gegründet und entwickelte sich rasch zum Hofjuwelier europäischer Königshäuser. Neben Schmuck spielte von Anfang an auch die Uhrmacherei eine wichtige Rolle.
Charakteristisch für Cartier-Uhren sind klare geometrische Formen, römische Ziffern, gebläute Zeiger und die Cabochonkrone. Die Marke verbindet klassische Uhrmacherkunst mit der Ästhetik eines Juweliers. Heute gehört Cartier zum Schweizer Luxuskonzern Richemont und fertigt neben Quarz- und Automatikuhren auch eigene Manufakturwerke.
Auf der Watches & Wonders 2026 präsentiert Cartier eine Vielzahl an Neuheiten – von schmuckhaften Quarzuhren über markante Automatikmodelle bis hin zu kunstvollen Métiers-d’Art-Kreationen, bei denen der ikonische Cartier-Panther im Mittelpunkt steht.
Clou de Paris und 100 Diamanten für die Baignoire von Cartier
Die „Baignoire“, die erstmals 1958 erschien und 1973 offiziell ihren Namen erhielt, zählt zu den Formuhren des Hauses. Über die Jahrzehnte hinweg wurde sie immer wieder neu interpretiert, blieb dabei jedoch stets ihrer ursprünglichen Identität treu.
Ihr markantestes Merkmal ist das ovale Gehäuse, das an eine kleine Badewanne erinnert – daher der Name „Baignoire“ (Französisch für Badewanne). Die Form geht auf ein Design von 1912 zurück und wurde 1958 zur heute bekannten Silhouette weiterentwickelt.
2023 kombinierte Cartier das ovale Gehäuse erstmals mit einem Goldarmreif. Dadurch rückte der Schmuckcharakter der Uhr noch stärker in den Vordergrund. Cartier selbst beschreibt das Konzept poetisch als „Oval in einem Oval“: Das kleine Gehäuse ruht auf einem oval geformten Armreif.

In diesem Jahr interpretiert die Marke das Modell unter anderem mit einem Clou-de-Paris-Motiv – und zwar allover auf Zifferblatt, Gehäuse und Armreif. Diese architektonische Geometrie, bereits in den 1920er-Jahren Teil des stilistischen Repertoires von Cartier, gehört bis heute zu den charakteristischen Designelementen der Maison.
Der Armreif ist aus einfarbigem Gold gefertigt, um einen nahtlosen Übergang zum Zifferblatt zu schaffen. Proportionen und Linienführung wurden sorgfältig angepasst, damit sich das Reliefmuster harmonisch an die geschwungenen Kurven anschmiegt. Die Liebe zum Detail zeigt sich selbst in kleinen Elementen wie den gelbgoldenen Drückern der Schließe, die sich in die Rundung des Armbands einfügen.

Eine zweite neue „Baignoire“-Interpretation setzt zusätzlich auf funkelnden Luxus: Insgesamt 100 Diamanten verteilen sich auf Gehäuse, Armreif und Zifferblatt. Letzteres ist im sogenannten Snow Setting ausgeführt – einer Fassart, bei der unterschiedlich große Diamanten dicht nebeneinandergesetzt werden und ein besonders lebendiges Lichtspiel erzeugen.
Funkelnde Kurven für die Myst de Cartier
Die skulpturale „Myst de Cartier“ steht exemplarisch für die Verbindung von Schmuckkunst und Uhrmacherei. „Bei der neuen ‚Myst de Cartier‘ dreht sich alles um Volumen und Bewegung. Ihr Design knüpft an die Schmuckuhren an, die Anfang der 1930er-Jahre unter der Leitung von Jeanne Toussaint entstanden – skulpturale und zugleich extravagante Stücke“, erläutert Pierre Rainero, Direktor für Image, Stil und Kulturerbe bei Cartier.

Das „Geheimnisvolle“ dieser Uhr liegt in ihrer überraschenden Konstruktion. Sie kommt ohne klassische Schließe aus und erinnert an ein Trompe-l’œil-Armband. Wie Perlen aufgereiht wirken die einzelnen Elemente, die sich wie schützende Talismane um das Handgelenk legen.
Eine Variante kombiniert schwarze Lackelemente mit Diamanten und einem geometrischen Pavé-Zifferblatt. Eine zweite, noch exklusivere Interpretation lässt das gesamte Armband unter einem Teppich aus Diamanten verschwinden.
Eleganz und neue Nieten für die Roadster von Cartier
Mit der „Roadster“ kehrt eine der markantesten Cartier-Uhren der frühen 2000er-Jahre zurück. Das Modell, das erstmals 2002 vorgestellt wurde, zeichnete sich durch sein dynamisches, vom Automobildesign inspiriertes Erscheinungsbild aus.
Das tachometerartige Zifferblatt, die scheinwerferförmige Datumsanzeige sowie Nieten und Schrauben erinnerten bewusst an die Welt der mechanischen Karosserien – eine Hommage an die Faszination der Cartier-Brüder für Technik und Fortschritt.

Die neue „Roadster“ wirkt eleganter, bleibt dem ursprünglichen Design jedoch treu. Die skulpturalen Linien wurden mit Unterstützung von über hundert Kunsthandwerkern neu interpretiert – von Designern über Uhrmacher und Zifferblattmacher bis hin zu Polierern und Prägern.
Die Uhr erscheint in Gold, Edelstahl sowie in einer Bicolor-Variante und wird in zwei Größen angeboten: Medium und Large. Vier neue Nieten auf der Lünette betonen den markanten Charakter des Modells.

Auch das Zifferblatt wurde überarbeitet. Das kreisförmige Streifenmuster, die Eisenbahnminuterie und die römischen Ziffern bleiben, erhalten jedoch durch einen geprägten Applikationseffekt und lackierte Indizes mehr Tiefe.
Im Inneren arbeiten die Automatikwerke 1847 MC für die größeren Modelle und das 1899 MC für die mittleren Varianten.
Obsidian und 394 Glieder für die Santos-Dumont von Cartier
Mit ihrem flexiblen Metallarmband, dem Hartsteinzifferblatt und dem mechanischen Manufakturwerk interpretiert diese neue „Santos-Dumont“ den eleganten Dandyismus von Alberto Santos-Dumont neu. „Die neue ‚Santos-Dumont‘ betont die Ähnlichkeit zur Originalform, und das Armband, zugleich fließend und kostbar, ist Ausdruck zeitgenössischer Eleganz“, so Pierre Rainero.
Das Modell greift die charakteristischen Merkmale der 1904 entwickelten Fliegeruhr auf: römische Ziffern, sichtbare Schrauben, eine facettierte Krone und den blauen Cabochon.
Besonders bemerkenswert ist das Zifferblatt aus vergoldetem Obsidian. Der vulkanische Stein aus Mexiko verdankt seine irisierenden Reflexe winzigen Lufteinschlüssen. Mit einer Dicke von nur 0,3 Millimetern ist das Material äußerst empfindlich und verlangt den Handwerkern höchste Präzision ab.
Das Gelbgoldarmband besteht aus 15 Reihen mit insgesamt 394 Elementen. Die nur 1,15 Millimeter schmalen Glieder sorgen für außergewöhnliche Flexibilität und hohen Tragekomfort.
Panther und Emaille für die Tortue von Cartier
Seit ihrer Einführung im Jahr 1912 gehört die „Tortue“ zu den charakteristischen Formuhren von Cartier. Nach ihrem Comeback innerhalb der „Cartier Privé“-Kollektion im Jahr 2024 präsentiert die Maison nun eine neue Interpretation.


Die Proportionen wurden überarbeitet, Linien weicher gestaltet und Kanten stärker abgerundet. Die Modelle erscheinen in Gelbgold, Roségold, Weißgold sowie in diamantbesetzten Varianten. Ein Höhepunkt ist die Platinversion mit 46 Baguette-Diamanten auf der Lünette. Weitere Brillanten schmücken die Aufzugskrone sowie die Dornschließe.

Besonders eindrücklich ist jedoch die „Tortue Panthère Métiers d’Art“. Auf dem Zifferblatt erscheint der Cartier-Panther hinter einem Vorhang aus Regen. Die Szenerie wurde mithilfe der Champlevé-Emailletechnik umgesetzt. Für die Regentropfen schufen die Kunsthandwerker winzige Vertiefungen, die mit transparentem Emaillepulver sowie Gold- oder Silberflocken gefüllt wurden. Über 15 Farbtöne und mehr als 36 Brennvorgänge waren nötig, um das Motiv zu vollenden. Allein die Emaillierung des Zifferblatts dauerte rund 80 Stunden.

Die Uhr erscheint in zwei limitierten Editionen von jeweils 100 Exemplaren: in Weißgold mit smaragdgrünen Pantheraugen sowie in Gelbgold mit Tsavorit-Augen.
„Besonders stolz bin ich auf die Emaillearbeiten, die sich vom Zifferblatt bis zum Gehäusemittelteil erstrecken und ein außergewöhnliches Können demonstrieren“, sagt Karim Drici, Senior Vice President COO bei Cartier.






