Uhren ohne Krone? Kein Problem!

Natürlich gehört zu jeder Armbanduhr mindestens eine Krone, mit der sich die Zeiger, gegebenenfalls auch das Datum einstellen lassen und ein Handaufzugswerk mit Energie versorgt wird. Das ist so praktisch wie – störend.

Auch das ebenmäßigste Design wird durch die Krone asymmetrisch beeinträchtigt, unabhängig davon, ob sie an der rechten oder linken Flanke des Gehäuses sitzt. Überall ist sie gefährdet, kann hängen bleiben oder Stöße, die auf diese exponierte Stelle treffen, ins Werk weiterleiten und dort Schaden anrichten.

Aber es geht auch ohne Krone, wie diese drei Beispiele zeigen.

Minerva: Für das Flugzeug

Minerva hat in seiner langen Geschichte schon Drehlünetten lange vor der Einführung der typischen Taucheruhren eingesetzt: nämlich bei Zeitmessern der 1920er-Jahre, auf denen Piloten für die Navigation eine Markierung setzen konnten; die kräftig geriffelte Lünette ließ sich auch mit dicken Handschuhen bedienen.

Dieses Prinzip hat die Manufaktur bereits 2023 für ein weit komplexeres Projekt aufgegriffen: einen über die Lünette gesteuerten Chronographen. Jetzt erscheint mit „The Crownless Unveiled“ eine Dreizeigeruhr, die ohne Krone auskommt. Zeiteinstellung und Aufzug erfolgen über die Lünette; ein kleiner Hebel am Gehäuseboden schaltet zwischen den Funktionen um.

Auch optisch ist die „Crownless“ eine Reminiszenz an vergangene Zeiten, orientiert sich aber eher an Vorbildern aus den 1940er- und 1950er-Jahren. Als zentrales Element ist die Lünette aus Gold gefertigt, dessen Ton von Zeigern und Zifferblattelementen aufgenommen wird.

Das Gehäuse besteht aus Edelstahl und verfügt über einen Sichtboden, der den Blick auf das Manufakturwerk M15.08 freigibt. (UVP 39.000 €)

Frederique Constant: Für den Abend

Das Prinzip von Manschetten-Uhren ist, dass sie vor allem Schmuckstücke sind – mit integriertem Zeitmesser. Eine Krone wäre also störend. Die kleinen, quarzgetriebenen „Classic Manchette“-Modelle von Frederique Constant werden deshalb auf der Unterseite im breiten Edelstahl-Armreif justiert.

Schon die ersten Modelle mit der markanten Clou-de-Paris-Struktur waren ein großer Erfolg. Jetzt legt die Marke noch einmal nach: mit einer auffälligen, vergoldeten Version mit Türkisblatt sowie einer weniger dramatischen Variante mit hellgrünem Blatt (UVP 1.295 bzw. 1.995 €).

IWC Schaffhausen: Für das Raumschiff

Eine Uhr wie aus Galaxien, die noch kein Mensch zuvor gesehen hat. Der Grund für IWC Schaffhausen, seine erste für die Raumfahrt konstruierte Uhr nicht mit einer klassischen Krone zu versehen, ist jedoch keine außerirdische Ästhetik, sondern eine ähnliche Idee wie bei den frühen Fliegeruhren: Die „Pilot Venture Vertical Drive“ soll sich auch von Reisenden in Raumanzügen bedienen lassen können – über die Lünette.

Diese hat auch hier eine Doppelfunktion: Sie ermöglicht das Einstellen der Zeit sowie einen Handaufzug, der die automatisch erzeugte Energie ergänzen soll. Denn im All arbeitet der Rotoraufzug nicht so effektiv wie auf der Erde. Eine Wippe an der linken Seite des Gehäuses schaltet zwischen den Funktionen um.

Das für die „Vertical Drive“ entwickelte Kaliber 32722 zeigt die Zeit weltraumgerecht im 24-Stunden-Format an, lässt sich aber auch unkompliziert auf eine bestimmte Zeitzone einstellen. (UVP 28.600 €)

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