Basilia: Neue Schmuck- und Uhrenmesse startet 2027 in Basel
Bei der Pressekonferenz am 18. Juni in Basel haben Informa Markets und die MCH Group ein neues internationales Messeformat für die Schmuck- und Uhrenbranche vorgestellt: die Basilia Jewellery & Watch Fair.
Mit Basilia soll in Basel eine Plattform entstehen, die Europa, Asien und weitere internationale Märkte enger miteinander verbindet. Im Mittelpunkt steht nicht allein die Präsentation von Produkten, sondern der Aufbau eines neuen Handels- und Begegnungsortes für Hersteller, Designer, Marken, Händler, Großhändler, Distributoren und Sourcing-Spezialisten.
Die Premiere ist für April 2027 in Halle 2 der Messe Basel geplant. Veranstaltet wird die neue Plattform gemeinsam von Informa Markets und der MCH Group.

Damit bündeln zwei bedeutende Messeakteure ihre Kompetenzen: Informa Markets bringt unter anderem Erfahrung aus Formaten wie Jewellery & Gem WORLD Hong Kong ein, während die MCH Group für internationale Plattformen wie Art Basel steht und bis 2019 die Baselworld ausrichtete.
Brücke zwischen Asien und Europa
Basilia positioniert sich als internationale Handelsplattform, die insbesondere die Verbindung zwischen asiatischer Produktion und europäischer Nachfrage stärken soll. Zur Premiere werden mehr als 400 Aussteller erwartet. Angesprochen sind Hersteller, Designer, Marken, Händler, Großhändler, Distributoren und Sourcing-Spezialisten.
Der Fokus liegt damit nicht allein auf Präsentation, sondern auf geschäftlicher Vernetzung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Gerade vor dem Hintergrund komplexer werdender Lieferketten und wachsender Anforderungen an verlässliche Handelspartner gewinnt ein solches Format an Bedeutung.
Celine Lau, Director of Jewellery Fairs bei Informa Markets Jewellery, beschreibt diesen Ansatz mit Blick auf die veränderten Marktbedingungen: „Sourcing has never been more complex.“ Käufer suchten heute vertrauenswürdige Partner, die ihre Herausforderungen wirklich verstehen. Basilia solle genau diese Lücke schließen, indem Käufer direkt mit spezialisierten Anbietern verbunden werden.
Messe als Stadt gedacht
Konzeptionell soll Basilia nicht als einheitlich strukturierte Messe auftreten, sondern als „Stadt“ mit unterschiedlichen Bereichen. Geplant sind unter anderem Jewellery Neighbourhoods, Diamond & Gem Districts, Watch Valleys, European Districts, ein Swiss District sowie ein Tech Hub.
Ergänzt werden sollen diese Bereiche durch Zonen, die von internationalen Handels- und Kreativzentren wie Hongkong, Bangkok, Jaipur, Istanbul, Antwerpen, Paris oder Mailand inspiriert sind. Damit will die Messe kulturelle und wirtschaftliche Unterschiede sichtbar machen, statt sie in einem einheitlichen Präsentationsmodell aufzulösen.
Basel als internationaler Treffpunkt
Mit Basel wählt Basilia einen Standort, der in der Uhren- und Schmuckbranche historisch stark aufgeladen ist. Die Stadt verfügt über internationale Erreichbarkeit, Messeinfrastruktur und Erfahrung mit großen Branchenformaten. Zugleich entsteht das neue Format in einer Phase, in der sich die Messelandschaft für Schmuck und Uhren weiter ausdifferenziert.
Margaret Ma Connolly, President und CEO von Informa Markets Asia, nennt die Partnerschaft mit der MCH Group eine naheliegende Entscheidung. Beide Organisationen seien darauf spezialisiert, Plattformen zu schaffen, „where business thrives and meaningful connections are made“. Ziel sei ein globales Event, das auf die sich wandelnden Bedürfnisse der Branche reagiere und zugleich deren Vielfalt sichtbar mache.

Globale Reichweite und lokale Verankerung
Auch die MCH Group betont den strategischen Anspruch des neuen Formats. Andrea Zappia, CEO ad interim der MCH Group, bezeichnet Basilia als Plattform, die auf die Zukunft der Schmuck- und Uhrenindustrie ausgerichtet sei. Durch die Verbindung der globalen Reichweite von Informa Markets und dem Verständnis für das industrielle Ökosystem Asiens mit der Eventkompetenz der MCH Group entstehe in Basel eine neue internationale Bühne.
Nach Zappias Einschätzung soll Basilia von Beginn an Angebot und Nachfrage über Kontinente hinweg verbinden und damit nicht schrittweise, sondern direkt als globales Format positioniert werden.
Wissenstransfer als Bestandteil
Neben der Ausstellung sollen Seminare, Panels und Expertenformate Teil der Veranstaltung sein. Damit folgt Basilia dem Trend, Messen nicht nur als Order- oder Präsentationsplattformen zu verstehen, sondern als Orte für Austausch, Orientierung und Wissenstransfer.
Die erste Ausgabe der Basilia Jewellery & Watch Fair findet im April 2027 in der Messe Basel statt. Geplant ist ein Produktmix aus Schmuck, Edelsteinen und Uhren: rund 50 Prozent Schmuck, 25 Prozent Edelsteine und 25 Prozent Uhren.
Baselworld 2.0? Eher nicht.
Die Frage, ob Basilia eine Art „Baselworld 2.0“ werden könnte, drängt sich angesichts des Standorts und der Produkte nahezu zwangsläufig auf. Die Initiatoren selbst verfolgen jedoch einen anderen Ansatz und erklärten auf Nachfrage auch, dass dies nicht das Ziel sei. Statt ein bestehendes Erfolgsmodell wiederzubeleben, soll mit Basilia eine neue Plattform entstehen, die auf die heutigen Strukturen und Bedürfnisse der internationalen Schmuck-, Edelstein- und Uhrenbranche zugeschnitten ist.
Die Vision für 2027 ist dabei bewusst langfristig angelegt. Es geht zunächst darum, den Grundstein für ein neues internationales Branchentreffen zu legen, Netzwerke aufzubauen und ein Format schrittweise weiterzuentwickeln. Mit Informa Markets und der MCH Group stehen hinter dem Projekt zwei Partner, die über die notwendige Erfahrung, internationale Reichweite und organisatorische Kompetenz verfügen, um eine solche Plattform nachhaltig aufzubauen.
Darüber hinaus ist natürlich auch die Frage zu stellen, ob ein Messeformat mit der Strahlkraft und Bedeutung der früheren Baselworld unter den heutigen Marktbedingungen überhaupt noch möglich oder notwendig ist. Die Branche hat sich verändert, Kommunikationswege sind vielfältiger geworden und viele Unternehmen verfolgen heute deutlich individuellere Vertriebs- und Veranstaltungsstrategien. Der Erfolg von Basilia wird daher weniger davon abhängen, ob die Messe an die Vergangenheit anknüpfen kann, sondern vielmehr davon, ob sie für die Branche von morgen einen relevanten Mehrwert schafft.







