INSIGHT-TALK: Antonija Marić (Geschäftsführerin Juwelier Gadebusch)
Mit der neuen Rolex-Boutique im Kölner Dom Hotel schlägt Juwelier Gadebusch ein neues Kapitel auf. Im Gespräch mit Insight Luxury erläutert Gadebusch-Geschäftsführerin Antonija Marić die Bedeutung des Standorts, die enge Partnerschaft mit Rolex und die Perspektiven des Kölner Familienunternehmens.
Mit dem Standort im Dom-Carré erweitert das Kölner Familienunternehmen Gadebsuch seine Präsenz in einer der prominentesten Lagen der Stadt und wird Teil der Wiedereröffnung eines der traditionsreichsten Grand Hotels Europas. Die neue Rolex-Boutique entsteht auf rund 220 Quadratmetern und folgt dem internationalen Boutique-Konzept der Marke. Für Gadebusch bedeutet die Eröffnung jedoch weit mehr als nur einen zusätzlichen Standort. juwelier-gadebusch.de

Insight Luxury: Nach Medienberichten verzögert sich die Eröffnung des Dom-Hotels. Hat das Auswirkungen auf den Zeitplan Ihrer Rolex Boutique?
Antonija Marić: Die Eröffnung des Dom-Hotels hat keinen Einfluss auf den Zeitplan unserer Rolex Boutique. Beide Projekte sind Teil der Entwicklung des Dom-Carrés, werden jedoch unabhängig voneinander geplant und umgesetzt.
Die Einzelhandelsflächen sind vollständig vom Hotelbetrieb getrennt. Das zeigt sich auch daran, dass beispielsweise Rimowa dort bereits seit fast einem Jahr erfolgreich eröffnet ist.
Wir arbeiten daher unverändert auf die Eröffnung unserer Boutique hin und stimmen die nächsten Schritte eng mit unseren Projektpartnern ab.
IL: Sie führen Rolex bereits seit vielen Jahren im Stammhaus. Welche Chancen eröffnet Ihnen eine eigenständige Rolex Boutique, die Sie bisher nicht hatten?
AM: Im Stammhaus ist Rolex Teil einer vielfältigen Markenwelt. In einer eigenen Boutique können wir uns vollständig auf die Marke konzentrieren und ihre Geschichte noch umfassender erzählen.
„Das schafft ein ganz besonderes Markenerlebnis.“
Außerdem erreichen wir mit dem Standort am Dom auch Menschen, die Gadebusch bisher vielleicht noch nicht kennen. Die Boutique richtet sich ausdrücklich nicht nur an unsere Stammkundschaft, sondern ebenso an neue Kundinnen und Kunden aus Köln, der Region und Besucher der Stadt.
Für uns ist die Boutique deshalb nicht einfach ein zusätzlicher Verkaufsort. Sie erweitert unsere Präsenz in Köln und gibt uns die Möglichkeit, unsere langjährige Partnerschaft mit Rolex an einem besonderen Standort weiterzuentwickeln.

IL: Die Eröffnung Ihrer Boutique fällt in eine Zeit, in der Rolex nach der Übernahme von Bucherer sein Vertriebsnetz neu ordnet. Welches Signal sehen in Ihrer neuen Boutique für inhabergeführte Juweliere?
AM: Für uns persönlich ist die neue Boutique ein sehr starkes Zeichen des Vertrauens. Unsere Zusammenarbeit mit Rolex ist über viele Jahre gewachsen. Wir sind in Köln tief verwurzelt, kennen den regionalen Markt und pflegen langfristige Beziehungen zu unseren Kundinnen und Kunden.
Grundsätzlich gab es schon immer einen ausgewogenen Mix aus lokalen inhabergeführten Juwelieren und Filialisten. Aus unserer Sicht hat sich daran nichts Wesentliches geändert. Beide Vertriebsformen haben ihre Berechtigung und ergänzen sich sinnvoll.
„Dass wir gemeinsam mit Rolex eine Boutique an einem so prominenten Standort eröffnen, unterstreicht für uns die Bedeutung langfristiger Partnerschaften und zeigt, dass inhabergeführte Juweliere auch künftig eine wichtige Rolle spielen.“
Dabei geht es nicht allein um Größe. Entscheidend ist, wie verlässlich eine Partnerschaft gelebt wird und wie gut ein Unternehmen seine Kundinnen und Kunden versteht. Genau darin liegt eine besondere Stärke inhabergeführter Häuser.
IL: Was zeichnet aus Ihrer Sicht das Einkaufserlebnis bei einem inhabergeführten Unternehmen aus?
AM: Wir denken nicht in einzelnen Verkaufsvorgängen. Viele Beziehungen zu unseren Kundinnen und Kunden bestehen über Jahre. Man kennt sich, spricht miteinander und begegnet sich oft auch außerhalb eines konkreten Kaufs.
Für mich bedeutet inhabergeführter Einzelhandel vor allem, Verantwortung persönlich zu übernehmen. Entscheidungen werden nicht irgendwo in einer weit entfernten Zentrale getroffen.
„Wir erleben unmittelbar, wie unsere Kundschaft auf Veränderungen reagiert und was sie sich von uns wünscht.“
Natürlich erwarten Menschen im Luxussegment heute eine besondere Umgebung und einen sehr guten Service. Am Ende bleibt aber der persönliche Kontakt entscheidend. Eine Uhr oder ein Schmuckstück ist häufig mit einem wichtigen Moment verbunden. Dafür braucht es Zeit und echtes Interesse am Gegenüber.


IL: Die Nachfrage nach vielen Rolex-Modellen übersteigt seit Jahren das Angebot. Wie gehen Sie im Beratungsgespräch mit Kunden um, deren Wunschmodell aktuell nicht verfügbar ist?
AM: Jedes Beratungsgespräch ist für uns wichtig. Wir nehmen die Wünsche unserer Kundinnen und Kunden sehr ernst, dokumentieren diese und bleiben mit ihnen im persönlichen Austausch.

Gleichzeitig ist es uns wichtig zu vermitteln, was hinter einer Rolex steckt. Jede Uhr wird mit einer außergewöhnlichen Fertigungstiefe in der Schweiz entwickelt und hergestellt und durchläuft während ihrer Produktion sowie vor ihrer Auslieferung umfangreiche Prüfungen nach den hohen Qualitätsstandards von Rolex. Dieser kompromisslose Anspruch an Präzision, Zuverlässigkeit und Qualität prägt jeden einzelnen Fertigungsschritt.
„Gerade weil jede Rolex Uhr mit größter Sorgfalt gefertigt und umfassend geprüft wird, übersteigt die weltweite Nachfrage das verfügbare Angebot.“
Eine höhere Produktionsmenge wäre nur mit Abstrichen bei den hohen Qualitätsstandards möglich. Diesen Kompromiss geht Rolex nicht ein. Manchmal ist deshalb Geduld gefragt. In der Vergangenheit konnten wir viele Kundenwünsche erfüllen, auch wenn dies nicht immer sofort möglich war.
Uns ist außerdem wichtig, dass sich nicht nur langjährige Stammkundinnen und Stammkunden an uns wenden können. Auch neue Kundinnen und Kunden sind jederzeit herzlich willkommen.
„Eine gute Beziehung beginnt für uns bereits mit einem offenen und persönlichen Beratungsgespräch.“
IL: Welche Bedeutung hat das Certified Pre-Owned-Programm inzwischen für Ihr Geschäft und welchen Mehrwert bietet es gegenüber dem Kauf über Online-Marktplätze?
AM: Der Markt für hochwertige gebrauchte Uhren ist in den vergangenen Jahren deutlich wichtiger geworden. Damit wächst auch das Bedürfnis nach Sicherheit. Gerade für Menschen, die sich nicht täglich mit Uhren beschäftigen, ist es schwer zu beurteilen, ob alle Teile original sind und ob eine Uhr fachgerecht aufgearbeitet wurde.
Mit dem Rolex Certified Pre-Owned-Programm erhalten unsere Kundinnen und Kunden genau diese Sicherheit. Jede Uhr wird sorgfältig geprüft, von Rolex auf ihre Echtheit zertifiziert und mit einer zweijährigen Garantie versehen.



Uns ist es wichtig, dass unsere Kundinnen und Kunden genau wissen, was mit der Uhr passiert ist und dass sie sich in einem Zustand befindet, der den hohen Qualitätsstandards von Rolex entspricht. Wir sind überzeugt, dass jede Rolex, unabhängig davon, ob sie neu oder bereits getragen ist, diesem Anspruch gerecht werden sollte.
Unsere von Rolex zertifizierte Werkstatt an der Breite Straße ist dabei ein wichtiger Bestandteil unseres Angebots. Dort können Revisionen und Servicearbeiten direkt vor Ort von unseren Uhrmachern durchgeführt werden und man hat einen persönlichen Ansprechpartner.
IL: Rolex gilt seit Jahrzehnten als Maßstab der Luxusuhrenbranche. Welche Faktoren machen die Marke Ihrer Ansicht nach so außergewöhnlich erfolgreich?
AM: Was mich persönlich immer wieder beeindruckt, ist die Konsequenz, mit der Rolex Qualität verfolgt. Die Fertigungstiefe ist außergewöhnlich, und die Modelle entwickeln sich behutsam weiter, ohne ihre Identität zu verlieren. Eine Rolex ist schon auf den ersten Blick als solche zu erkennen.
Dazu kommt das Vertrauen, das die Marke über viele Jahrzehnte aufgebaut hat. Dieses Vertrauen lässt sich nicht kurzfristig herstellen. Es entsteht, wenn ein Unternehmen seine Maßstäbe dauerhaft einhält.



IL: Welche Marken beobachten Sie derzeit besonders aufmerksam, welche sind die Rising Stars am Luxusuhren-Himmel?
AM: Ich beobachte den gesamten Markt sehr aufmerksam. Besonders interessant finde ich, dass sich viele Kundinnen und Kunden heute intensiver mit der Herkunft einer Marke und ihrer handwerklichen Substanz beschäftigen. Auch kleinere, unabhängige Manufakturen erhalten dadurch mehr Aufmerksamkeit.
„Sammler interessieren sich zunehmend für klare gestalterische Handschriften und für Uhren, bei denen die Arbeit der Menschen hinter dem Produkt sichtbar wird.“
Als Händlerin muss ich solche Entwicklungen genau verfolgen. Gleichzeitig sollte man nicht jede kurzfristige Aufmerksamkeit sofort als dauerhaften Trend bewerten. Im Luxusuhrenmarkt zeigt sich häufig erst nach einigen Jahren, welche Marken langfristig relevant bleiben.
Für uns steht deshalb nicht der schnelle Hype im Vordergrund, sondern die Frage, ob eine Marke glaubwürdig arbeitet und eine nachhaltige Beziehung zu ihren Kunden aufbauen kann.





