Kering auf Erholungskurs – Schmuckgeschäft wächst, Gucci bleibt Sorgenkind

Der Umsatz des Luxusgüter-Konzerns Kering belief sich im zweiten Quartal 2026 auf 3,652 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anstieg von 1 Prozent auf berichteter Basis beziehungsweise 2 Prozent bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte.

Die Rückkehr von Kering auf den Wachstumskurs relativiert sich jedoch angesichts des schwachen Vorjahres und der weiterhin rückläufigen Entwicklung bei Gucci.

Im ersten Halbjahr 2026 erzielte Kering einen Umsatz von 7,220 Milliarden Euro und lag damit 3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Auf vergleichbarer Basis ergab sich dagegen ein Plus von 1 Prozent.

Die Umsätze im direkt betriebenen Einzelhandel blieben in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres stabil. Bemerkenswert ist diese Entwicklung vor dem Hintergrund der laufenden Optimierung des Filialnetzes. Nach 75 Nettoschließungen im Jahr 2025 wurden im ersten Halbjahr 2026 bereits weitere 84 Filialen geschlossen. Für das Gesamtjahr sind 100 Nettoschließungen vorgesehen.

Deutlich verbesserte Profitabilität 

Die Profitabilität verbesserte sich trotz eines nahezu unveränderten operativen Ergebnisses. Das wiederkehrende operative Ergebnis lag im ersten Halbjahr bei 921 Millionen Euro und damit nahezu auf Vorjahresniveau (920 Mio. Euro).

Die operative Marge stieg damit um 40 Basispunkte auf 12,8 Prozent. In der Sparte Mode und Lederwaren erhöhte sie sich auf 14,3 Prozent, bei Gucci auf 17 Prozent, im Schmuckbereich auf 6,2 Prozent und bei Kering Eyewear auf 23 Prozent. Der bereinigte Nettogewinn belief sich auf 355 Millionen Euro, der ausgewiesene Nettogewinn auf 189 Millionen Euro.

Kering Jewelry

Kering Jewelry erzielte im zweiten Quartal 2026 eine starke Entwicklung und erreichte einen Umsatz von 252 Millionen Euro. Die Erlöse stiegen um 15 Prozent auf berichteter Basis beziehungsweise um 18 Prozent auf vergleichbarer Basis.

Im ersten Halbjahr erzielte Kering Jewelry einen Umsatz von 521 Millionen Euro, was einem Plus von 14 Prozent auf berichteter Basis beziehungsweise 20 Prozent auf vergleichbarer Basis entspricht.

Vor allem Boucheron und Pomellato entwickelten sich gut. Boucheron erreichte nach Unternehmensangaben neue Rekordwerte, während Pomellato insbesondere von einer starken Nachfrage in Japan und Nordamerika profitierte.

Gucci

Gucci, die wichtigste Marke des Konzerns, erwirtschaftete im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 1,41 Milliarden Euro, was einem Umsatzrückgang von 3 Prozent auf berichteter Basis beziehungsweise 2 Prozent auf vergleichbarer Basis entspricht.

Gegenüber dem ersten Quartal verbesserte sich die Entwicklung jedoch deutlich. Der Rückgang verringerte sich von minus 8 Prozent auf vergleichbarer Basis im ersten Quartal auf minus 2 Prozent im zweiten Quartal.

Zu dieser Verbesserung trugen nach Unternehmensangaben insbesondere die neuen Kollektionen sowie die starke Entwicklung in Nordamerika bei.

Kumuliert betrug der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 2,757 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 9 Prozent auf berichteter Basis beziehungsweise 5 Prozent auf vergleichbarer Basis gegenüber den ersten sechs Monaten 2025 entspricht.

Luca de Meo, CEO von Kering, ist dennoch optimistisch:

„Kering hat im zweiten Quartal eine verbesserte Geschäftsentwicklung erzielt: Der Umsatz kehrte auf Wachstumskurs zurück. Konzernweit sehen wir erste Anzeichen von Fortschritten bei der Attraktivität unserer Marken, der kommerziellen Dynamik und der operativen Leistung.“ kering.com

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