Uhren-News kompakt „Specials“: Schwarze Löcher, Tiefsee und Tourbillon

Drei außergewöhnliche Sportuhren, drei sehr unterschiedliche Blickrichtungen: Bremont schaut mit Stephen Hawking in die Tiefen des Universums, Linde Werdelin entwickelt seine Taucheruhr Oktopus von Grund auf weiter und ArtyA macht ein groß dimensioniertes Tourbillon im transparenten Saphirgehäuse zum mechanischen Schauspiel. Diese Ausgabe der Uhren-News kompakt versammelt drei Specials, bei denen die Geschichte ebenso wichtig ist wie die Technik.

Bremont Supernova Hawking: eine Uhr über schwarze Löcher

Stephen Hawking veränderte unser Bild von schwarzen Löchern. Seine theoretischen Arbeiten zeigten, dass diese kosmischen Objekte nicht vollkommen schwarz sind, sondern Strahlung abgeben, eine Temperatur besitzen und sich über unvorstellbar lange Zeiträume verändern können. Bremont greift dieses wissenschaftliche Vermächtnis mit der Supernova Hawking auf – der zweiten Zusammenarbeit mit der Familie des 2018 verstorbenen Physikers.

Die auf 600 Exemplare limitierte Uhr basiert auf dem 2026 vorgestellten Supernova Chronographen. Ihr 41 Millimeter großes Gehäuse und das integrierte Armband bestehen aus besonders korrosionsbeständigem Edelstahl 904L und tragen eine tiefschwarze DLC-Beschichtung. Die zehnseitige, facettierte Lünette aus schwarzer Keramik verstärkt die technische, beinahe futuristische Wirkung.

Auf dem mehrschichtigen Zifferblatt erinnert ein schwarzes Gitter mit dreieckigen Bahnen an die Solarpaneele eines Raumfahrzeugs. Noch direkter wird die Verbindung zum Kosmos auf den Hilfszifferblättern bei drei und neun Uhr: Sie bestehen aus echtem Meteoriten, dessen natürliche Struktur jedes Exemplar leicht verändert. Bei sechs Uhr stehen Hawkings Name und die Gleichung zur Temperatur eines schwarzen Lochs.

Im Inneren arbeitet das als Chronometer zertifizierte Automatikkaliber BC77. Es treibt die zentrale Chronographensekunde, den 30-Minuten-Zähler bei drei Uhr und die kleine Sekunde bei neun Uhr an; das Datum sitzt bei sechs Uhr. Das Werk schwingt mit 28.800 Halbschwingungen pro Stunde und bietet 62 Stunden Gangreserve. Durch den Saphirglasboden bleibt es sichtbar, eingerahmt von einem Motiv, das an den Strudel eines schwarzen Lochs erinnert. Die Wasserdichtigkeit beträgt 100 Meter.

Linde Werdelin Oktopus III: die dritte Generation für die Tiefe

Seit 2010 steht die Oktopus bei Linde Werdelin für eine eigenständige Interpretation der Taucheruhr. Ihre kantige, aus mehreren Teilen aufgebaute Gehäuseform war von Anfang an unverwechselbar. Mit der Oktopus III beginnt nun die dritte Generation – und obwohl die familiäre Linie sofort erkennbar bleibt, wurde die Uhr über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren nahezu vollständig neu konstruiert.

Das fünfteilige Gehäuse der grünen Ausführung besteht aus Titan Grade 5. Es misst 45 Millimeter in der Breite, 49 Millimeter in der Länge und 13 Millimeter in der Höhe. Damit wirkt es kompakter als der Vorgänger, ohne den markanten Schutzpanzer-Charakter der Kollektion zu verlieren. Die verschraubte Krone und der verschraubte Saphirglasboden tragen zur Wasserdichtigkeit von 300 Metern bei.

Auch das zweischichtige Zifferblatt wurde neu aufgebaut. Seine Struktur ist vom Gradnetz der Erde inspiriert. Unter der meergrünen Deckschicht liegt eine mit Super-LumiNova versehene Ebene; ausgeschnittene Ziffern bei zwölf und sechs Uhr sowie gegossene Leuchtindizes sorgen für klare Orientierung. Die dreieckigen, diamantgeschnittenen Zeiger tragen zusätzliche Leuchtblöcke.

Die wichtigste Neuerung sitzt hinter dem Zifferblatt. Das Automatikkaliber LW09 entstand gemeinsam mit Jean-François Mojon und Chronode in Le Locle. Es besteht aus 247 Komponenten und 35 Lagersteinen, arbeitet mit vier Hertz und verfügt über mehr als 60 Stunden Gangreserve. Brücken und Rotor greifen in ihrer Gestaltung die kantige Architektur des Gehäuses auf. Die Oktopus III konzentriert sich bewusst auf Stunden, Minuten und Sekunden – ein Rückgriff auf die erste Oktopus und zugleich ein klares Bekenntnis zur Ablesbarkeit.

ArtyA Purity Tourbillon Sport: Mechanik im farbigen Saphir

Bei ArtyA gibt es kaum eine Grenze zwischen Gehäuse und Werk. Die Purity Tourbillon Sport Edition legt ihre Mechanik vollständig offen und umgibt sie mit einem 44 Millimeter großen Wavy-Gehäuse aus Saphir. Das transparente Material macht die Uhr optisch leicht, obwohl ihr mechanischer Auftritt alles andere als zurückhaltend ist. Farbakzente an Dichtung und Armband geben den vier Ausführungen ihre jeweilige Identität.

Im Zentrum steht ein vollständig skelettiertes Manufakturkaliber von ArtyA. Zwei parallel geschaltete Federhäuser liefern eine Gangreserve von 70 Stunden. Stunden, Minuten und Sekunden werden zentral angezeigt; zusätzlich lässt sich die Sekunde direkt am fliegenden Tourbillon ablesen.

Mit einem Durchmesser von 18 Millimetern gehört dessen Käfig zu den größeren Konstruktionen der Haute Horlogerie. Er vollendet eine Umdrehung in 60 Sekunden und arbeitet trotz seiner Größe mit einer Frequenz von vier Hertz beziehungsweise 28.800 Halbschwingungen pro Stunde. Eine Unruh mit variabler Trägheit soll die präzise Regulierung und die Widerstandsfähigkeit gegen Erschütterungen unterstützen. Handpolierte Anglierungen an den weit ausgeschnittenen Brücken setzen die mechanische Architektur zusätzlich in Szene.

Das Saphirgehäuse besitzt einen verschraubten offenen Boden und eine Krone aus demselben Material. Saphir erreicht auf der Mohs-Skala den Härtegrad 9 und ist damit äußerst kratzfest, verlangt bei der Bearbeitung aber entsprechend viel Aufwand. Die Purity Tourbillon Sport Edition ist auf neun Exemplare limitiert und verbindet diese Materialtechnik mit einem Tourbillon, das sich nicht versteckt, sondern zum sichtbaren Mittelpunkt der Uhr wird.

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