Uhren-News kompakt: Czapek, Venezianico und Junghans

Drei Neuheiten, drei sehr unterschiedliche Wege: Venezianico setzt auf blau schimmernden Labor-Opal, Czapek macht das Uhrwerk durch ein metallisiertes blaues Saphirglas-Ziffernblatt zum Teil der Gestaltung und Junghans verbindet Funk- und Solartechnik mit zwei neuen Farben für die Milano MEGA Solar – und genau, eine davon ist blau.

Czapek Promenade Transparencies Aqua Blue: Blau mit Durchblick

Czapek Promenade Transparencies Aqua Blue

Bei Czapek entsteht das Blau weder durch einen Stein noch durch ein klassisch lackiertes Zifferblatt.

Die neue Promenade Transparencies Aqua Blue besitzt ein transparentes Saphirglaszifferblatt, dessen rauchblauer Verlauf durch Metallisierung erzeugt wird. Auf der Unterseite des Glases werden mikroskopisch kleine metallische Punkte aufgebracht. Ihre Dichte nimmt zum Rand hin zu, während das Zentrum weitgehend transparent bleibt. Pigmente kommen für diesen Effekt nicht zum Einsatz.

Dadurch bleibt das vollständig skelettierte Manufakturkaliber SXH7 bereits von der Zifferblattseite sichtbar. Seine sieben offen gearbeiteten Brücken greifen die Mehrbrücken-Architektur historischer Taschenuhren von François Czapek auf. Für die Konstruktion wurden unter anderem die Hemmung umgekehrt und die kleine Sekunde bei 4:30 Uhr angeordnet. Ein Mikrorotor aus recyceltem Platin übernimmt den automatischen Aufzug.

Czapek Promenade Transparencies Aqua Blue

Neu gegenüber der ersten Promenade Transparencies Viridian Green von 2024 sind neben der Farbgebung auch die Stundenindizes. Sie bestehen jeweils aus einem Block hellblauer 3D-Super-LumiNova und werden von Hand auf dem Saphirglas befestigt.

Das Edelstahlgehäuse misst 38 Millimeter bei einer Höhe von 10,8 Millimetern. Das Automatikkaliber arbeitet mit 4 Hz und bietet 60 Stunden Gangreserve, die Wasserdichtigkeit beträgt 50 Meter.

Czapek limitiert die Promenade Transparencies Aqua Blue auf 38 Exemplare.

Venezianico Nereide Opale Blu: Opal in tiefem Blau

Venezianico Nereide Opale Blu

Mit der Nereide Opale Blu greift Venezianico ein Zifferblattmaterial wieder auf, das bereits bei der ersten Nereide Opale für Aufmerksamkeit sorgte. Diesmal konzentriert sich das Farbspiel vollständig auf Blau: Je nach Lichteinfall wechseln die Reflexe zwischen Türkis, Azur und Kobalt.

Verwendet wird kein natürlicher Edelopal, sondern ein im Labor erzeugtes Material des japanischen Herstellers Kyocera. Für das Zifferblatt wird es zu einer lediglich 0,4 Millimeter dünnen Scheibe verarbeitet. Da die innere Struktur nicht vollkommen gleich ausfällt, besitzt jedes Zifferblatt ein eigenes Muster.

Der im Labor gezüchtete Opal

Den Rahmen bildet die bekannte Nereide-Konstruktion: 42 Millimeter Edelstahl, Saphirglas, verschraubte Krone und 200 Meter Wasserdichtigkeit. Die einseitig drehbare Lünette erhält einen polierten Wolfram-Einsatz. Zeiger und applizierte Indizes sind mit blau leuchtender BGW9 Super-LumiNova versehen.

Im Inneren arbeitet das Sellita SW200-1. Venezianico versieht dessen skelettierten Rotor mit eigener Gravur und dekorativen Schliffen. Getragen wird die Uhr am fünfreihigen Sansovino-Edelstahlband mit werkzeugloser Feinverstellung.

Die Opale Blu ist auf 600 Exemplare limitiert.

Interessant bleibt dabei vor allem Venezianicos Umgang mit Zifferblattmaterialien. Schon die Nereide Tigris mit natürlichem Tigerauge setzte weniger auf eine reine Farbe als auf eine Oberfläche, die bei jeder Uhr etwas anders ausfällt. Der blaue Laboropal führt diesen Gedanken mit einem völlig anderen Material weiter.

Junghans Milano MEGA Solar: Funk, Sonne und zwei neue Blautöne

Junghans: Milano MEGA Solar

Junghans erweitert die Milano MEGA Solar um zwei neue Varianten in Petrol und Stahlblau. Hinter dem vergleichsweise zurückhaltenden Äußeren steckt dabei einiges an Technik.

Herzstück ist das von Junghans in Schramberg gefertigte Connected Funk-Solarwerk J615.84. Energie liefert eine unter dem Zifferblatt integrierte Glas-Solarzelle. Das Werk empfängt Funksignale in Europa, Großbritannien, Japan und den USA; zusätzlich lässt sich die Zeit über die Connected-Funktion der Junghans App einstellen. Ein Ewiger Kalender sowie die automatische Umstellung zwischen Sommer- und Winterzeit gehören ebenfalls zum Funktionsumfang.

Für Reisen lassen sich Zeitzonen entweder über seitliche Drücker oder per Smartphone einstellen. Nach 72 Stunden ohne Licht wechselt die Uhr in einen energiesparenden Sleep-Mode; Junghans gibt eine Dunkelgangreserve von bis zu 21 Monaten an.
Das polierte Edelstahlgehäuse misst 39,2 Millimeter im Durchmesser und bleibt mit 8,4 Millimetern angenehm flach. Dazu kommen ein flaches Saphirglas und eine Wasserdichtigkeit bis 5 bar.

Junghans: Milano MEGA Solar

Die beiden Varianten unterscheiden sich nicht nur farblich. Das petrolfarbene Modell trägt Strichindizes und wird mit einem Stahlgliederband kombiniert. Die stahlblaue Ausführung besitzt arabische Ziffern und ein Milanaiseband mit Quick-Release-Funktion. Damit bleibt die Milano MEGA Solar eine Uhr, bei der Junghans seine lange Erfahrung mit Funktechnik weniger demonstrativ als selbstverständlich einsetzt. Die neuen Farben verändern vor allem den Auftritt – die eigentliche Besonderheit bleibt die Kombination aus Funkpräzision, Solarenergie und unkomplizierter Alltagstechnik.

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