Uhren-News Haute Horlogerie: Wenn Zeit hörbar und Mechanik sichtbar wird

Diese zwei Uhren machen ihre Mechanik auf sehr unterschiedliche Weise erfahrbar. L.Leroy verzichtet bei der Vox Temporis auf eine konventionelle Minutenanzeige und lässt die Zeit stattdessen erklingen. Speake Marin rückt beim Tourbillon Royal Blue die Architektur des offenen Uhrwerks in den Mittelpunkt.

L.Leroy Vox Temporis: Ein fester Zeiger und eine hörbare Minute

Auf den ersten Blick wirkt die Anzeige der Vox Temporis radikal reduziert. Ein einzelner pfeilförmiger Stundenzeiger steht fest, während sich das guillochierte Zifferblatt unter ihm dreht. Die ungefähre Uhrzeit bleibt damit sichtbar. Wer die exakten Minuten erfahren möchte, aktiviert die Minutenrepetition.

L.Leroy Vox Temporis mit rotierendem Zifferblatt
Die Vox Temporis verbindet eine rotierende Anzeige mit Minutenrepetition und fliegendem Tourbillon. Bild: L.Leroy

Der Ansatz geht auf eine Taschenuhr zurück, die L.Leroy 1810 für den Prinzen von Hessen fertigte. Die neue Interpretation übernimmt nicht deren Form, sondern die Idee einer taktil beziehungsweise akustisch erfahrbaren Zeitangabe. Das Zifferblatt bleibt frei von Logo und klassischen Skalen. Ein radialer Guilloché-flinqué-Dekor unter transluzentem Lack bildet die sichtbare Fläche.

Im Inneren arbeitet das exklusiv für L.Leroy in Genf entwickelte Handaufzugskaliber L601SQR. Seine 321 Komponenten verbinden eine Minutenrepetition mit einem fliegenden Tourbillon. Das Werk läuft mit drei Hertz und bietet mehr als 90 Stunden Gangreserve.

Das 43 Millimeter große und 14,74 Millimeter hohe Officer-Gehäuse ist in Rotgold, Platin oder Titan Grade 5 erhältlich. Ein aufklappbarer Schutzdeckel nimmt Bezug auf historische Taschenuhren und kann personalisiert werden. Insgesamt entstehen 15 Exemplare über alle drei Ausführungen hinweg.

Speake Marin Tourbillon Royal Blue: Offene Architektur in fünf Exemplaren

Speake Marin Tourbillon Royal Blue

Speake Marin überträgt ein kräftiges Royal Blue auf die skelettierte Tourbillon-Kollektion. Das offene Werk wird dabei nicht von einem geschlossenen Zifferblatt überlagert. Brücken, Räderwerk und Tourbillon bleiben sichtbar und werden durch die blaue Farbgebung optisch zusammengeführt.

Als Rahmen dient das für die Marke charakteristische Piccadilly-Gehäuse. Seine runde Grundform, die ausgeprägten Bandanstöße und die geriffelte Krone setzen der offenen Mechanik eine klar erkennbare äußere Kontur entgegen.

Die Tourbillon Royal Blue ist auf fünf Exemplare limitiert. Der Preis beträgt 95.000 Schweizer Franken ohne Steuern. Anders als die Vox Temporis entwickelt sie keine neue Form der Zeitanzeige. Ihr Reiz liegt in der Verbindung aus sichtbarer Mechanik, intensiver Farbe und der sehr kleinen Auflage.

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