World Watch Day 2026: Uhrmacherei als lebendiges Kulturerbe
Am 10. Oktober 2026 kehrt der World Watch Day zum zweiten Mal zurück. Unter dem Leitgedanken „Time as Living Heritage“ richtet die internationale Initiative den Blick auf die Uhrmacherei als lebendiges Kulturerbe – und auf die Frage, wie handwerkliches Wissen, technische Kompetenz und kulturelle Bedeutung an kommende Generationen weitergegeben werden.
Dafür beteiligen sich Museen, Manufakturen, Uhrmacherschulen, Kulturinstitutionen, Sammler und Medien mit Veranstaltungen in Europa, Asien und den USA. Das Programm reicht von Ausstellungen und Werkstattbesuchen über Vorträge und Bildungsangebote bis zu digitalen Projekten.
Warum der 10. Oktober der Uhrmacherei gehört
Das Datum ist bewusst gewählt. Die Schreibweise 10/10 oder 10. 10. verweist auf die Uhrzeit 10:10 Uhr, bei der Stunden- und Minutenzeiger in vielen Produktaufnahmen die typische symmetrische Zeigerstellung bilden – das „Lächeln der Uhr“. Der World Watch Day macht aus diesem Datum einen gemeinsamen Termin für die internationale Uhrenwelt.
Die erste Ausgabe erreichte nach Angaben der Veranstalter mehr als sechs Millionen Menschen. 2026 soll der Tag nicht nur größer werden, sondern auch inhaltlich stärker auf die Menschen und Institutionen eingehen, die uhrmacherisches Wissen bewahren, vermitteln und weiterentwickeln.

Ein Programm von Genf bis New York
In der Schweiz wird die Uhrmacherei aus mehreren Perspektiven zugänglich. Das Musée d’Art et d’Histoire in Genf plant eine morgendliche Zusammenkunft mit Gesprächen. In Sainte-Croix laden das MuMAPS und die Association Mec-Art zu einer Diskussionsrunde ein. Das Uhrenmuseum in Le Locle widmet sich in einem Workshop der Restaurierung und Regulierung mechanischer Uhren.
Auch WOSTEP beteiligt sich mit besonderen Inhalten um 10:10 Uhr. Im Vallée de Joux öffnet das Musée Atelier Audemars Piguet sein Programm für einen besonderen Besuch. Damit treffen historische Sammlungen, praktische Ausbildung und die Gegenwart einer Manufaktur unmittelbar aufeinander.
International reicht das Programm noch weiter. In Shanghai wird am Bund 33 das Projekt „Sundial“ vorgestellt. Das Museo Galileo in Florenz bereitet digitale Inhalte aus der Ruscitti Collection auf, während eine Veranstaltung in Paris das uhrmacherische Erbe in Vorträgen behandelt. In Osaka stehen Astronomie, Physik und Uhrmacherei im Mittelpunkt; in New York öffnet die Horological Society of New York ihre Bibliothek und Unterrichtsräume.
Uhrmacherei als Wissen, das weitergegeben wird
Der Begriff des lebendigen Kulturerbes ist für die Uhrmacherei besonders passend. Er beschreibt nicht allein historische Objekte oder museale Sammlungen. Gemeint sind ebenso Fertigkeiten, Arbeitsweisen und Erfahrungen, die von Menschen ausgeübt, gelehrt und weiterentwickelt werden.
Der World Watch Day verbindet deshalb große Institutionen mit unabhängigen Uhrmachern, Schulen und lokalen Initiativen. Gerade diese Mischung macht sichtbar, dass mechanische Zeitmessung nicht nur aus Produkten besteht. Sie beruht auf einem Netzwerk aus Ausbildung, Handwerk, Forschung, Restaurierung und kultureller Vermittlung.
10:10 Uhr als gemeinsamer Moment
Am 10. Oktober um 10:10 Uhr lädt die Initiative Uhrenfreunde weltweit dazu ein, Bilder ihrer Uhr unter dem Hashtag #WorldWatchDay zu teilen. Aus einer vertrauten Darstellung der Branche entsteht so ein gemeinsamer Moment, der unterschiedliche Orte, Menschen, Uhren und Generationen miteinander verbindet.
Das vollständige Programm wird seit dem 10. September auf der Website des World Watch Day veröffentlicht und bis zum Veranstaltungstag weiter ergänzt. Die zweite Ausgabe zeigt dabei schon jetzt, worin die Stärke des Formats liegt: Die Uhrmacherei wird als kulturelle Praxis verstanden, die nur lebendig bleibt, wenn Wissen und Leidenschaft geteilt und weitergegeben werden.





