INSIGHT SECOND MARKET: Phillips-Auktionen und Patek Philippe bei Sotheby’s

Persönliche Aufträge, frühe Werkserien und seltene Gehäusevarianten prägen die Independent-Auswahl von Phillips in Hongkong am 21. und 22. November. Zuvor stehen am 7. und 8. November in Genf 220 Uhren zur Auktion. Ergänzend zeigt eine Sotheby’s-Rückschau, welche Patek-Philippe-Uhren bei dem Haus besonders hohe Ergebnisse erzielten.

F. P. Journe: Mark Chos persönliche Résonance

Eines der zentralen Lose in Hongkong ist ein Chronomètre à Résonance RT aus der Sammlung von Mark Cho, Mitgründer von The Armoury. Die um 2018 entstandene Uhr gehört zu einer Serie von fünf Exemplaren mit dem 38 Millimeter großen Platingehäuse der sogenannten „Parking Meter“-Ausführung. Ihr dunkelblaues und warmtoniges Zifferblatt entstand in enger Abstimmung mit François-Paul Journe und Pierre Halimi.

F. P. Journe Chronomètre à Résonance aus Mark Chos Sammlung
Die Résonance aus Mark Chos Sammlung trägt die Nummer 168. Bild: Phillips

Die Nummer 168 entspricht zugleich der Hausnummer des New Yorker The-Armoury-Geschäfts. Phillips nennt eine Schätzung von sechs bis zwölf Millionen Hongkong-Dollar. Für den Käufer ist zusätzlich ein eigens angefertigtes Kleidungsstück von The Armoury vorgesehen. Hier liegt der Reiz neben der kleinen Auflage in der nachvollziehbaren persönlichen Entstehungsgeschichte.

Weitere Journe-Lose zeigen unterschiedliche Phasen der Marke: Ein Tourbillon Souverain aus Platin von etwa 2001 mit gelbgoldenem Zifferblatt wird auf 3,9 bis 11,6 Millionen Hongkong-Dollar geschätzt. Hinzu kommen ein Centigraphe Souverain Anniversaire Hong Kong von 2016, Nummer 10 von 20, mit einer Schätzung von 2,4 bis 4,8 Millionen sowie eine Octa Calendrier Ruthenium, Nummer 01 von 99, mit einer Erwartung von über 1,6 Millionen Hongkong-Dollar.

Voutilainen und Haldimann: Handschrift und Sonderwünsche

Eine Voutilainen Vingt-8 von etwa 2022 verbindet ein Titangehäuse mit einem handguillochierten blauen Emailzifferblatt von Comblémine. Sie gehört laut Phillips zu zwei entsprechenden Sonderaufträgen in Titan und wird vom Erstbesitzer eingeliefert. Anstelle des üblichen Logos trägt sie Kari Voutilainens persönliche Signatur. Die Schätzung beträgt 1,5 bis 2,5 Millionen Hongkong-Dollar.

Voutilainen Vingt-8 mit blauem Emailzifferblatt
Blaues Email und Handguillochierung prägen die Vingt-8 in Titan. Bild: Phillips

Beat Haldimanns H1 Flying Central Tourbillon „PuristS Edition“ Series 2 setzt das fliegende Tourbillon ins Zentrum. Das Platinmodell von etwa 2012 gehört zu vier Uhren der zweiten Serie; eine rote Zwölf und eine individuelle Seriennummer gehen auf Wünsche des Besitzers zurück. Die unpolierte, 2023 bei Haldimann überholte Uhr wird auf eine bis zwei Millionen Hongkong-Dollar geschätzt.

Haldimann H1 Flying Central Tourbillon
Das zentrale fliegende Tourbillon bestimmt die Architektur der Haldimann H1. Bild: Phillips

Théo Auffret und Kiu Tai Yu erweitern die Auswahl

Mit der Tourbillon à Paris Subscription No. 18 kündigt Phillips das erste Auktionsangebot dieses Modells an. Die um 2023 entstandene Titanuhr mit handguillochiertem Zifferblatt gehört zu 15 ausgelieferten Subskriptionsuhren; zwei davon wurden in Titan gefertigt. Ihre Schätzung liegt bei 900.000 bis 1,8 Millionen Hongkong-Dollar.

Théo Auffret Tourbillon à Paris
Théo Auffrets frühe Tourbillon-à-Paris-Serie erreicht den Auktionsmarkt. Bild: Phillips

Die HK 2000 von Kiu Tai Yu erinnert an eine frühe asiatische Position unabhängiger Uhrmacherei. Das Weißgoldmodell von etwa 2000 trägt die Nummer 14 einer Serie von 20 Uhren. Die Gestaltung verbindet chinesische Schriftzeichen und Symbolik mit westlicher Uhrmacherei. Phillips schätzt das Los auf 150.000 bis 300.000 Hongkong-Dollar.

Kiu Tai Yu HK 2000
Kiu Tai Yus HK 2000 verbindet unterschiedliche gestalterische und kulturelle Bezüge. Bild: Phillips

Die Hongkonger Vorbesichtigung läuft vom 16. bis 22. November jeweils von 11 bis 19 Uhr Ortszeit in der WKCDA Tower im West Kowloon Cultural District. Alle genannten Schätzungen verstehen sich ohne Käuferaufgeld; sie sind keine erzielten Verkaufspreise.

Genf: 220 Uhren am 7. und 8. November

Die Geneva Watch Auction XXIV findet am 7. und 8. November im Hôtel Président, Quai Wilson 47, statt. Die beiden Auktionssitzungen beginnen jeweils um 14 Uhr Ortszeit. Das Angebot umfasst 220 Zeitmesser und reicht von historischen Sammlerstücken bis zur unabhängigen zeitgenössischen Uhrmacherei.

F. P. Journe in der Genfer Phillips-Auswahl
Auch in Genf gehören Arbeiten unabhängiger Uhrmacher zum Angebot. Bild: Phillips

Besichtigungen sind vom 4. bis 6. November jeweils von 10 bis 19 Uhr möglich, am 7. November von 9 bis 19 Uhr und am 8. November von 9 bis 13 Uhr. Weitere Hintergründe zu den Genfer Losen und zur Pucci Papaleo Collection stehen im Beitrag zum Phillips-Auktionsherbst 2026.

Sotheby’s: Fünf bedeutende Patek-Philippe-Ergebnisse

Sotheby’s blickt auf fünf besonders hohe eigene Auktionsergebnisse für Patek Philippe zurück. Die Auswahl umfasst Verkäufe seit 2014; sie ist keine Rangliste sämtlicher weltweit erzielter Preise.

UhrAuktionsergebnis in US-DollarVerkauf
Henry Graves Supercomplicationrund 24 Mio.November 2014
Ref. 1518 „Pink on Pink“, Prinz Tewfikrund 9,6 Mio.Dezember 2021
Ref. 2499, zweite Serie, Gobbi Milanorund 7,7 Mio.April 2022
Grandmaster Chime Ref. 6300G-010, Sylvester Stallonerund 5,4 Mio.Juni 2024
Ref. 1563rund 3,9 Mio.November 2024
Patek-Philippe-Uhren aus der Auswahl von Sotheby’s
Patek Philippe im Blick von Sotheby’s. © Sotheby’s

Die 1933 fertiggestellte Henry-Graves-Taschenuhr vereint 24 Komplikationen. Bei den Armbanduhren tragen unter anderem seltene Gehäuse- und Zifferblattkombinationen, Händlersignaturen und die dokumentierte Herkunft zur besonderen Stellung bei. Die Zahlen zeigen historische Einzelverkäufe; sie bilden keinen allgemeinen Marktpreis vergleichbarer Uhren ab.

Aktuell verweist Sotheby’s außerdem auf „Fine Jewels & Watches“ in Mailand vom 14. bis 28. Oktober sowie „The Singapore Collectors’ Edit: Watches“ vom 21. bis 28. Oktober 2026. Damit ergänzt die Rückschau auf Spitzenlose den Blick auf das laufende Herbstangebot.

Dorotheum: „White Glove Sale“ für Cartier-Sammlung

Bei „The Art of Luxury“ am 22. Oktober 2026 in Wien wurden sämtliche 100 Lose verkauft. Die deutsche Privatsammlung umfasste Cartier-Schmuck und 17 Handtaschen von Hermès. Nach Angaben des Dorotheum erzielte die Auktion nahezu drei Millionen Euro und damit das Dreifache der unteren Schätzung. Die vollständige Verkaufsquote wird im Auktionshandel als „White Glove Sale“ bezeichnet.

Das höchste Ergebnis erreichte ein Diamantcollier mit einem unbehandelten Madagaskar-Saphir von 10,16 Karat für 221.000 Euro. Ein Ring mit unbehandeltem Vietnam-Rubin von 5,50 Karat erzielte 202.500 Euro, ein Ring mit einem gelben Diamanten von 7,02 Karat 201.500 Euro. Ein Panthère-Armreif kam auf 169.000 Euro. Die Sammlung war über 25 Jahre zusammengetragen und sorgfältig dokumentiert worden.

Cartier-Saphircollier, gelber Diamantring, Rubinring und Panthère-Armreif
Cartier-Highlights: Saphircollier, gelber Diamantring, Rubinring und Panthère-Armreif. © DOROTHEUM

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