INSIGHT SECOND MARKET: Schmuck und Uhren bei den Genfer Novemberauktionen
Ein Collier aus Queen Marys Sammlung, seltene Farbsteine und besondere Uhren von Daniel Roth und George Daniels: Die Genfer Novemberauktionen von Phillips und Sotheby’s verbinden bedeutende Stücke mit dokumentierten Besitz- und Entstehungsgeschichten.
Phillips Genf: Edelsteine und königliche Provenienz

Die Geneva Jewels Auction VII findet am 9. November 2026 um 15 Uhr MEZ im Hôtel President Wilson statt. Die vollständige Vorbesichtigung läuft vom 4. bis 9. November. Neben bedeutenden Farbsteinen rückt die Rubrik „Collections & Provenance“ Schmuckstücke mit einer nachvollziehbaren Besitzgeschichte in den Mittelpunkt.
Dazu gehört ein Zuchtperlen- und Diamantcollier, das Queen Mary 1928 bei dem Londoner Juwelier Hennell in Auftrag gab. Es ist eine Nachbildung des „Golden Jubilee Necklace“, das Queen Victoria 1888 erhalten hatte. Queen Mary schenkte ihre Version später ihrer Nichte Mary Somerset, Duchess of Beaufort. Der Schätzpreis liegt bei 125.000 bis 180.000 Schweizer Franken.
Das durchbrochene Collier verbindet florale und kleeblattartige Motive mit 21 Zuchtperlen von ungefähr 5,85 bis 13,50 Millimetern. Die Provenienz gibt ihm eine andere Art von Bedeutung als ein ausschließlich über Größe und Qualität bewerteter Edelstein: Hier gehören Entstehungsanlass und Überlieferung zur Identität des Schmuckstücks.

Bei den Farbsteinen führt ein 1,35 Karat schwerer Fancy-Vivid-Blue-Diamant die Auswahl an. Phillips nennt dafür 1,85 bis 2,9 Millionen Schweizer Franken. Ein Ring mit einem unbehandelten Kaschmir-Saphir von 16,40 Karat liegt in derselben Schätzpreisspanne. Dazu kommen weitere Saphire, Smaragde und signierte Stücke großer Schmuckhäuser.

Eine andere Seite des Katalogs zeigt die „Puppy“-Brosche von Van Cleef & Arpels aus der Zeit um 1966. Gold, Smaragde und Onyx formen den kleinen Hund; der Schätzpreis beträgt 7.000 bis 10.000 Schweizer Franken. Gerade solche Objekte verdeutlichen die Spannweite der Auktion zwischen bedeutenden Edelsteinen, tragbarem signiertem Schmuck und erzählerischen Einzelstücken.
Sotheby’s Genf: Komplikationen und besondere Aufträge

Sotheby’s führt seine Genfer „Important Watches“ in der aktuellen Terminübersicht für den 8. und 9. November 2026. Die Vorbesichtigung ist vom 5. bis 7. November im Mandarin Oriental angekündigt. Der Katalog umfasst 184 Lose und verbindet etablierte Sammlermodelle mit Arbeiten unabhängiger Uhrmacher.
Ein Beispiel ist Los 27: ein Daniel-Roth-Kalender aus Weißgold mit Diamantbesatz, Referenz C117SBCSL02, aus der Zeit um 1997. Die Uhr stammt vom ursprünglichen Eigentümer; Korrespondenz dokumentiert den besonderen Auftrag für den Besatz. Sie trägt ein automatisches Kaliber 8810 und wird auf 160.000 bis 320.000 Schweizer Franken geschätzt. Ein George Daniels Millennium aus Gelbgold von 2001 ist mit 300.000 bis 600.000 Schweizer Franken angesetzt.
Der Vergleich zeigt zwei unterschiedliche Sammlerinteressen: die persönliche Entstehungsgeschichte eines Sonderauftrags und die Bedeutung eines unabhängigen Uhrmachers. Beide lassen sich am konkreten Los nachvollziehen. Die Katalogangaben und die aktuelle Terminübersicht liefern die Details zu Sitzungen und Besichtigung.
Rolex „Batman“: die Referenz bleibt entscheidend
Auch innerhalb einer bekannten Modellfamilie lohnt der genaue Blick. Bei der schwarz-blauen GMT-Master II bezeichnet „Batman“ einen Sammlernamen, keine eigene offizielle Referenz. Auf die 2013 vorgestellte 116710BLNR folgte die 126710BLNR, die mit Jubilee- und Oyster-Band angeboten wird. Der Sotheby’s-Hintergrund zur „Batman“ ordnet diese Entwicklung ein. Für den Vergleich einzelner Angebote bleiben Referenz, Baujahr, Zustand, Band und Zubehör entscheidend.






