Laurent Ferrier Iceberg: Das Tourbillon bleibt diskret

Oft steht das Tourbillon im Mittelpunkt der Betrachtung, nicht so in diesem Fall: ein helles Zifferblatt, ein Titangehäuse und eine kleine Sekunde: Die Grand Sport Tourbillon Iceberg zeigt ihre aufwendigste Mechanik erst beim Umdrehen. Laurent Ferrier verbindet die neue opalinweiße Farbe mit blauen Reflexen mit dem Handaufzugskaliber LF619.01. Sein Tourbillon mit zwei gegenläufig angeordneten Unruhspiralen bleibt auf der Zifferblattseite verborgen.

Laurent Ferrier Grand Sport Tourbillon Iceberg
Die Grand Sport Tourbillon Iceberg mit integriertem Titanarmband. © Laurent Ferrier

Eine Sportuhr mit Geschichte

Die Grand Sport Tourbillon begründete 2019 die sportliche Linie der Genfer Marke. Der Bezug zum Motorsport ist dabei biografisch: Laurent Ferrier und sein späterer Geschäftspartner François Servanin erreichten 1979 zusammen mit François Trisconi im Porsche 935 den dritten Gesamtrang bei den 24 Stunden von Le Mans. Vier Jahrzehnte später übersetzten sie diese gemeinsame Geschichte in eine Uhr mit fließenden Gehäusekonturen und einem anspruchsvollen Handaufzugswerk.

Auf die ersten Stahlmodelle folgten Rotgold und 2023 die Grand Sport Tourbillon Pursuit aus Titan mit lachsfarbenem Zifferblatt. Die neue Iceberg löst diese Ausführung ab. Sie verändert vor allem die Farbwirkung: Statt eines warmen Verlaufs setzt Laurent Ferrier auf einen nahezu weißen Grund, der je nach Lichteinfall ins Bläuliche spielt.

Laurent Ferrier Iceberg – Zifferblattdetail
Opalinweiß mit blauen Reflexen: das neue Iceberg-Zifferblatt. © Laurent Ferrier

Titan und weiche Konturen

Gehäuse und dreigliedriges, integriertes Armband bestehen aus Titan Grad 5. Der Durchmesser beträgt 44 Millimeter, die Höhe 13,40 Millimeter. Mit Armband wiegt die Uhr laut Hersteller 118 Gramm. Die kissenförmige Lünette trifft auf eine tonneauförmige Gehäusemitte; satinierte Partien und polierte Kanten gliedern die großzügigen Flächen. Ein gewölbtes Saphirglas führt die Rundungen fort. Die Wasserdichtheit beträgt 100 Meter.

Tropfenförmige Indizes und die charakteristischen Assegai-Zeiger bestehen aus Weißgold mit dunkler Rutheniumbehandlung. Helle Leuchtmasse unterstützt die Ablesbarkeit. Bei sechs Uhr sitzt die kleine Sekunde. Die Ton-in-Ton-Beschriftung hält sich auf dem Zifferblatt zurück, sodass dessen Oberfläche und die plastischen Zeiger das Bild bestimmen.

LF619.01: Tourbillon mit Doppelspirale

Laurent Ferrier Kaliber LF619.01 – Doppelspiral-Tourbillon
Auf der Rückseite wird das Tourbillon des Handaufzugskalibers LF619.01 sichtbar. © Laurent Ferrier

Das Kaliber LF619.01 misst 31,60 Millimeter im Durchmesser und 5,57 Millimeter in der Höhe. Es besteht aus 188 Komponenten mit 23 Lagersteinen, arbeitet mit drei Hertz beziehungsweise 21.600 Halbschwingungen pro Stunde und bietet rund 80 Stunden Gangreserve. Aufgezogen wird es von Hand über die griffige, gerundete Krone.

Die Besonderheit liegt in zwei entgegengesetzt montierten Unruhspiralen. Ihre seitlichen Kräfte sollen sich gegenseitig ausgleichen und so den Gang stabilisieren. Das Tourbillon ergänzt diesen Ansatz, indem seine Rotation Lageabweichungen in vertikalen Positionen ausmitteln soll. Beide Elemente verfolgen damit ein chronometrisches Ziel, während die Anzeige vorn bewusst reduziert bleibt.

Horizontal satinierte, rutheniumbehandelte Brücken prägen die Rückansicht. An der Tourbillonkonstruktion treffen spiegelpolierte Flächen auf 30 von Hand ausgearbeitete Innenwinkel. Hinzu kommt eine lange Sperrfeder nach historischem Vorbild, die den Handaufzug auch akustisch erfahrbar macht. Die Iceberg führt damit die Grundidee der Grand Sport fort: ein sportlich gezeichnetes Gehäuse, das ein traditionell konstruiertes und aufwendig vollendetes Werk beherbergt.

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