Kering: Wasserschutz für das Arno-Becken

Wasser ist für die Luxusindustrie zugleich Produktionsmittel und Standortfrage. Mit dem Water Resilience Lab im Arno-Becken wollen Kering, Conservation International und Etifor deshalb über einzelne Fabriken hinaus arbeiten. Der öffentliche Auftakt fand am 2. November 2026 in Florenz statt. Im Mittelpunkt stehen gemeinsame Maßnahmen gegen Trockenheit, Überschwemmungen und Verschmutzung.

Warum das Arno-Becken zählt

In der Toskana liegen wichtige Fertigungszentren der Branche: Gerbereien rund um Santa Croce sull’Arno, Textilbetriebe und das Goldschmiedezentrum Arezzo. Sie teilen sich die Wasserressourcen mit Landwirtschaft, Städten und Tourismus. Ein Unternehmen kann seinen eigenen Verbrauch senken; ob ein Flussgebiet genügend Wasser führt und Überschwemmungen abfedern kann, hängt jedoch auch von Böden, Wäldern, Feuchtgebieten und der Nutzung im gesamten Einzugsgebiet ab.

Wassermotiv aus Kerings Water-Positive-Strategie
Motiv aus Kerings Wasserstrategie: Wasserressourcen und Ökosysteme werden gemeinsam betrachtet. © Kering

Das Lab ist als Kooperationsplattform angelegt. Öffentliche Stellen, Unternehmen, Wissenschaft und Finanzakteure sollen Risiken gemeinsam bewerten und Projekte finanzieren. Der Termin im Palazzo Medici Riccardi gehört zum Gedenken an die Flut von Florenz vor 60 Jahren. Er markiert den öffentlichen Start eines Vorhabens, dessen fachliche Vorarbeit bereits 2025 begonnen hat.

Sechs Gebiete, konkrete Eingriffe

Die erste Projektgruppe umfasst Villa Petriolo, Ombrone/Bisenzio, Altopascio mit dem Sibolla-See, Pisa und das Era-Becken, Usciana/Pescia sowie Arezzo und das Chiana-Tal. Etifor und das DAGRI-Institut der Universität Florenz haben dafür hydrologische, ökologische und wirtschaftliche Zusammenhänge untersucht.

Zu den vorgesehenen Ansätzen zählen die Wiederherstellung von Feuchtgebieten und Wäldern, Begrünung entlang des Pescia und Rückhalteflächen im Raum Prato-Pistoia. Solche Maßnahmen sollen Wasser länger in der Landschaft halten und Abflussspitzen begrenzen. Etifor beziffert das untersuchte Speicherpotenzial auf 34 Millionen Kubikmeter pro Jahr. Das ist ein ermitteltes Potenzial, kein bereits erzieltes Projektergebnis.

Vom Standortprojekt zur Konzernstrategie

Das Arno-Lab ist das erste von zehn vorgesehenen Labs in priorisierten Einzugsgebieten. Kering verbindet damit seine 2025 veröffentlichte Wasserstrategie: Bis 2035 sollen in wichtigen Regionen messbare positive Nettoeffekte erreicht werden, bis 2050 auf Konzernebene. Für die Schmuck- und Luxusbranche ist vor allem der regionale Ansatz relevant, weil Lieferanten mehrerer Häuser am selben Wasserhaushalt hängen.

Ob das Modell trägt, wird sich an umgesetzten Maßnahmen und regelmäßig gemessenen Veränderungen zeigen. Der aktuelle Projektaufriss von Kering und die Erläuterung von Etifor beschreiben den vorgesehenen Weg.

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