INSIGHT-RADAR: Peter Marino, Charlie Paris und Lorige
Luxusmarken gestalten ihre Präsenz über Architektur, Handelspartner und regionale Netzwerke. Diese RADAR-Ausgabe blickt auf Peter Marinos CFDA-Auszeichnung, die Deutschland-Pläne von Charlie Paris und Loriges Ausbau in den USA.
Peter Marino: CFDA-Auszeichnung für einen Gestalter der Luxuswelt

Der Council of Fashion Designers of America würdigt Peter Marino als Fashion Icon 2026. Für die Uhren- und Schmuckbranche liegt der Bezug in seiner Architektur: Marino gestaltet seit Jahrzehnten die Räume, in denen Luxusmarken ihre Identität vermitteln. Zu seinen Auftraggebern gehören insbesondere Bulgari und Tiffany & Co., daneben etwa Chanel, Dior und Louis Vuitton.
Seine Projekte für Tiffany in New York und Mailand stehen beispielhaft für einen Ansatz, der Verkauf, Kunst und Markenerlebnis zusammenführt. Materialwahl, Licht und Raumfolge prägen dabei ebenso die Wahrnehmung wie die ausgestellten Schmuckstücke. Die CFDA-Auszeichnung macht damit auch eine Persönlichkeit sichtbar, deren Arbeit den internationalen Luxus-Einzelhandel wesentlich mitgestaltet. Zur Mitteilung des CFDA.
Charlie Paris: technische Entwicklung und Deutschland im Blick

Im Interview mit Francéclat beschreibt Mitgründer Ambroise Parlos, wie Charlie Paris seine Kollektionen technisch und gestalterisch weiterentwickelt. Ein Beispiel sind farbige Saphir-Zifferblätter: Nach rund zweieinhalb Jahren Entwicklungsarbeit kommt die transparente Gestaltung bereits in der sportlichen Concordia zum Einsatz und hält 2026 auch in der klassischer ausgerichteten Alliance Einzug.

Daneben arbeitet die Marke mit unterschiedlichen Oberflächen und kreativen Kooperationen. Für das im Juni vorgestellte Projekt GRX EVO kommt etwa eine Cerakote-Beschichtung zum Einsatz. Parlos verbindet diese Produktentwicklung mit dem Ausbau des Handels: Neben zusätzlichen französischen Verkaufsstellen sollen neue Partner in den USA, Spanien und ausdrücklich auch Deutschland hinzukommen.
Darin liegt der konkrete Ansatz für den deutschsprachigen Markt: Charlie Paris möchte seine bislang stark direkt geprägte Präsenz durch weitere Handelspartner ergänzen. Namen oder Eröffnungstermine für Deutschland nennt das Interview noch nicht.
Lorige: vier Handelspartner und ein Auftritt in Miami

Mit Unterstützung von FundTime LLC hat Lorige 2026 vier neue US-Handelspartner gewonnen: Manfredi Jewels in Connecticut, Kwiat in New York, The Timepiece Collection in New Jersey und Provident Jewelry in Florida. FundTime begleitet die Marke bei Investitionen, Vertrieb und operativer Entwicklung.
Vom 6. bis 8. November stellt Lorige bei der ersten Ausgabe von Time to Drive Miami im Mana Wynwood aus. Der Anlass verbindet die Uhren mit ihrem technischen Ursprung: Für Gehäuse und Zifferblätter verarbeitet die Marke Carbon/Carbon-Komponenten aus tatsächlich eingesetzten Rennbremsen. Im Mittelpunkt steht damit ein Material, dessen vorherige Nutzung Teil der Geschichte des einzelnen Zeitmessers ist.
Zu den jüngeren Modellen gehört die BL-Evolution „Competition“, eine auf 50 Exemplare begrenzte Ausführung mit Material aus den Inter-Europol-LMP2-Rennwagen Nummer 43 und 343. Für das US-Publikum stellt Lorige seine Kollektionen gemeinsam mit einem historischen Porsche vor. Die ersten zehn Käufer auf der Veranstaltung sollen zudem eine VIP-Einladung zum Daytona-24-Stunden-Rennen im Januar 2027 erhalten.
Die Meldung betrifft vor allem den Ausbau in Nordamerika. Für den europäischen Markt zeigt sie, wie spezialisierte Marken ihre technische Erzählung mit Handelspartnern und einer klar umrissenen Sammlergruppe verbinden.





