Swatch Group Geschäftsbericht 2025: Verhaltener Optimismus nach schwierigem Vorjahr
Die Swatch Group verzeichnete 2025 ein schwieriges Geschäftsjahr. Das hatten bereits die Ende Januar veröffentlichten Kennzahlen des Konzerns offenbart.
Der Konzerngewinn der Swatch Group ging dramatisch von 219 Millionen € im Jahr 2024 auf 25 Millionen € im Jahr 2025 zurück. Der Umsatz entwickelte sich ebenfalls negativ und verringerte sich von 6,73 Milliarden € auf 6,28 Milliarden €, was einem Rückgang von 5,9 Prozent zu aktuellen Wechselkursen entspricht.
Während die Swatch Group in vielen Regionen vor allem im zweiten Halbjahr 2025 ein Wachstum verzeichnete, trübte insbesondere die Nachfrageschwäche in China das Ergebnis.
„Die Swatch Group erzielte 2025 ein gemischtes Ergebnis, bedingt durch die nach wie vor zurückhaltende Konsumstimmung im Großraum China“, so Nayla Hayek, Präsidentin des Verwaltungsrates der Swatch Group, im Vorwort zum heute erschienenen Geschäftsbericht des Konzerns. Zum laufenden Jahr 2026 schreibt sie.
„Mit Blick auf 2026 bleiben wir realistisch, aber zuversichtlich.“
Nayla Hayek
Während das Segment Uhren & Schmuck ohne Produktion lediglich mit einem leichten Umsatzrückgang das Geschäftsjahr abschloss, war der Umsatzrückgang im Produktionsbereich deutlich. Grund hierfür war der Rückgang der Aufträge von Dritten und der Konzernmarken. Ein Plus hingegen verzeichnete die Swatch Group im Segment Elektronische Systeme (+8,8 % zu aktuellen Kursen).
Die Swatch Group betont im Geschäftsbericht, dass man dennoch an der Strategie festgehalten habe, keine Entlassungen vorzunehmen und auf die Beantragung von Kurzarbeitsentsschädigungen verzichtet habe, obwohl deren potenzieller Jahresbetrag erheblich gewesen wäre.
„Die Aufrechterhaltung der Produktionskapazitäten ist sehr wichtig, um auf die positive Dynamik der zweiten Jahreshälfte 2025 zu reagieren, die sich in diesem Jahr fortsetzen wird, was bedeutet, dass sich das Produktionsergebnis erheblich verbessern wird“, ist sich der Konzern sicher.
Und so fällt auch der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr optimistisch aus: „Angesichts des sehr positiven Momentums der zweiten Jahreshälfte 2025, mit einer starken Beschleunigung im vierten Quartal, erwartet die Gruppe für das Jahr 2026 ein substanzielles Wachstum in allen Preissegmenten. So wird sich die Auslastung der Produktionskapazitäten in den kommenden Monaten deutlich verbessern und dürfte zu einer massiven Reduzierung oder sogar Beseitigung des negativen Ergebnisses im Produktionsbereich führen.“
Swatch-Chef Hayek macht starken Franken für schwache Zahlen verantwortlich
Während viele Schweizer Exportfirmen Krieg, die US-Zollpolitik und die schwache Nachfrage in China für ihre schlechten Ergebnisse verantwortlich machen, setzt Swatch-Group-CEO Nick Hayek einen anderen Akzent: den starken Franken.
An der Bilanzpressekonferenz vom 18. März 2026 bezeichnete er die Währung als zentralen Belastungsfaktor für das Geschäftsjahr 2025. Tatsächlich hat der Franken im vergangenen Jahr deutlich aufgewertet – insbesondere gegenüber dem US-Dollar.
Wie stark sich das auswirkt, zeigt ein Beispiel, das die NZZ-Journalistin Andrea Martel vorrechnet: Für eine Uhr im Wert von 1000 Dollar erhielt ein Hersteller vor einem Jahr noch rund 880 CHF, heute sind es nur noch etwa 790 CHF. Der Preis bleibt gleich – doch der Erlös schrumpft.
„So kann es nicht weitergehen“, sagte Hayek. Der starke Franken bedrohe „die Schweizer Industrie wirklich“.
Preiserhöhungen im Ausland stoßen laut Hayek zunehmend auf Unverständnis. Gleichzeitig sei eine Verlagerung der Produktion für die Swiss-Made-Uhrenindustrie keine Option: Rund 90 Prozent der Produkte werden zwar im Ausland verkauft, ein Großteil der Wertschöpfung muss jedoch in der Schweiz erfolgen.
Hayek sieht die Schweizerische Nationalbank (SNB) und die Politik in der Pflicht: „Wir wollen den Franken nicht schwächen. Aber wir machen den Industriestandort kaputt, wenn wir die Entwicklung ignorieren.“






