GPHG 2026 eröffnet Einreichungsphase
Der Grand Prix d’Horlogerie de Genève hat offiziell die Einreichungsphase für seine 26. Ausgabe eröffnet. Bis zum 19. Juni 2026 können Uhrenmarken aus aller Welt ihre Modelle für den diesjährigen Wettbewerb anmelden. Die Preisverleihung findet am 7. November 2026 im Bâtiment des Forces Motrices in Genf statt.

Der GPHG gilt heute als die wichtigste internationale Auszeichnung der Uhrenbranche und wird häufig als eine Art „Oscar der Uhrmacherei“ bezeichnet. Seit seiner Gründung im Jahr 2001 zeichnet der Wettbewerb jährlich herausragende Entwicklungen in Design, Technik, Handwerkskunst und Innovation aus. Über die Jahre hat sich der Preis zu einer zentralen Plattform entwickelt, auf der Marken nicht nur neue Modelle präsentieren, sondern auch ihre Positionierung innerhalb der internationalen Haute Horlogerie sichtbar machen.
Neue Kategorien ersetzen geschlechterbezogene Einteilung
Besonders auffällig sind die strukturellen Veränderungen der diesjährigen Ausgabe. Der GPHG reagiert damit auf einen Wandel innerhalb der Branche und verabschiedet sich von klassischen, geschlechterbezogenen Kategorien.
Neu eingeführt werden die Kategorien:
- Essential Watch
- Complication Watch
- Gemset Watch
INSIGHT-LUXIURY berichtete: https://insight-luxury.com/2026/04/08/gphg-strukturiert-kategorien-neu/
Die Academy als globales Netzwerk der Uhrenbranche
Eine besondere Rolle innerhalb des heutigen GPHG spielt die sogenannte Academy, die in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut wurde und inzwischen rund tausend Mitglieder umfasst. Ihr gehören internationale Branchenakteure aus unterschiedlichen Bereichen an – darunter Journalisten, Sammler, Händler, Historiker, Kuratoren, Designer und weitere Persönlichkeiten der Uhrenwelt. Ziel der Academy ist es, den Auswahlprozess breiter, internationaler und unabhängiger aufzustellen.
Die Mitglieder schlagen zunächst selbst Modelle für den Wettbewerb vor und nehmen anschließend an mehreren Abstimmungsphasen teil. Damit hat sich der GPHG bewusst von einem rein jurygetriebenen System hin zu einem stärker gemeinschaftlich getragenen Bewertungsmodell entwickelt. Die Academy fungiert heute gewissermaßen als globale Stimme der internationalen Uhrenkultur und trägt dazu bei, unterschiedliche Perspektiven aus Industrie, Handel, Medien und Sammlerszene in die Bewertung einfließen zu lassen.
Bereits zum Auftakt der diesjährigen Ausgabe hat die Academy mehrere hundert Modelle vorgeschlagen, aus denen Marken anschließend auswählen oder eigene Modelle ergänzen können.
Auswahlprozess und Jury
Im Sommer erfolgt eine erste Abstimmung der Academy, aus der die 84 nominierten Zeitmesser hervorgehen. Die finale Auswahl wird am 1. September veröffentlicht.
Die endgültige Entscheidung trifft anschließend die Jury unter Vorsitz von Wei Koh. Die Jury bewertet die nominierten Modelle wenige Tage vor der Verleihung physisch und unter notarieller Aufsicht in Genf. Die Gewinner ergeben sich aus einer Kombination der Jurywertung und einer zweiten elektronischen Abstimmung der Academy.
Zwischen Industriepreis und kultureller Plattform
Der GPHG hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend über die reine Preisvergabe hinaus entwickelt. Für viele Marken ist die Teilnahme heute Teil einer strategischen Positionierung innerhalb der internationalen Sammler- und Luxuswelt. Gerade unabhängige Hersteller nutzen die Bühne des GPHG, um Sichtbarkeit und Relevanz im internationalen Markt zu gewinnen.
Gleichzeitig dokumentiert der Wettbewerb Jahr für Jahr, welche Themen die Branche aktuell prägen – von technischen Innovationen über neue Materialansätze bis hin zu gesellschaftlichen Veränderungen innerhalb der Luxuswelt selbst.
Die diesjährigen Anpassungen zeigen dabei deutlich, dass sich auch der GPHG weiterentwickelt: weg von traditionellen Kategorien und stärker hin zu einer zeitgemäßen, international gedachten Definition von Uhrmacherei.
Mehr Informationen zum GPHG und zu Einreichungen: https://www.gphg.org/en
Bilder: (c)GPHG






